Anti-Amazon-Inititative gegründet: Sind Privatverkäufer regresspflichtig? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Anti-Amazon-Inititative gegründet: Sind Privatverkäufer regresspflichtig?



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Wer bei Amazon-Marketplace Bücher verkauft, kann, auch als Privatverkäufer, Schwierigkeiten bekommen, wenn Gegenstände etwa beim Versand verloren gehen. Denn Amazon erstattet dann dem Käufer die Kosten – und behält diese dann vom Käufer einfach ein. Eigenmächtig oder rechtlich korrekt?


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Seit dem 18. Juni 2007 ist Amazon.de offenbar nicht mehr gewillt, auf den Kosten für die A-bis-z-Garantieanträge sitzen zu bleiben, denn seitdem handelt man bei Amazon.de nach festen Vorgaben, die bei nicht erhaltenen Produkten greifen – welche das sind, findet man hier. Die Frage, wie verbindlich diese Vorgaben sind, greife ich weiter unten nochmal auf.

Ist der Verkäufer regresspflichtig?

Ich begann dennoch, mich bei Amazon.de zu beschweren und zwar mit allen Einwänden, die auch gegenüber dem Käufer bestanden hätten, wenn dieser die Garantieleistung von Amazon.de nicht in Anspruch genommen und seine Rechte nicht an Amazon.de abgetreten hätte.

Allerdings musste ich mich nun ausschließlich mit Amazon.de und nicht mehr mit dem Käufer auseinander setzen – was die Sache kaum vereinfacht hat.

Welche Argumente gibt es?

Ein Argument von mir: Amazon.de hat der Käuferin die Garantie bereits „auf ersten Zuruf hin“ gewährt, ohne genauer zu überprüfen, ob überhaupt ein Rechtsanspruch besteht.

Daher hat man mir keine Gelegenheit zur fristgemäßen Nacherfüllung (z.B. durch nochmaliges Zusenden) gegeben, obwohl ich das mehrfach der Käuferin und dann Amazon.de angeboten habe und der im Gesetz vorgesehene Ablauf für die Geltendmachung von Mängelansprüchen ist nicht eingehalten worden.

Was sagt Amazon?

Das Gegenargument von Amazon.de in einer E-Mail der Pressestelle lautete:

„In diesem Fall greift die A-bis-z-Garantie und wir können leider keine Nachlieferung anbieten, wenn der Kunde auf Erfüllung der Garantie besteht.“

Wer muss die Versandkosten tragen?

Ein weiteres Argument: Ich berief mich auf § 447 BGB wonach der Käufer unter bestimmten Bedingungen – und die waren nach Auskunft eines Anwaltes hier durchaus gegeben – das Versandrisiko trägt.

Denn das Bürgerliche Gesetzbuch sieht für nicht-gewerbliche Anbieter keine Verpflichtung vor, das Versandrisiko zu tragen, d.h. ohne Rücksicht auf eigenes Verschulden Ersatz für nicht angekommene Sendungen zu leisten. Dafür müsste ich lediglich nachweisen, dass ich die Sendung ordnungsgemäß verpackt und verschickt habe.

Ist ein versicherter Versand nötig?

Für Amazon.de allerdings gilt dieser Nachweis nur dann als erbracht, wenn die Sendung versichert verschickt wurde – erklärte mir eine Mitarbeiterin telefonisch. Und nur wenn ich dadurch nachgewiesen hätte, dass ich mein Buch auch wirklich verschickt habe (und dies geschrieben hätte, als mich Amazon.de um eine Stellungnahme bat), hätte man bei Amazon.de mit sich reden lassen.

Allerdings: Rechtlich wäre ein versicherter Versand nicht zwingend erforderlich, um zu beweisen, dass man das Buch tatsächlich verschickt hat. Es wäre auch möglich, den Beweis durch Zeugenaussagen oder Unterlagen der eingeschalteten Transportunternehmen zu führen.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Die Kommunikation mit Amazon scheint ähnlich einseitig zu sein, wie die Kommunikation mit ebay und paypal, die ja angeblich verloren gegangene Ware ebenfalls dem Käufer ungeprüft erstatten. Aus diesem Grunde nutze ich paypal nicht mehr und versende (auf Kosten des Käufers) grundsätzlich versichert.
    Das muss allerdings auch im Angebot so beschrieben sein.

    • Ja. Amazon sitzt ja auch im Ausland. Gute Methode, die du da hast. Bei Ebay geht das auch gut. Das Problem bei Amazon: Man muss so automatisch einen höheren Preis angeben, da das aber in der Übersicht bei Amazon nicht extra ausgewiesen wird. D.h. Amazon zwingt so seine Marketplace-Verkäufer praktisch zu unversichertem Versand, weil man sonst gar nichts verkauft. Die Differenzierung Versandkosten/Preis kann man bei Amazon schlicht nicht machen, weil die einfach pauschal drei Euro für den Versand berechnen, die aber die versicherte Sendung nicht abdecken. Es in die Artikelbeschreibung zu schreiben bringt nichts, die liest ja keiner. Und am Ende sind die Käufer, die das in der Mehrzahl nicht verstehen, dann einfach sauer.
      Unschön alles.
      Nur wie schon geschrieben: Für Bücher ist Amazon einfach der bessere Marktplatz.

  2. Liane Wolffgang

    Anti-Amazon-Inititative gegründet: Sind Privatverkäufer Regresspflichtig?: Wer bei Amazon-Marketplace Bücher ver…

  3. Simone Janson

    #Blogpost Anti-Amazon-Inititative gegründet: Sind Privatverkäufer Regresspflichtig?

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