Wie der SIFE-World Cup sozial-ökologisches Unternehmertum belohnt: Deutsches Team interdisziplinär & interkulturell erfolgreich – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Wie der SIFE-World Cup sozial-ökologisches Unternehmertum belohnt: Deutsches Team interdisziplinär & interkulturell erfolgreich



Dass Ethik und Wirtschaft Hand in Hand gehen, wird in Zeiten von Bankenkrise und Globalisierung zunehmend wichtiger. Dennoch fungiert Nachhaltigkeit oftmals nur als hohle Phrasen, als Denkmäntelchen für Profitdenken. Muss nicht sein, findet die Non-Profit Organisation SIFE – und prämiert bei einem jährlichen World Cup nachhaltige studentische Wirtschaftsprojekte. Gestern hat erstmals ein deutsches Team gewonnen!

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Was ist SIFE?

1975 wurde SIFE als Non-Profit Organisation in den USA gegründet, heute engagieren sich hier weltweit rund 48.000 Studierende an 1.500 Hochschulen in 38 Ländern.

Zentrale Veranstaltungen sind die jährlich stattfindenden Landeswettbewerbe und der World Cup, an dem die jeweiligen Gewinnerteams der nationalen Wettbewerbe teilnehmen.

Unternehmen mit Sozial-Ökologischen Fragestellungen

Im Wettbewerb stehen dabei unternehmerische Projekte mit sozial-ökologischen Fragestellungen. Ziel ist es dabei, nachhaltig wirtschaftlichen Nutzen für andere zu schaffen. Dazu arbeiten die SIFE-Studierenden mit betriebswirtschaftlichen Methoden:

Sie identifizieren Herausforderungen und Ziele, analysieren Rahmenbedingungen, entwickeln Konzepte für den Wissenstransfer und schaffen so langfristig Unabhängigkeit für diejenigen, die von den Projekten profitieren.

Der studentische Nachwuchs lernt auf diese Weise in der Praxis, was verantwortungsvolle Führung bedeutet. Die Initiative will damit wirtschaftliches Nachhaltiges Denken fördern und so die Welt ein wenig besser machen.

Interdisziplinär & Interkulturell zum Erfolg

Am 12. Oktober 2011 hat nun erstmals in der Geschichte von SIFE ein europäisches Team gewonnen – und zwar das der Universität Regensburg. Es besteht aus 50 Studierende aus zehn verschiedenen akademischen Disziplinen und neun Nationen (26 Mitgliedern von ihnen waren in Kuala Lumpur dabei).

Teamleiter sind die angehenden Betriebswirte, Josef Plank (25) und Hans-Georg Mann (26). Die Jury bestand aus rund 50 internationalen Managern. Aber was wurde denn nun eigentlich prämiert? Ein Blick auf die Sieger-Ideen:

Microleasing in Bulgarien

In Bulgarien förderte das SIFE-Team der Uni Regensburg bulgarische Kleinunternehmer wie Schreiner oder die Betreiber kleiner Lebensmittelläden, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckten. Dazu hielt das SIFE-Team in Bulgarien zunächst Workshops zu betriebswirtschaftlichen Grundlagen vor insgesamt 300 Teilnehmern ab – vier der Regensburger Teammitglieder stammen aus Bulgarien.

Aus diesen Veranstaltungen entstand ein näherer Kontakt zu etwa 25 Kleinunternehmern. Schnell wurde klar, dass hier ein großer Bedarf an Maschinen und Büroequipment wie Druckern, Rechnern und Mobiltelefonen bestand.

Deshalb beschaffte das Team über 90 abgeschriebene, noch funktionsfähige Maschinen von deutschen Unternehmen, transportierte sie nach Bulgarien und verleaste sie an die Kleinunternehmer. In einem dritten Schritt erhielten diese Einzelcoachings. Einer der Unternehmer, ein Schreiner, betreibt jetzt einen Online-Shop und verkauft seine Produkte auch nach Deutschland.

Elektrifizierung & Bildung für Roma in Rumänien

In dem „Integration ON“ genannten Projekt ging es um die Integration der Bewohner von Roma-Siedlungen in der Nähe von Rosia in Rumänien. Die dortigen Bewohner (rund 200 Haushalte) waren ausgegrenzt, die Kinder ohne Bildungschancen.

Ein Grundübel war die fehlende Elektrizität in den Siedlungen, die aus dunklen Lehmhütten bestehen – Kinder konnten dort keine Schulaufgaben machen, Heimunternehmer nur wenige Stunden am Tag arbeiten. Das SIFE-Team aus Regensburg erarbeitete dazu eine Solarlösung, die die Siedlungen vom Anschluss an das Stromnetz unabhängig machten. Dazu führten die SIFErs Gespräche mit deutschen Solarunternehmen. Es fanden sich Partner, um 30 Solarlösungen für einzelne Häuser zu sponsern.

Die Anlagen wurden von Deutschland nach Rumänien transportiert – ebenso wie weiteres Equipment (Lampen, Telefone). Das SIFE –Team forderte gezielt den Zugang der Romakinder zur Bildung – und ermöglichte zum Beispiel zehn von ihnen den Besuch einer weiterführenden Schule, indem sie in Deutschland Sponsoren organisierte, die die Kosten für den Bus und Lernmaterial übernehmen.

Spende dein Pfand

Das dritte Projekt nahm seinen Anfang in Regensburg: Dort war den SIFE-Studierenden Ende 2010 aufgefallen, dass auf dem Campus sehr viele Pfandflaschen einfach in den Müll wanderten. Das Team beschaffte knallgelbe Container, die nun überall auf dem Unigelände aufgestellt sind.

Die Initiative hat aber nicht nur aus ökologischer Sicht positive Wirkungen: Für das Leeren und Sortieren der Flaschen sind abwechselnd vier psychisch Kranke zuständig, die für diese Arbeit bezahlt werden. Sie würden sonst nur schwer sinnvolle, bezahlte Beschäftigung finden.

Das Modell haben 2011 schon sechs andere SIFE-Teams in Deutschland übernommen: Hamburg, Berlin, Lüneburg, Mannheim, Hohenheim und Bochum. Langfristig soll das „Spende dein Pfand“ genannte Projekt als erstes „ONE SIFE“-Projekt in Deutschland an den über 40 Hochschulen präsent sein, an denen es derzeit SIFE gibt.

Fazit

Abgesehen davon, dass es mich wundert, dass das Projekt „Spende dein Pfand“ in Berlin adaptiert wurde, wo man froh sein kann, wenn einem Keiner die Pfandflasche aus der Hand reist (dummer Witz am Rande!), finde ich die Idee wirklich toll.

Möglich sind solche Projekte natürlich nur durch das Sponsoring internationaler Unternehmen. Bleibt zu hoffen, dass die Studierenden ihre nachhaltigen Erfahrungen auch später im Berufs- und Führungsalltag zum Einsatz bringen können

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