Wie findet man Stellen, für die die Bezeichnung fehlt: Jobsuche im Begriffswald

“Wie heißt denn bitte mein Beruf?” fragt Karriere-Expertin Svenja Hofert aktuell in einem Blogbeitrag. Ihr geht es darum, dass viele Leute gar nicht mehr in ihrem ursprünglich erlernten Beruf arbeiten. Dass sich ständig neue Berufe entwickeln und ausdiversifizieren, für die es noch keine Ausbildung gibt. Und die vor allem eines fast unmöglich machen: Ein geeignetes Profil für diese Jobs zu erstellen.
jobsuche

Ständig entstehen neue Jobs!

Svenja Hofert hat für Ihre These zahlreiche Beispiele aufgelistet – hier mal ein Ausschnitt, den vollständigen, übrigens sehr guten Text finden Sie hier!

Funktionsbereiche wie Marketing, Personal, Rechnungswesen lösen sich auf, diversifizieren sich oder werden von neuen Abteilungen flankiert. Das alles macht es… schwer, aus Stellenmärkten etwas Passendes herauszufischen. Heißt es nun Projektleiter, Projektmanager, Projektkoordinator, Consultant oder gar Projektingenieur? Für ein und dieselbe Tätigkeit können alle möglichen Bezeichnungen herhalten… Richtig schwierig wird es bei Stellen aus dem vierten Sektor, also hochqualifizierten Positionen, die Spezialwissen erfordern. Die gleichen Tätigkeiten im Bereich Sustainability könnten unter „wissenschaftlicher Mitarbeiter“, „Manager Sustainability“, „Mitarbeiter Sustainability“ und „Experte Sustainability“ gefunden werden.

Das Matching-Problem

Daraus ergibt sich aber ein ganz praktisches Problem bei der Jobsuche – und zwar für Jobsuchende wie Personaler gleichermaßen. Denn wie soll man aus dem großen Markt an Angebot und Nachfrage genau das passende herausfischen, wenn die passenden Bezeichnungen fehlen? Und das gerade im Internt, wo es auf absolut passende Suchbegriffe, also das Matching, ankommt.

Svenja Hofert hat dazu folgenden Lösungsvorschlag:

Simple Funktions- und Bereichssuchen in Stellenmärkten funktionieren da kaum noch. Das ist eine enorme Anforderung für die Stellenmärkte, denn hier ist eine intelligente Suche gefragt, wie es sie derzeit nur in Ansätzen gibt. Das Grundproblem sind dabei fehlende Funktionsbezeichnungen.

Gefunden werden statt selbst suchen

Standartisierte Berufsbezeichnungen wie auch feiner definierte Suchfunktionen lehnt sie allerding mangels Praktikabilität ab – zu groß wäre der Aufwand. Hoferts Ansatz hingegen: Gar nicht selbst suchen, Jobsuchmaschinenen können gar nicht bieten, was man sucht. Sondern dafür sorgen, dass man selbst gefunden wird.

Wie Sie aber dann am Ende ihres Artikels auch feststellt, hat man dann genau das gleiche Problem: Welche Begriffe soll man z.B. in ein Xing-Profil eintragen, um besser gefunden zu werden. Xing-Coach Joachim Rumohr hat ja sein ganzes Berufsbild aus Tipps u.a. dazu aufgebaut, wie man bei Xing gefunden wird. Das Grundproblem wird aber auch ein Coaching bei ihm nicht lösen.

Was soll ich dahin schreiben?

Nämlich: Was trage ich ein, wenn meine Berufsbezeichnung unklar, schwammig, schlecht definierbar ist und sich auch öfter mal ändert – wie das heutzutage immer normaler wird? Wonach soll man denn eigentlich suchen?

Ich bin daher der Ansicht, dass dieses ganze Jobsuche-Matching-Problem, so einleuchtend es auf den ersten Blick zu sein scheint, für eine zunehmende Prozentzahl an Arbeitssuchenden keine adäquaten Ergebnisse mehr liefern wird. Da sind ganz andere Mechanismen gefragt – vor allem im Internt.

Die Lösung für das Matching-Problem

Regine Heidorn hat bereits vor Wochen hier im Interview erklärt, wie das funktionieren kann:  Sie entdeckt beispielsweise in der Kommunikation via Twitter, auch ?ber Privates, Kompetenzen, von denen sie noch gar nicht gedacht hätte, dass sie sie haben könnte. Heidorn entwickelt ihren neuen Beruf praktisch im Gespräch:

Bei Twitter kommuniziere ich auch über Dinge wie Hobbys oder persönlichen Vorlieben. Genau daraus ergeben sich aber dann oft ungeahnte Jobmöglichkeiten: Beispielsweise mache ich oft Geocaching, einer Art Schnitzeljagd mit mobilen Geräten. Das hat auch Anja Wagner mitbekommen, die an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin E-Learning-Projekte durchführt.

Ein Beispiel, das vielleicht durchaus zukunftsweisen und zur Nachahmung empfohlen ist! Was meint Ihr?


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Kommentare & Reaktionen

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    Onlinereputation ist so ein stark benutzter Begriff. Aber das o.g. Beispiel trifft es schon. Im Internet kann man gezielt Spuren legen, die mehr über einen verraten als schlichte Kompetenzen und Bezeichnungen.

    Das, was als Ergebnis rauskommt, nenne ich “Berufsidentität” anstelle von Berufsbezeichnungen. Eine facettenreiche berufliche Persönlichkeit mit Ecken, Kanten und reichlich Profil.

    Das geht übrigens auch Offline. Es dauert halt nur Monate oder sogar Jahre. Deshalb kann man gar nicht früh genug damit anfangen.

    Ich bin übrigens seit 20 Jahren dabei und noch immer nicht fertig ;-)

    • Simone Janson

      Hallo Herr Hahn,
      Berufsidentität finde ich eine schöne Bezeichnung. Fertig ist man hoffentlich nie – das wäre ja langweilig ;-)
      Simone Janson

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