Trends & Traumjobs in der Zukunftsbranche Tourismus – Teil 4: Reiseleiter für regionale Kontakt-Reisen


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22.07.2011 1792 Leser 2 Debatten 695 Wörter Lesezeit: 5 Minuten, 3 Sekunden
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In den vergangenen Folgen dieser Serie habe ich vor allem die Zukunfts-Trends der Tourismus-Branche vorgestellt. Aber wie macht man daraus einen Job? Zum Beispiel, indem man genau solche individuellen, auf die persönlichen Wünsche des Kunden zugeschnittenen Reisen organisiert – wie übrigens auch der Mobilitätsberater, den ich letztes Jahr in der Süddeutschen vorgestellt habe.

Beispiel Kontaktreisen, eine spezielle Form des regionalen Reisens: Der Reisende tritt in Kontakt mit Einheimischen schläft in regional typischen Unterkünften und hilft häufig auch bei sozialen Projekten oder einfachen Bau- oder Erntarbeiten mit. Kost, Anreise und Logis sind in der Regel selbst zu bezahlen oder werden durch die Arbeit abgedeckt.

Arbeiten statt zahlen

Der „Ferienclub Lüneburger Heide in der Göhrde“ wirbt mit dem Slogan „Muskelkraft, die Arbeit schafft“ für Ernteferien. Von April bis Oktober würden arbeitswillige Gäste dafür belohnt, dass sie im laufenden Betrieb mithelfen.

Zehn Euro erhalten die Erntehelfer für ihre Arbeit. Der Lohn wird nicht bar ausbezahlt, sondern auf den Zimmerpreis angerechnet. 47 Euro kostet ein Ferienhaus – wer vier Stunden am Tag schuftet, übernachtet also fast gratis.

Graben und Zahlen

Bis zu 16 Teilnehmer graben sich unter Anleitung eines Archäologen durch das Erdreich bei Landshut in Altbayern. Gearbeitet wird an fünf Tagen von 8 bis 13 Uhr. Im Preis ingbegriffen: Sechs Tage Übernachtung mit Frühstück im Hotel „Wadenspanner“, Brotzeit und Getränke bei der Arbeit, Versicherung, vier Exkursionen zu archäologischen Fundstätten, Museen und Biergärten sowie eine Stadtführung durch Landshut.

Diese Art von Urlaub ermöglicht einen neuen Blick auf das Leben anderer Menschen und erweitert so den Horizont des Reisenden; er gewinnt neue Eindrücke, die ihm als Pauschaltourist verschlossen bleiben. Die Verquickung von Urlaub und Archäologie zeigt übriegens auch das Bild oben aus Pompeij.

Die Aufgaben des Reiseleiters

Die Form, die Dauer und die Intensität des Arbeitseinsatzes von Reisenden bei solchen Kontaktreisen können Sie als Reiseleiter bei solchen Kontaktreisen individuell gestalten: Neben dem eigentlichen Arbeitseinsatz müssen Sie in der Regel noch ein attraktives Freizeitprogramm anbieten.

Betreuen Sie eine Gruppe während der ganzen Reise, so erledigen sie organisatorische Aufgaben wie die Zimmerverteilung im Hotel, Geldwechsel oder die Beschaffung von Transportmitteln. Zudem organisieren sie Ausflüge. Sie fungieren als Ansprechpartner der Reisenden und nehmen z.B. Beschwerden und Anregungen entgegen.

Sie sind der Ansprechpartner

Ihre Aufgabe ist es, den Reisenden die Reise so angenehm wie möglich zu gestalten. Sie übernehmen natürlich auch die Aufgaben eines Stadtführers und informieren die Reisenden über die Geschichte, Traditionen und Besonderheiten des Ortes, der Region oder des Landes. Möglich ist aber auch, dass Sie Reisende nur am Zielort. D

ann stehen Sie als Ansprechpartner zur Verfügung und vermitteln beispielsweise Ausflüge oder führen diese durch. Reiseleiter werden oft mit unvorhergesehenen Situationen konfrontiert, z.B. wenn Reiseteilnehmer erkranken oder Transportmittel ausfallen. Sie reagieren rasch und flexibel auf die jeweiligen Gegebenheiten, sorgen für die Betreuung der Teilnehmer oder beschaffen Ersatz für einen ausgefallenen Bus.

Voraussetzungen, Aus- und Weiterbildung

Um diese Tätigkeit ausüben zu können, ist üblicherweise eine Ausbildung im Bereich Tourismus bzw. ein kulturwissenschaftliches Studium erforderlich. Neuerdings gibt es auch den Studiengang Leisure and Tourism Management, der in Deutschland bislang nur an der FH Stralsund angeboten wird.

Allerdings ist die Bezeichnung Reiseleiter nicht gesetzlich geschützt, Sie können also sofort anfangen, als Reiseleiter zu arbeiten. In der Praxis sind neben der Fähigkeit, auch mit schwierigen Menschen und größeren Reisegruppen umzugehen auch Organisationsfähigkeit, eine gute Allgemeinbildung und hervorragende Kenntnisse des Zielgebietes gefragt. Außerdem ist es unabdingbar, mehrere Sprachen zu sprechen.

Wenn Sie sich selbständig machen wollen

Als Reiseleister sind Sie freiberuflich tätig. Das bedeutet, Sie benötigen lediglich eine Steuernummer beim Finanzamt. Eine Gewerbanmeldung ist nicht erforderlich. Ihnen muss allerdings klar sein, dass Reiseleiter kein bezahlter Urlaub ist: Während einer Reise sind Reiseleiter von früh bis spät im Einsatz.

Wenn sie eine Reisegruppe während der ganzen Reise begleiten, stehen sie rund um die Uhr als Ansprechpartner für die Reisenden zur Verfügung. Reiseleiter arbeiten oft im Freien, z.B. wenn sie Stadtführungen leiten. Dabei sind sie Regen, Wind, Kälte oder Hitze sowie köperlichen Anstrengungen ausgesetzt.

Chancen

Immer mehr Menschen gerade in Deutschland interessieren sich auch für regionale Produkte. Wer es schafft, seine Kunden mit regionalen Highlights vom speziellen Essen über ortstypische Unterbringungen bis hin zum kleinen Dialektkurs die Reise als unvergessliches Life-Style-Erlebnis zu präsentieren, wird damit zwar nicht reich, hat aber gute Möglichkeiten, sein Auskommen zu verdienen.

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