Studie zeigt, wie wir in Zukunft arbeiten werden: Mehr Teamarbeit, mehr Echtzeit-Web-Kommunikation

Umfrage_JCI

Twitter mit seiner Echtzeitkommunikation und Google+ mit seinen Videokonferenzen (Hangouts) haben vorgemacht, wohin die Reise in der Internet-Kommunikation gehen wird: Nämlich immer mehr zur direkten Kommunikation, auch von verschiedenen Standorten aus. Eine Studie hat nun untersucht, wie sich das auf unser Arbeitsverhalten auswirken wird.

Johnson Controls Global WorkPlace Solutions (GWS) hat 1.700 Büroangestellte befragt, welche Veränderungen sie bis 2020 in Bezug auf ihr Arbeitsumfeld erwarten. Ergebnis: Die Befragten gehen davon aus, dass die Büroarbeit der Zukunft wesentlich stärker in Teams stattfinden wird, als dies in heutigen Arbeitsumfeldern der Fall ist.

Das Forschungsprojekt “Collaboration 2020” (Zusammenarbeit 2020) wurde von Dr. Marie Puybaraud, Leiterin Global WorkPlace Innovation bei Johnson Controls Global WorkPlace Solutions, und Dr. Kjetil Kristensen, Strategieberater Collaboration bei Kristensen Consulting, durchgeführt.

Zur Studie

Die Studie untersuchte, wie Angestellte heute bestimmte Technologien nutzen bzw. in welchen Arbeitsumgebungen sie arbeiten und welche Veränderungen sie in den nächsten Jahren erwarten. Ziel der Untersuchung war es, einen besseren Überblick davon zu bekommen, wie sich kollaborative Arbeitsmuster auf den Geschäftserfolg von Unternehmen auswirken.

Dafür befragten die Autoren Büroangestellte aus den USA, Großbritannien, Deutschland, Australien, Indien, Kanada und China mit mindestens fünf Jahren Berufserfahrung. 51,6 Prozent der Teilnehmer waren Frauen, 48,4 Prozent Männer.

Wie sehen Angestellte die Zukunft?

Die Befragten erwarten, dass sie durch den Einsatz neuer Informations- und Kommunikationstechnologien künftig mehr Arbeitszeit im Team anstatt an ihrem Schreibtisch verbringen werden. Interaktive digitale Bildschirme, berührungsempfindliche Oberflächen und die Möglichkeit, durch Videokonferenzen mit Standorten an jedem Ort der Welt verbunden zu sein, sollen gemeinschaftliches Arbeiten fördern.

Die erwartete Zunahme der Arbeitszeit in virtuellen Teams bedeutet umgekehrt, dass die Angestellten immer weniger Zeit in Einzelbüros, am Telefon oder in traditionellen Besprechungszimmern verbringen.

Teamarbeit als Kreativitäts-Treiber

Dr. Marie Puybaraud sagt:

„Wir wissen, dass die Teamarbeit im Büro ein wichtiger Treiber für Kreativität, Innovation und somit für den Geschäftserfolg ist. Das Team ist mehr als die Summe seiner Mitglieder. Es gibt zwar schon heute verschiedene Technologien für die Zusammenarbeit in Teams.

Die Studie zeigt jedoch, dass eine große Diskrepanz zwischen den heutigen Möglichkeiten einer gezielten Zusammenarbeit und dem Bedarf, der sich im Laufe des nächsten Jahrzehnts auftun wird, besteht. Unternehmen, die nicht in kollaborative Technologien und neue Arbeitsumfelder investieren, behindern Produktivität. Dies wiederum hat Auswirkungen auf alle, die neue Arbeitswelten entwerfen oder die bestehenden neu gestalten.”

Der typische Büroarbeitsplatz ändert sich

Auch der typische Büroarbeitsplatz wird sich wahrscheinlich verändern. Während derzeit nur ein Fünftel der Befragten häufig Team-Arbeitsbereiche mit speziellen Technologien zur Zusammenarbeit nutzt, werden dies in neun Jahren vermutlich bereits 52 Prozent tun.

Umgekehrt sinkt die Bedeutung von traditionellen Besprechungsräumen: 40 Prozent der Befragten sagten, dass sie solche Räume derzeit regelmäßig nutzen; für das Jahr 2020 können sich das nur noch 27 Prozent vorstellen. Auch das Telefonieverhalten ändert sich: 50 Prozent der Befragten gaben an, dass sie häufig ihr Schreibtischtelefon nutzen, für das Jahr 2020 erwartet das nur noch ein Drittel.

Arbeitsplätze auf den konkreten Zweck ausrichten

Marie Puybaraud:

„Die Studie zeigt, dass Arbeitsumgebungen, die nach dem Einheitsprinzip gestaltet sind, weniger effektiv sind als auf konkrete Zwecke ausgerichtete Arbeitsplätze. Es gibt keine zwei Organisationen, die sich genau gleichen. Deshalb muss jedes Unternehmen den verfügbaren Büroraum so gestalten, dass er das jeweilige Geschäftsmodell und die Unternehmenskultur am besten unterstützt.

Die Entwicklung hin zu vermehrter Zusammenarbeit in Teams wird deshalb auch die Denkweise ändern, in der Unternehmen ihre Immobilien planen. Räumlichkeiten, die gezielt die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern fördern, werden einen größeren Anteil der Fläche eines Büros einnehmen. Es geht also künftig auch um ein besseres Verständnis des Zusammenspiels von Technologien, Arbeitsweisen sowie davon, wie Menschen interagieren und welche Rolle das Arbeitsumfeld dabei hat“.

Videokommunikation wird zunehmen

Der Gebrauch von Videokommunikation und anderen Echtzeitkommunikationstechnologien wird ebenfalls deutlich zunehmen. Die befragten Büroangestellten gehen davon aus, dass sie im Jahr 2020 die Möglichkeit zu Webkonferenzen, Instant Messaging und Videokonferenzen deutlich häufiger nutzen werden.

Der Anteil derjenigen, die regelmäßig an Webkonferenzen teilnehmen, wird sich wahrscheinlich verdreifachen – von heute 19 Prozent auf 57 Prozent im Jahr 2020. Die Angestellten erwarten außerdem, dass sie dann auch Technologien zur Zusammenarbeit nutzen werden, die derzeit noch in der Entwicklung sind.

So geht knapp die Hälfte der Befragten (44 Prozent) davon aus, dass es 2020 dreidimensionale Videokonferenzen mit einer besseren Bildschirmtiefe und realistischeren Ansicht geben wird.

Ergebnisse – Bürotechnologien und -arbeitsplätze heute 2020:

  • Häufige Nutzung von Webkonferenzen: heute 19 Prozent vs. 57 Prozent im Jahr 2020
  • Zweidimensionale Videokonferenzen: 18 Prozent vs. 51Prozent im Jahr 2020
  • Dreidimensionale Videokonferenzen: 44 Prozent erwarten im Jahr 2020 eine häufige Nutzung
  • Instant Messaging: 33 Prozent vs. 54 Prozent
  • Schreibtischtelefon: 50 Prozent vs. 33 Prozent
  • Teamarbeitsplätze mit fest installierten kollaborativen Technologien: 20 Prozent vs. 52 Prozent
  • Spezielle Räume für die Zusammenarbeit mit Kollegen: 18 Prozent vs. 36 Prozent
  • Traditionelle Besprechungsräume: 40 Prozent vs. 27 Prozent

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