Serie – Wie kommen wir raus aus der Angelina-Jolie-Falle? Mein Skript zum Vortrag beim kommunalpolitisches forum e.V. (berlin) – Teil 4: Grübeln macht Probleme schlimmer!

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Je länger und ausführlicher wir über ein Problem nachgrübeln, desto schwieriger erscheint am Ende eine Lösung des Problems. Zum Beispiel auch, weil wir und die Konsequenzen viel schlimmer ausmalen, als sie sind – wir katastrophieren. Das beweisen auch wissenschaftliche Studien.

So arbeitet das Gehirn

Dazu haben die Psychologen Neil Roese & Jeff Kuban an der Universität von Illinois eine interessante experimenteelle Studien mit 200 Studenten durchgeführt. Sie ließen ihre Probanden Matheaufgaben rechnen und maßen dabei die Gehirnaktivität.

In einem ersten Durchgang gaben sie ihnen pro Aufgabe die realistische Zeitvorgabe von 15 Minuten. In einem zweiten Durchgang ließen sie pro Aufgabe, die wieder den gleiche Schwierigkeitsgrad besaßen, 30 Minuten Zeit, mit der Vorgabe, die Zeit voll auszunutzen, um eventuelle Rechenfehler auch im Detail auszumerzen.

Mehr Zeit heißt nicht besseres Ergebnis

Das Ergebnis: Durch die zusätzliche Zeit verbesserten sich die Rechenresultate im Vergleich zum ersten Durchgang nicht signifikant. Allerdings hatten die Forscher beobachtet, dass die Gehirne der Studenten umso hochtouriger fuhren, desto länger sich diese mit einer Aufgabe beschäftigten.

Zudem gaben fast alle Studenten im Nachhinein an, dass sie die Aufgaben im zweiten Durchgang schwerer fanden. Roese und Kuban schlussfolgerten, dass Menschen Aufgaben als grundsätzlich umso schwieriger wahrnehmen, je länger sie sich mit diesen beschäftigen. Sprich: Weniger ist mehr!

Grübeln macht Probleme schlimmer

Wenn man das auf unsere Situation überträgt heißt das: Je länger und ausführlicher wir über ein Problem nachgrübeln, desto schwieriger erscheint am Ende eine Lösung des Problems. Zum Beispiel auch, weil wir und die Konsequenzen viel schlimmer ausmalen, als sie sind – wir katastrophieren. Panik entsteht. Man bekommt noch mehr Angst.

Das ist schon ein Weg zur Lösung: Wenn man weiß, dass es nicht zwangsläufig zu einem besseren Ergebnis führt, sich mehr anzustrengen, kann man es auch sein lassen. Man kann sich diesen Mechanismus mit einem einfach Signal klar machen – also jedes mal, wenn man anfängt zu Grübeln, laut „Stopp!“ sagen. Oder ein Gummibändchen am Handegelenk befestigen und daran ziehen.

Einfach Abschalten & Enkatastrophieren!

Oder Einfach abschalten. Sport machen, der einen körperlich auspowert. Entspannungsübungen oder Yoga. Damit man seine Stresshormone wieder ins Gleichgewicht bringt.

Sich klar machen, dass die Sache vielleicht nicht so schlimm ist wie gedacht. Zum Beispiel auch sprachlich: Man neigt ja zu Übertreibungen wie „das ist alles total furchtbar“.Weil unser Gehirn aus Bequemlichkeit schnell mal eben kategorisiert, um neue Dinge schneller verarbeiten zu können.

Das Gehirn überlisten. Genau hinterfragen wo man jetzt genau das Problem sieht. Weniger Schwarz-Weiß-Denken. Den Problemberg, den man vielleicht vor sich sieht, aufteilen. Dadurch wird das Problem kleiner, man entkatastrophiert.


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    Eine sehr interessante Studie! Und ich kann das durchaus nachvollziehen – wenn man doppelt so viel Zeit hat wie man benötigt um ein Problem zu lösen, hat man leicht das Gefühl etwas übersehen zu haben (warum wäre man sonst so schnell fertig?). Den Tipp das Problem in kleinere Teile zu zerteilen halte ich deshalb für eine gute Idee.

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