Serie – Rhetorik von unten: Präsentier dich!

Heiratsantrag, Vorstandspräsentation, Erstkontakt mit A-Kunden: Was passiert? Richtig: Lampenfieber, Nervosität, Panik. Und das zu Recht: Wie wir uns präsentieren, weil wir uns eben präsentieren müssen, ist das in der Regel oft eher ungeschickt.

Es beginnt damit, dass sich viele gar nicht so recht trauen, sich als Person zu präsentieren. Wegen der Selbstzweifel: Bin ich gut genug? Habe ich wirklich was zu sagen?

Selbstvertrauen finden – nur wie?

Große Fragen. Die größten. Wie bekomme ich in 30 Sekunden ein unerschütterliches Selbstvertrauen? Vergessen Sie’s! Egal, was die Ratgeber sagen: Das gibt es nicht. Versuchen Sie nicht, unerschütterlich zu werden, sondern realistisch.

Sagen Sie sich: „Ich bin nicht Nobelpreisträger und keiner verlangt das von mir. Ich muss nicht alles wissen. Doch ich bin gut vorbereitet und habe was zu sagen. Und genau das sage ich. Das nehme ich mir heraus.“ Sie können sich den eigenen Expertenstatus auch durch einen Vergleich mit Ihren Ansprechpartnern sichern: „Ich weiß ganz sicher mehr über unsere Produkte als unsere Kunden!“

Sich nicht selbst klein reden!

Ein klassischer Anfangsfehler: sich klein reden. „Ich bin ja nur der/die …“ Viele wollen so die Zuhörer gnädig stimmen. Das geht nach hinten los. Die Zuhörer denken bloß: Schwach!

Dasselbe denken sie übrigens über das andere Extrem: Wenn der Präsentierende sich als Oberlehrer profiliert. Das erkennt jeder Zuhörer als blanke Unsicherheit. Reden Sie gar nicht über Ihren Status! Sagen Sie einfach nur, welche Funktion Sie ausüben und worüber Sie sprechen möchten. Das reicht.

Nur kein Fachchinesisch!

Häufigster rhetorischer Präsentationsfehler: Fachchinesisch, Expertenkauderwelsch, Schachtelsätze. Gehen Sie nicht vom Thema aus, sondern von den Zuhörern: Was bewegt diese? Was sind ihre Fragen, Interessen, Probleme, Wünsche?

Fragen Sie das die Leute am besten selbst; vor der Präsentation. Und dann bauen Sie diese Wünsche und Interessen in Ihre Präsentation ein. Die Aufmerksamkeit der Zuhörer wird Ihnen gewiss sein: Jeder hört gerne zu, wenn man von ihm redet.

Lebhaft bitte!

Wie schaffen Sie es, ein Sachthema nicht nur sachlich, sondern inspirierend rüberzubringen? Das ist eine Frage, die sich nur wenige stellen. Deshalb sind Präsentationen so oft langweilig. Schon die Frage selbst führt Sie auf die richtige Spur von Praxisbeispielen, lebhaften Vergleichen, beeindruckenden Zahlen, anschaulicher Visualisierung …

Und bitte: Nicht vorlesen! Sie halten keine Vorlesung und lesen auch aus keinem Prospekt vor. Sprechen Sie so umgangssprachlich wie möglich (in der Umgangssprache Ihrer Zuhörer, natürlich). Das signalisiert den Zuhörern, dass Sie die Materie durchdrungen haben. Und genau diese Wirkung wollen Sie erzielen.


Praxis erfolgreicher Mitarbeiter-Motivation: Vom Tribünen-Hocker zum Stammspieler

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Perfekt inszenieren – Teil 4: Ins Rampenlicht durch Prägnanz & Metaphern

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Schlagfertigkeit ist, was einem hinterher einfällt: Ohne Keule im Meeting-Raum

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