Serie – Berufs- & Lebensbilder weltweit im Wandel: Ballon-Fahren als Lebens-Philopsophie!

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Anke hat ja letztes Jahr hier im Blog von ihrer Weltreise über die Lebens-Einstellung junger Menschen berichtet. Weil das Interesse an der Serie groß war und ich nun Sponsoren dafür gefunden habe, kann ich hier weitere spannende Lebens-Entwürfe vorstellen. Zum Beispiel den von Max, den ich in der Provence (Frankreich) traf und der als Ballonfahrer dahingeht, wohin es ihn verschlägt.
Berufebilder  by Simone Janson012


Eigentlich hat er Ingenieurwissenschaften studiert. Seine Mutter wartet heute noch darauf, dass er sesshaft wird und sich einen “richtigen” Job sucht. Aber dafür ist jetzt wohl ein wenig spät, meint er lakonisch. Und verrät uns, dass er gerade heute 40 wird.

Die Leidenschaft zum Job gemacht!

Max ist Ballonfahrer aus Leidenschaft. Die Gegend über Forcalquier im Department Alpes de Haute Provence, über die wir fliegen, scheint er im Schlaf zu kennen. Jeden Berg und jeden Ort kann er uns nennen.Wie lang er schon hier ist, wollen wir wissen. „Drei Wochen,“ sagt er.

Die Region hat er mit 3-D-Karten auswendig gelernt. Max nimmt seinen Job ernst – er ist für ihn Leidenschaft und Lebensinhalt zugleich. Familie hat er nicht. 10 Jahre lang war er verheiratet. Aber seine Frau hat das unstete Leben eines Ballonfahrers nicht mehr ertragen.

Provence, Tansania, Beatles

Bevor er in die Provence kam, war Max in Sri Lanka. Fünf oder Sechs Jahre lang ist er im Sommer in Deutschland gefahren, oft über Bonn. Vier Winter hat er in den Alpen verbracht, meist in Gstad. Einmal war er in Australien und Neuseeland.

Demnächst hat er wahrscheinlich einen Job in Tansania. Manchmal, wenn es keine Jobs gibt, hängt er auch nur herum. Sein kuriosestes Erlebnis: Einmal landete er versehentlich auf dem Grundstück von Ex-Beatle Ringo Starr. Doch der habe das “ganz cool” gefunden und sogar ein Foto von ihm, Max, gemacht.

Beim Ferienjob die Leidenschaft geweckt

Das Unstete wurde Max bereits in die Wiege gelegt: Geboren ist er in Südafrika, dort hat er auch die Schule begonnen. Dann aber gingen seine Eltern zurück ins Englische Stansed.

Dort hat er auch studiert. Während der Sommerferien hat er vor 20 Jahren bei einem Ballon-Unternehmen angeheuert – zunächst als Equipment-Träger. Über Siena in der Toscana ist er zum ersten mal mitgeflogen und wurde von der Leidenschaft gepackt.

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Leben wie eine Ballonfahrt

Seitdem ist sein Leben selbst wie eine Ballonfahrt: Immer abhängig davon, wie der Wind sich gerade dreht. Er weiß nie, wohin es ihn verschlägt. Genau das ist es, was er am Fliegen mag. Stillstand findet er langweilig. Sozusagen ein mobiles Leben unter Extrem-Bedingungen.

Das mag mancher für verantwortungslos halten. Oder für eine Flucht vor sich selbst. Ich finde, es gehört sehr viel Mut dazu, so loszulassen, um die eigene Leidenschaft und den Wunsch nach Freiheit so bedingungslos auszuleben. Und es ist auch eine extreme Anpassungsfähigkeit erforderlich, weil man immer wieder mit neuen Gegebenheiten klar kommen muss.

Weniger Zufall, als man denkt

Dabei ist das Ballonfahren selbst viel weniger dem Zufall unterworfen, als man denkt. Denn Max kann auch steuern, indem er den Ballon auf- oder absteigen lässt. In unterschiedlichen Höhen herrschen unterschiedliche Luftströme.

Die Provence, verrät er uns, ist kein einfaches Gebiet, der Mistral ist tückisch. Genau deshalb sind Professionalität und Erfahrung gefragt.

Harte Arbeit, viel Erfahrung

Und auch das ist ein wenig so wie im Leben: Wer seine Leidenschaften auch gegen Widerstände verwirklichen will, muss hart arbeiten und viel lernen. Und man darf keine Angst auch vor dem Auf und Ab des Lebens haben.

Denn nur mit der nötigen Erfahrung kann man auch unter widrigen Umständen intuitiv richtig reagieren. Und man ist auf die zufälligen Strömungen entsprechend vorbereitet.

Max in Aktion

Wie sieht die Ausbildung aus?

Gut 5000 professionelle Ballonfahrer gibt es weltweit. Die wenigsten arbeiten in dem Land, aus dem sie stammen. Wer nur für den Privatgebrauch fliegen will, braucht 16 Flugstunden.

Wer Passagiere mitnehmen will, braucht mindestens 100 Stunden. Und für die Versicherung muss man mindestens 500 Stunden selbst geflogen sein. Ein billiges Vergnügen ist das nicht: Gut 25.000 Euro hat Max in seine Ausbildung investiert.


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