Meine Präsentation Master and More Messen 2011: Jobsuche mit Social Media

Am 24., 26. und 29. November habe ich in Berlin, Münster und Stuttgart jeweils einen Vortrag zur Jobsuche mit Social Media für Geisteswissenschaftler gehalten. Dies hier ist die Präsentation dazu.


Der erste Vortrag ist in Berlin über die Bühne gegangen: Aus meiner Sicht passierte wenig überraschendes. Noch immer vergleichsweise wenig Studierende und Absolventen sind bei Twitter, aber nahezu alle sind bei Facebook. Nur die wenigsten nutzen aber Facebook für den Beruf. Viele sind auch bei Xing.

Interessant fand ich den Einwand einer Teilnehmerin, die m.E. perfekt die Situation von Geisteswissenschaftlern beschreibt. Sie fragte: “Woher soll ich denn wissen, dass der mit mir reden will?” Genau das ist die Sache: Wenn ich nichts tue und einfach davon ausgehe, dass man sich nicht für mich interessiert – wie soll das dann klappen?

Wobei Social Media sicher nicht das Allheilmittel ist, sondern eine Möglichkeit, selbst aktiv zu werden, statt immer nur als Bittsteller um einen Job zu agieren.

Update: Weitere Diskussionen erwünscht

Ich freue mich über weitere Diskussionen/Anregungen hier im Blog – gerne auch Anonym!

Weitere Informationen:

An dieser Stelle möchte ich noch auf meine Seite beruf-suchen.de verweisen, auf der Sie Lebenswege von Menschen nach Fächergruppen sortiert finden – sowie auf meine aktuellen Bücher zum Thema:
Nackt im Netz: Wenn Social Media gefährlich wird
Der optimale Berufseinstieg: Perspektiven für Geisteswissenschaftler


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15 Kommentare  » Diskutieren Sie mit - hier oder in Social Media


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  1. Pingback: Leser-Bitte: Entfernen Sie bitte den Realnamen | Berufebilder by Simone Janson

  2. Hallo Philipp,
    schön, dass das mit dem Foto jemand macht. Der Social Media Berater war zu faul dafür. Was die Benachrichtigung angeht: Hast du auf die Bestätigungs-E-Mail geklickt? Das fordert leider das dt. Recht von mir. Übrigens kann man die Kommentare auch als RSS abonnieren.

    Die Aussage mit der Looser- und Verlierermentalität finde ich ziemlich treffend: Ich habe auch solche Professoren erlebt bzw. davon gehört (“Sie werden ja eh alle arbeitslos” oder “Berufsaussichten? Taxifahren!”). Wie soll das denn aber gehen, wenn Leute, die selbst nur den Hochschulbetrieb kennen, Leuten für den Berufsstart Tipps geben sollen. Ich habe mich kürzlich mit dem Professor eines Medienwissenschaftlichen Studiengangs unterhalten, der meinte, er wisse nicht, was er den Leuten heute für den Arbeitsmarkt von morgen mitgeben solle. Ich glaube daher, das solche Aussagen aus einer Mischung zwischen Verzweiflung, Unwissenheit und Ignoranz resultieren. Und weil man die Leute schonmal auf Ihre miesen Chancen vorbereiten will.
    In anderen Fächern werden die Leute übrigens mit großem Ego ausgestattet und liegen dann hinterher genauso auf der Schnauze – auch schon erlebt.

    Sprich: Klagen über die doofen Lehrer hilft nicht, man muss sich einfach auch selbst kümmern, sich interessieren, Möglichkeiten suchen und Kontakte knüpfen – je früher man damit anfängt, desto besser.

    Hinter der von dir dargestellten Beobachtung, dass man nur mit niveaulosen Banalitäten erfolgreich sein kann, steckt aber auch schon wieder ein Stück geisteswissenschaftliche Arroganz – die oft die Kehrseite der Loosermentalität ist, nach dem Motto: Wir finden zwar keinen Job, aber wenigstens sind wir intelligenter als die anderen…

    Davon abgesehen stimmt das auch so nicht: Klar hat das niveaulose Zeug oft erstmal mehr Klicks, aber mittlerweile stelle ich selbst fest, dass es langfristig mehr bringt, auf etwas mehr Niveau zu setzen und sich selbst treu zu bleiben. Nur dann z.B. nicht seitenlange Abhandlungen zu schreiben, sondern Dinge treffend auf den Punkt zu bringen.
    Das Leuten eher leichtverdauliche Kost gefällt, scheint mir einerseits menschlich, andererseits aber auch ein Bildungsproblem – Auch dazu gibt es Ansätze:

    Was die konkrete Frage nach dem Erreichen von Öffentlichkeit angeht kann man letztlich auch gleich fragen: Wie werde ich erfolgreich? Es gibt kein Patentrezept. Was mir geholfen hat: Eigene, auch mal kontroverse Meinung vertreten, was Mut kostet, Handwerkszeug (Design im Blog, technische Hilfsmittel, Suchmaschinenoptimierung), schauen was die Leser wollen und bei allem der richtige Mittelweg. Mit das wichtigste aber sind gute Kontakte. Hilfreich ist z.B. auch neben dem eigenen Blog noch in anderen Medie zu veröffentlichen. Und: Das ganze kostet unglaublich viel Zeit, ich war hier manchmal schon mehrere Wochen am Stück zu gange.

    Hier noch ein paar weitere Tipps zum Thema:
    http://www.robertbasic.de/2010/04/sein-eigenes-blog-nach-vorne-bringen-aber-wie/
    http://dennis-wisnia.de/wordpress/2011/03/wie-macht-man-sein-blog-bloss-erfolgreicher/

    http://www.onlinelupe.de/rund-ums-bloggen/10-dinge-die-gute-und-erfolgreiche-blogger-ausmachen/

    1. Hi Simone,

      danke nochmal. Ja, hmm, das mit der Arroganz kann schon stimmen. Ich denke, es ist sowieso schwierig, irgendwas noch “objektiv” zu sehen, weil man ja doch die Eindrücke selektiv wahrnimmt, die einem ins eigene Weltbild passen. Wenn man das hin und wieder noch selber mitkriegt, ist das ziemlich erschreckend. Vielleicht entwickelt man mit zunehmender Erfahrung eine Ignoranz, weil man meint, man würde es besser wissen. Ist ziemlich schwer, dagegen anzukämpfen, weil man sich wohl nicht die Illusion zerstören möchte, Sicherheit im eigenen Urteil zu haben. Denn das sorgt für so herrliche Zufriedenheit.
      Also ich meine das z.T. zynisch. Es ist ja wirklich so, natürlich nicht gut, aber genausoschlecht – finde ich zumindest – sich immer dem anzupassen, von dem man meint, es wäre die Allgemeinheit, oder der Durchschnitt. Ich fänd’s für die eigene Zufriedenheit/Wunsch nach “Selbstverwirklichung” (was man davon halten mag, ist eine andere Frage…) ziemlich gut, wenn man ne Arbeit macht/etwas schreibt, ohne ausschließlich am kommerziellen Erfolg/der Reichweite gemessen zu werden. Aber das ist dann wahrscheinlich Luxus.

      1. Hallo Philipp,
        es geht natürlich nicht nur um kommerziellen Erfolg oder Reichweite, du kannst auch mit einigen wenigen Beiträgen gezielt die richtigen Leute ansprechen. Allerdings muss man dich dafür erstmal kennen.
        Und richtig: Wenn du dein Geld mit etwas anderem verdienst, kannst du ja für dich selbst bloggen und schauen was passiert.
        Simone

  3. Frau Janson/Simone,

    leider hatte ich gestern keine Zeit, um Ihnen ein paar Fragen zu stellen.
    Ich persönlich studiere im geisteswissenschaftlichen Bereich (Geschichte/Philosophie) weil ich der Überzeugung bin, dass es noch Dinge gibt, die sich nicht auf 140 Zeichen beschränkt erläutern lassen. Sicher wird auch genug geschwätzt, und ich habe das ermüdende Geschwurbel, das gesteigerte Intelligenz simulieren soll, auch mehr als satt, glauben Sie mir. Trotzdem wäre es dem ein oder anderen Thema sicher angemessen, dafür passende Ausdrucksformen zu finden, und die liegen m.M.n. nicht in der Statusmeldung über den Lieblingsverein.

    Aber ich habe ihre Botschaft verstanden. Trotzdem ätzt es mich etwas an, dass man seine Persönlichkeit öffentlichkeitswirksam inszenieren muss/sollte, um auf sich aufmerksam zu machen. Diese Lärmerei mancher Leute macht sie für mich nicht gerade interessanter, ich empfinde das im Gegenteil als äußerst penetrant.
    Naja und für mich persönlich gilt: Anstatt alles unreflektiert mitzumachen, überlege ich mir, ob diese Entwicklung wirklich so “fortschrittlich” ist und ob man das befeuern will. Die sozialen Medien suggerieren vielleicht eine wider and improved social community, aber praktisch und im völlig analogen [Nicht-]Umgang scheint es mir (!), als würde die meisten egozentrischer denn je durch Leben gehen; und ich frage mich, ob zwischen diesen beiden Entwicklungen (zum einen nachweisbar, zum anderen subjektiv wahrgenommen) ein Zusammenhang besteht.
    Ich hab grad einige Ideen aber die 140 Zeichen sind schon längst überschritten ;-)

    1. Hallo Philipp,
      gerne Du ;-) (gilt auch für alle anderen).
      Na zumindest hast du schonmal ein Gravatarbild, das ist mehr als so mancher (selbsternannte) Social-Berater vorweisen kann. Geschicht habe ich übrigens auch studiert…
      Ich bin nicht sicher, ob die Botschaft angekommen ist (siehe Antwort auf Ellen). Die Botschaft war nicht: Macht Euch mit Eurem Privatleben interessant. Die Botschaft war: Kommt raus aus dem passiven Gejammere (ich finde keinen Job, das Unternehmen will nicht mit mir reden) und werdet selbst aktiv. Irgendwie. Es muss ja nicht Twitter sein, wenn Xing einem mehr liegt. Oder doch vielleicht der eigene Blog?
      Du hast Ideen und du hast eine Meinung? Super! Aufschreiben. Ein eigenes Blog machen (für die Themen, bei denen 140 Zeichen nicht reichen). Artikel in anderen Medien veröffentlichen. Mitdiskutieren. Nur: Ohne Marktschreierei und ein wenig (oder mehr) technisches Know How wird es m.E. schwierig, gehört zu werden. Und da stehen wir vor dem typischen Geisteswissenschaftler-Dilemma: Eigentlich hat man super Ideen, aber man ist sich zu fein, sich zu vermarkten und am Ende ärgert man sich, dass nur Leute gehört werden, die vielleicht nichtmal die tollsten Ideen haben. Nur: Wie soll sich dann jemals etwas ändern?
      www.berufebilder.de/karriere/selbstmanagement/serie-schwaetzer-haben-die-besseren-karten-mach-karriere-im-system-und-tue-gutes/

      Du bist angeäzt? Raus damit! So mancher im Internet übrigens auch angeäzt – von den Geisteswissenschaftlern: mspr0.de/?p=2378 (spannende Diskussion auch).
      Ich bin übrigens auch angeäzt (und bin jetzt mal bewusst etwas polemisch):
      Von Unternehmen und Personalern, die Geisteswissenschaftler bei der Bewerbung oft einfach aussortieren, weil sie irgendwie unbequem sind und nicht ins Schema passen.
      Und von Absolventen, aber vor allem auch Professoren und Hochschullehrern, die Pflichtschuldig sagen “ja klar, wir sind nichts wert” um sich dann in einer Art merkwürdigen Trotzreaktion stur auf ihren Elfenbeinturm zu konzentrieren. Und mit einer solchen Einstellung kommen die Studenten dann auf den Arbeitsmarkt.
      Ich bin angeäzt von einer Gesellschaft, in der hochintelligente Leute, die die ständige Selbstvermarktung und noch einige andere Dinge eher kritisch betrachten, deshalb dann auch wenig verdienen (wie wenig zum Teil zeigt Katja Kulmann: www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/lesezeit/154831/index.html), während Leute, die eher wie Marktschreier durchs Leben gehen, die dicken Gehälter einfahren (was ihnen häufig dann auch mehr Macht verleiht).

      Ich übertreibe bewusst. Will aber sagen: Ich sehe bestimmte Aspekte durchaus auch kritisch. Dennoch ist Social Media und der damit verbundene gesellschaftliche Wandel die für mich bisher beste Lösung für das beschrieben Dilemma. Z.B. weil Geisteswissenschaftler hier mit Kommunkation viel erreichen und nicht schon an der Hürde, nicht das passende Studiert zu haben scheitern. Das heißt nicht, dass es nicht noch eine bessere Lösung gäbe. Wenn du Ideen hast, dann her damit.

      1. Hi Simone!

        Bin grad einfach mal zufällig hier vorbeigeschneit, um zu gucken, ob weitere Kommentare auf deinen Artikel darniedergerieselt sind! :D Die automatische Benachrichtung scheint bei mir nicht funktioniert zu haben, was soll’s. Ich glaub mit technischen Fragestellungen kann ich trotzdem umgehen, die Richtung “Geistesschwurbelschwurbel” war für mich niemals alternativlos und TROTZ des schlechten Images habe ich mich dazu bewusst entschieden…wenn ich mir dir Frage stelle, warum, werd ich wohl wieder unfreiwillig komisch… :P

        Speaking of images: in die Untiefen der Gravatars bin ich unmittelbar vorm Kommentieren eingetaucht, angestupst von dem Hinweis da ↓.

        Ja, also du hast einige gute Punkte genannt, zu denen ich eigentlich auch nicht viel Fruchtbares beitragen kann, außer Bestätigung und eigene Erfahrungen. Ich denke auch, dass beim Vortrag dann etwas die “Intention der Vortragenden” ;) verloren ging, entweder waren die Geisteswissenschaftler geistig nicht flexibel genug oder sie haben sich ganz ungeisteswissenschaftlich doch von einem schnellen Urteil leiten lassen.
        Es ist definitiv so, dass in diesem “Mileau”, ja, ich sag’s mal unverschämt ehrlich, ne Loser- und Verlierermentalität herrscht, die zwar auch viel von außen auferlegt wird – man kennt die Rechtfertigungsversuche gegenüber der fürsorglichen Verwandtschaft! – aber deswegen noch lange nicht akzeptiert werden muss, so schwer das auch klingt.

        Und oft spielt dann noch die sog. “selbsterfüllende Prophezeiung” mit. Naja letztendlich wird keiner dazu gezwungen, so ein Studium durchzuziehen, ich denke, einige Zweifler haben [berechtigte] Sorgen was das für ihre Zukunft und ihren Geldbeutel bedeutet, trotzdem ist in einigen Fällen ein Ende mit Schrecken besser als andersrum.

        Ich sag mal so: mich interessiert Publizistik und ich habe trotzdem oder vielleicht deswegen noch den Humor, das ein oder andere locker zu sehen. Ja, ich hatte sogar das unverschämt freche Vergnügen, Arbeitserfahrungen im Rundfunk und [öffentlichen!] Fernsehen zu sammeln, und, naja…das war ziemlich ernüchternd, die Prioritäten, die da herrschen, also nicht, was man unbedingt erwarten würde. Am Schlimmsten fand ich eigentlich auch hier wieder das Gemoser mit den Verhältnissen, z.T. durchaus nachvollziehbar, aber eben auch unfassbar, dass ein System bestehen bleiben kann, in dem die Mehrzahl der Teilnehmenden unzufrieden sind – und von denen man dann natürlich auch kein Engagement erwarten kann.
        Letztendlich schade um das Potential und die Stärken von jedem einzelnen, die da auf der Strecke bleiben.

        Naja, was hätte man denen/uns sagen können…ihr seid alle Weichpupen, und jetzt kneift mal jeder seinen Sitznachbar. Geht leider auch nicht. Es ist halt schon etwas traurig, dass man die Aufmerksamkeit eines breiten Publikums vor allem durch Schreckensmeldungen oder Heilsversprechungen gewinnen kann. Mit zweifelhafter Seriosität.

        Auf der anderen Seite – das stimmt eben auch – die kompensierte Sinnlosigkeit, die im Erforschen allgemein unrelevanter Fach- und Spezialfragestellungen zu Tage tritt. Oder eben auch nicht. Ein bisschen Weltfremdheit darf man einigen Hochschulmitarbeitern schon unterstellen, und da sein Seelenheil zu suchen – fänd ich für meine Person auch ziemlich arm.
        Den “besten” Spruch, den ich in dem Zusammenhang gehört habe, der kam von einem Dozenten: “Wir Geschichtswissenschaftler, seien wir doch ehrlich zu uns: wir machen das, weil wir uns in der Gegenwart nicht so wohl fühlen, und leben lieber in der Vergangenheit” – das war so ungefähr der Duktus, und nicht mal ironisch.
        äääähm….nein. HILFE!

        Gut, also ich bleib mal dran, hab alle möglichen Links von dir abgrast und schau mir das nach und nach durch. Bin jetzt dann auch ein halber von den 11Millionen Klicks oder was auch immer, zu deiner Seite.

        Achja, vielleicht noch was zum Schluss: Mich interessiert in dem Zusammenhang wahnsinnig, was eigentlich Öffentlichkeit ausmacht, wie man die erreicht und schafft, und zwar über die naheliegenden Antworten (Brüllaffe und sanftes Niveau) hinaus. Ich beoachte beim scheinheilig kritisierten, aber gerne genutzen Facebook doch mit großem Interesse, wie die guten Posts untergehen und die neuesten und peinlichsten Popovideos und “ich geh jetzt schlafen”-Statusmeldungen “geliked” werden. Dem Zusammenhang versuch ich noch auf die Schliche zu kommen – wird sicher eine hochkomplexe Theorie aus reinstem Mammutelfenbein.

  4. Meine Pr äsentation Master and More Messen 2011: Jobsuche mit Social Media #Business
    Kommentiert auf Twitter ID:EZp2Ewst

    1. Hallo Emma,
      Ich freue mich über weitere Fragen und Diskussionen. Schreiben Sie einfach einen Kommentar.
      Ich bitte ggf. um etwas Geduld, da ich Samstag noch in Münster und Montag/Dienstag in Stuttgart unterwegs sein werde.
      Viele Grüße
      Simone Janson

      1. Meine Nachfrage nach dem WIE der Kontaktaufnahme dient schon mal als spitzen Aufhänger für meinen Kommentar. Warum ist es mir unangenehm, mich mit meinem Namen in einem Blog identifizierbar und eventuell angreifbar zu machen? Die typische Misere also, die sie auch gestern thematisiert haben. Was gibt man preis, was nicht?

        Meine erste Begegnung mit Social Media und Facebook habe ich im Ausland, vor ca. 4 Jahren gemacht, als in Deutschland noch niemand davon gesprochen hat. Und um eines klarzustellen, ich war und bin ungemein fasziniert davon. Ich blogge selbst, bin bei Twitter und Facebook aktiv, da ich begeistert davon bin, wie schnell man mit Menschen in Kontakt kommt und wie einfach man an Informationen gelangt (Netzwerkbildung), die einen wirklich interessieren. Nur einen letzten Schritt bin ich noch nicht gegangen, Blog und Profile mit meinem richtigen Namen zu bespielen. Ich trage also ein Pseudonym und komme somit dem Bedürfnis meiner Privatsphäre nach.

        Ihr Vortrag hat mich wirklich fasziniert, besonders die Idee des positiven Reputationsmanagments. Sich selbst als Marke positiv im Netz zu etablieren und dadurch Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu gewinnen, klingt verlockend. Die Idee ist mir nicht neu, doch der Vortag gestern hat mich seitdem dazu bewegt, über meine Identität im Netz erneut nachzudenken. Vor allem darüber, welche Chancen mir entgehen, wenn ich weiterhin anonym bleibe. Ich stehe am Anfang meines Berufslebens (Geisteswissenchaftler) bin vielseitig interessiert, blogge über Themen, die mit meiner jetzigen Arbeit (bisher!) nichts zu tun haben. Die Möglichkeit aber, eventuell neue Chancen für Karriere oder Lebenweg zu bekommen, sollte man diese “verschenken”? Nur weil man an alten Strukturen festhält und sich kramphaft an seine Privatsphäre klammert (typisch deutsch), oder sollte man der Entwicklung rein positiv, aber vielleicht auch zu unreflektiert entgegentreten (wie viele Amerikaner- dies ist natürlich ein Klischee)?

        Ich habe zudem noch ganz praktische Fragen an sie:

        1) Würden sie es als Trend bezeichnen der sich etablieren wird, dass Personaler in sozialen Netzweken nach potenziellen Arbeitnehmern suchen? Ich hatte den Eindruck, dass es sich eher noch um “Einzelfälle” handelt.

        2) Was halten sie von einem Neustart im Netz. Ich gebe ihnen ein Beispiel: ich blogge unter einem Pseudonym, unter diesem habe ich natürlich schon Fans und Follower, es ist also schon als “kleine” Marke etabliert. Würde der Wechsel zum “richtigen Namen” nicht auch zu einem Verlust der Marke führen?? Ich denke da an den Wechsel von Verona Feldbusch, zu Verona Poth :))) Es ist doch immernoch die Feldbusch, oder??

        3) Nehmen wir den Fall an, man möchte aus rein privaten Beweggründen mit einer Person der Vergangenheit abschließen, und man möchte auch nicht, dass diese weiß, wo man lebt/ was einen bewegt?? Diese kann jedoch mit der Offenlegung des Namens ihr Leben wieder mitverfolgen.

        Das Thema bewegt und ist ungemein spannend, ich danke ihnen für den gestrigen Vortrag und wünsche ihnen gute Besserung.

        Herzliche Grüße, Emma

        1. Hallo Emma,
          Danke für Ihren Kommentar. So sehr mich das positive Feedback freut, so schwierig finde ich das Verb faszinieren – mir geht es doch vor allem darum, Denkanstöße und Ideen zu liefern. Das zeigt mir, zusammen mit dem negativen Feedback, das es auch gab, wie sehr dieses Thema doch polarisiert – und dass ich es bei dem Vortrag wohl versäumt habe, die Zuhörer entsprechend abzuholen – z.B. indem ich deutlicher klar gemacht habe, dass es natürlich auch Schattenseiten gibt. Typisches Problem wenn man sein Thema im Kopf hat und glaubt, die Zuhörer könnten den Rest schon irgendwie dazuassozieren.

          Da Sie das Thema Anonymität & Privatsphäre interessiert, möchte ich Ihnen einige Links schicken, da dieses Thema sehr heftig, teils polemisch, teils theoretisch diskutiert wird:

          Erstmal hier ein Sammelband der Heinrich Böll Stiftung mit einem guten Überblick über die verschiedenen Positionen: www.boell.de/downloads/2011-04-public_life.pdf

          Anne Roth wurde durch ein Missverständnis Opfer staatlicher Überwachung und hat ihre gesamte Privatsphäre eingebüst:
          http://www.freitag.de/politik/1142-bitte-recht-freundlich
          Ihr hat es geholfen, ihre entsprechenden Erfahrungen dann wieder öffentlich zu machen:
          (Das ist natürlich nicht die Schuld von Social Media, zeigt aber wie das ist).

          Und es gibt eine Art Gegenpol, sie sogennannte Post-Privacy-Bewegung oder datenschutzkritische Spackeria (entsprechend googeln) – dazu ein kritisch-neutraler Artikel hier: http://antjeschrupp.com/2011/11/09/mein-problem-mit-post-privacy/ oder auch S. 74 im o.g. Sammelband.

          In Ihrem Fall finde ich interessant, ob Sie sich tatsächlich anonym im Netz bewegen oder nur ein Pseudonym benutzen (S. 103 im Sammelband) und die Frage ob wirkliche Anonymität tatsächlich erreicht werden kann (S. 87 im Sammelband).

          Tatsächlich ist eine Namensänderung, wenn Sie sich bereits eine Reputation aufgebaut haben, nicht ganz einfach: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2011-05/online-selbstvermarktung/seite-1

          Und spontan stellte ich mir die Frage, ob Sie Klarnamen und Pseudonym nicht einfach etwas mehr miteinander verknüpfen können, wie so viele das tun (Hier mal ein Kommentar zur Diskussion um die Klarnamenpflicht bei Google+ http://www.plomlompom.de/PlomWiki/plomwiki.php?title=PseudoFest)

          Was die Nachverfolgbarkeit des eigenen Lebens durch bestimmte Personen angeht: Wenn das ein Problem darstellt, muss man es lassen. Man sollte sich aber vielleicht auch fragen, ob sich verstecken eine Lösung des Problems darstellt. Und generell muss man Kosten und nutzen gegeneinander abwägen und sich dann entscheiden.

          Diese Entscheidung wird übrigens häufig dann doch eher emotional als rational getroffen, stelle ich immer wieder fest, auch bei mir. Ich persönlich würde meine Meinung zu der Sache als “im Fluß” bezeichnen, daher möchte ich auch keinen Rat geben. Generell bin ich sehr offen, auch außerhalb von Social Media (daher gefällt mir das ja so gut!) und habe mit dieser Offenheit eher gute als schlechte Erfahrungen gemacht: Man bekommt doch immer eine Menge zurück. Andererseits gibt es die schlechten Erfahrungen aber auch (auch in Social Media) und die lassen mich zwischenzeitlich immer wieder etwas zurückhaltender werden.
          Generell bin ich aber der Ansicht, dass man Angst nicht zum Motor seines Handelns werden lassen sollte, obwohl natürlich ganz ohne Angst auch leichtsinnig ist. Und dass wir im digitalen Zeitalter einfach auch mal neu über bestimmte Wertvorstellungen diskutieren müssen (sehr schöner Blogpost dazu hier auch .

          So, nun hoffe ich, das waren nich zu viele und zu abschreckende Zitate, aber das Thema ist nun eben leider etwas komplexer und lässt sich nicht mit einfachen Lösungen beantworten.
          Danke jedenfalls für die gesundheitlichen Wünsche – das kann ich wirklich brauchen ;-)
          Viele Grüße und viel “Spaß”!

  5. #Präsentation: #Jobsuche mit Social Media by Simone Janson
    Kommentiert auf Twitter ID:UBL42vsw #SocialMedia #Geisteswissenschaftler

  6. Meine Präsentation Master and More Messen 2011: Jobsuche mit Social Media: Jobsuche mit Social Media für Geistes…
    Kommentiert auf Twitter ID:vkNUWi7t

  7. #Blogpost Meine Präsentation Master and More Messen 2011: Jobsuche mit Social Media
    Kommentiert auf Twitter ID:r3msaf5f

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