Mein Essay bei changeX Genossenschaften als Rechtsform für das Internetzeitalter – Teil 3: Unterschiede zwischen AG & eG

Die ganze Serie → lesen!

Genossenschaft
Eine Genossenschaft ist gar nicht so antikapitalistisch, wie sie auf den ersten Blick daher kommt. Zum Beispiel hat sie einiges gemein mit einer Aktiengesellschaft. Aber es gibt auch einige elementare Unterschiede. Was ist nun das bessere System?

Sagen wir mal so: Die Eichborn-AG, die diese Rechtsform gewählt hatte, um von großen Verlagshäusern unabhängig zu sein, hat vor kurzem Insolvenz angemeldet. Die TAZ als Genossenschaft funktioniert weiter und fährt als eines der wenigen Medienhäuser in Deutschland Gewinne ein. Wo aber liegen die Unterschiede zwischen beiden Rechtsformen?

Unterschied zur AG

Der essentielle Unterschied zwischen AG und eG (eingetragene Genossenschaft) besteht darin, wie der Anteilseigner seinen Einfluss ausüben kann. Bei der AG ist das Stimmrecht an die Aktie gekoppelt. Den größten Einfluss hat also, wer die meisten Aktien besitzt. Gut erkennbar ist dieses Prinzip bei den Hauptversammlungen der großen deutschen Aktiengesellschaften.

Ein Beispiel: 6.000 Kleinaktionäre stimmen bei einer Beschlussfassung mit nein. Ein Aktionär aus der ersten Reihe stimmt mit ja. Der Versammlungsleiter verkündet daraufhin, dass der Beschluss angenommen wurde. Der Herr aus der ersten Reihe vertritt eine Gesellschaft, die 91 Prozent der Aktien hält.

Wie funktionieren Genossenschaften

Genossenschaften funktionieren anders – wie, das ist im Genossenschaftsgesetz genau festgelegt: Mehrere Menschen beteiligen sich finanziell an einem Unternehmen; jeder zahlt eine Einlage, deren Höhe durch die Satzung festgelegt wird. Dafür ist kein Notar notwendig, nur eine Beitrittserklärung. Die Geschäftsanteile der Genossenschaften werden nicht gehandelt.

Eine Genossenschaft ist damit so gut wie unverkäuflich. Wer kein Mitglied mehr sein will, erhält, sofern es keine Verluste gab, nach einer Austrittserklärung sein Geld wieder. Außerdem gilt der Grundsatz, dass jedes Mitglied eine Stimme hat, unabhängig von der Höhe der finanziellen Beteiligung.

Möglichkeit der Mitwirkung

Wie keine andere Rechtsform bieten genossenschaftliche Unternehmen daher die Möglichkeit der Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitverantwortung, sie gehören ihren Mitgliedern. Darin liegt auch der Grund für das besonders positive Image, das Genossenschaften genießen.

Sie gelten gemeinhin als solide, seriös und bodenständig. Die Zahlen untermauern das noch: Die Insolvenzquote liegt bei sensationellen 0,4 Prozent.

Weltfremde Idealisten?

Aber Genossenschaften sind kein Geschäftsmodell für weltfremde Idealisten: Sie sind zwar ähnlich demokratisch strukturiert wie Vereine, im Gegensatz zu diesen arbeiten sie aber in der Regel weder gemeinwirtschaftlich, noch sind sie gemeinnützig tätig. Sie dienen den eigenen wirtschaftlichen Interessen.

Als einzige Unternehmensform hat die Genossenschaft einen klar umrissenen gesetzlichen Auftrag, nämlich die Förderung ihrer Mitglieder. Es geht nicht um reine Geldvermehrung und möglichst hohe Renditen. Vielmehr ist das Ziel, im Zusammenschluss mit anderen etwas zu bewirken und eine gewisse Marktmacht aufzubauen.

Dank dieser Strukturen könnte die als altmodisch verschriene eG bald eine Renaissance erleben: Denn auch wenn sie ihre Wurzeln im 19. Jahrhundert hat und viele zunächst an ihre Großeltern denken, wenn sie Genossenschaft hören – eigentlich ist die eG die ideale Rechtsform für das Internetzeitalter.


Konkurrenz nutzt Anti-Amazon-Diskussion: Schmetterlinge & Fairer Handel

Simone | Janson, 12. 03. 2013:

Über die Geschäftspraktiken von Amazon wurde ja in der Vergangenheit viel diskutiert. Doch während die einen noch klagen, dass man gegen den Internetriesen politisch vorgehen müsse, haben findige Unternehmer – Zufall oder nicht – Konzepte entwickelt, um Amazon die Marktführerschaft … Weiterlesen →


Über den Unsinn von Innovations-Feindlichkeit: Wie bitte bedient man ein Buch?

Simone | Janson, 03. 04. 2013:

Auf dieses lustige Video bin ich durch Joachim Diercks von Cyquest via Twitter aufmerksam geworden. Es zeigt sehr schön, wie absurd die momentan in weiten Teilen der Gesellschaft herrschende Ablehnung des Internets ist – und zwar am Beispiel jener bahnbrechenden … Weiterlesen →


Social Entrepreneur in der Schweiz: Verantwortung als Erfolgsrezept

Jan Thomas | Otte, 29. 08. 2012:

Social Entrepreneurs, Unternehmer mit Verantwortung, sind in aller Munde. Auch auf Berufebilder.de wurde schon mehrfach über dieses Thema bereichtet. Denn allmählich setzt sich die Erkenntnis durch: Soziales oder gesellschaftliches Engagement hat nicht nur was mit Moral zu tun, sondern ist … Weiterlesen →


10 Tipps, um virtuelle Teams zu führen: Face to Face oder virtuell kommunizieren?

Ghislane Caulat, 15. 05. 2013:

Im Zuge der Globalisierung ist virtuelles Arbeiten im Arbeitsalltag fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Dennoch halten viele Manager die virtuelle Kommunikation immer noch für den zweitbesten Weg. Doch ist face-to-face Kommunikation wirklich immer der beste Weg? Neue Führungskonzepte sind notwendig … Weiterlesen →


Mein Essay bei changeX Genossenschaften als Rechtsform für das Internetzeitalter – Teil 6: Staatliche Förderung? Fehlanzeige!

Simone | Janson, 03. 09. 2011:

Ein weiterer Nachteil von Genossenschaftsgründungen: Sie können kaum von staatlichen Förderungen profitieren. Denn die lässt zu Wünschen übrig. Das macht für viele Unternehmer eine Genossenschaftsgründung unatraktiv. Fördermittel werden in der Regel vergeben, um Unternehmer zu unterstützen, also Menschen, die persönlich … Weiterlesen →


Mein Essay bei changeX Genossenschaften als Rechtsform für das Internetzeitalter – Teil 5: Die leidige Bürokratie

Simone | Janson, 01. 09. 2011:

Eigentlich bestehen also ideale Voraussetzungen für Genossenschaftsgründungen in Deutschland. Selbige müssten also wie Polse aus dem Boden schießen. Warum tun sie es dann nicht? Weil die Genossenschaften auch einige Nachteile haben. Schuld an dem nicht vorhandenen Boom trägt vor allem … Weiterlesen →


Kommentare & Reaktionen

Unsere Kommentarsystem DISQUS wird auch in Medien wie DIE WELT, National Geographic oder Perlentaucher verwendet. Mit nur einer Registrierung, z.B. per Twitter o. Facebook, können Sie überall kommentieren. Ihre Daten werden dabei von DISQUS gespeichert. Mehr dazu in den Datenschutzbestimmungen. Sie können auch als Gast kommentieren, ohne Ihre Daten anzugeben.

Hinweise zum Kommentieren

  1. Wollen Sie eine eMail-Benachrichtigung über neue Kommentare zu diesem Thema erhalten, müssen Sie sich bei DISQUS anmelden.
  2. Um ein Foto von sich neben dem Kommentar zu nutzen, können Sie sich mit diversen sozialen Netzwerken einloggen oder das Bild bei Gravatar hochladen.
  3. In den Kommentar können Sie jederzeit ein Foto ohne weitere Anmeldung hochladen
  4. Kritische Kommentare sind willkommen, Beleidigungen werden allerdings entfernt. Lesen Sie dazu bitte die Richtlinien für Kommentare & Foren.

Überblick

Mehr als 6.000 Kommentare von über 200 Kommentatoren in diesem Blog finden Sie hier. Sie können alle Kommentare auch abonnieren.
Mehr als 3.000 Fans und über 10.000 Kommentare in diversen sozialen Netzwerken wie Twittter, Facebook, Google+ & Xing finden Sie hier.

2 Trackbacks

Trackback URL - bitte in Ihren Beitrag eintrage, um einen Trackback zu erzeugen:

http://berufebilder.de/2011/mein-essay-bei-changex-genossenschaften-als-rechtsform-fuer-das-internetzeitalter-unterschiede-zwischen-ag-eg/trackback/


  1. Pingback: KompetenzPartner

  2. Pingback: BewerberBlog