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Serie – so würde Hitchcock präsentieren: Mit Tension-Technik Neugierde erzeugen



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Eine weite Wüste von abgeernteten Feldern. Cary Grant steigt aus einem Bus. Er soll hier einen mysteriösen Agenten treffen, von dem der Zuschauer längst weiß, dass es diesen gar nicht gibt. Nun steht er da, an einer einsamen Kreuzung. Erfolg & Management  Strategie Konzept


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Hier schreibt für Sie: Michael Moesslang ist Dozent an der St. Galler Business School, BAW & Hochschule München, Top 100 Excellence Trainer, Coach & Autor. Profil

Tension

Alfred Hitchcock lässt uns nun sieben Minuten im Film „Der unsichtbare Dritte“ warten. Sieben Minuten, in denen er uns nur die Weite und Trostlosigkeit der Landschaft zeigt. Ohne Musik. Lediglich Geräusche gelegentlich vorbeifahrender Autos und eines Sprühflugzeug in der Ferne sind zu hören.

Diese langsam immer stärker ansteigende Spannung im Film können Sie auch für Präsentation nutzen. Mit spannenden Präsentationen binden Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer und regen Sie zum Mit- und Vorausdenken an.

Warum spannt uns Hitchcock so lange auf die Folter? Weil dadurch Tension entsteht. Tension ist eine Form der Anspannung, die mit Verzögerung arbeitet. Das kennen Sie aus fast allen Filmen. Am einfachsten arbeiten Serien damit. Dort wird eine Szene bis kurz vor eine Entscheidung gespielt.

Verzögerungen

Dann Schnitt und Wechsel in eine andere Szene, so dass wir noch warten müssen. Diese Methode hat allerdings den Nachteil, dass wir uns kurz darauf in der neuen Szene befinden und die vorherige längst vergessen haben, wenn wieder der Wechsel zurück geschieht.

Hitchcocks Verzögerung findet in der gleichen Szene statt. Das ist das Ungewöhnliche, besonders in diesem Fall, weil es so lange dauert. Tension können Sie auch im ganz Kleinen leicht in Ihrer Präsentation einsetzen. So kann eine etwas längere Sprechpause schon diese Spannung erzeugen.

Pausen

Wenn Sie beispielsweise im folgenden Satz den Doppelpunkt durch eine möglichst lange Pause dehnen. „In rund 150 Jahren Kinogeschichte wird ein Name stets als erstes genannt, wenn es um Spannung geht: Alfred Hitchcock!“ Je länger Sie dabei die Pause „aushalten“, desto stärker die (An-)spannung.

Statt einer Sprechpause können Sie auch durch eine Aktion für diesen Tension-Moment sorgen. Bevor Sie mit Ihrer Neuigkeit rausrücken, gehen Sie ans Flipchart und schreiben oder zeichnen das an, was Sie eben angekündigt haben. Dabei muss das Publikum bereits auf Ihre Neuigkeit warten. Je langsamer Sie zeichnen oder schreiben, desto höher steigt der Spannungspegel.

Das Publikum warten lassen

Erst in dem Moment, in dem die Lösung ersichtlich wird, drehen Sie sich zum Publikum und sprechen die Lösung nun auch aus. Ist die Lösung die Zahl 635.000, schreiben Sie diese langsam von hinten an, beginnend mit den Nullen. Erst kurz bevor Sie die 6 anschreiben, sprechen Sie die Zahl aus. Probieren Sie es aus, es macht Spaß, das Publikum warten zu lassen.

Tension ist relativ leicht einzusetzen. Auch die Version der Fernsehserien, nämlich den Wechsel in eine andere Szene können, Sie gezielt einsetzen. Steve Jobs, CEO von Apple, macht dies gerne. Er kündigt ein neues Produkt an, verrät aber noch nicht mehr als den Namen.

Statt es den neugierigen Fans und Journalisten zu zeigen, erzählt er jedoch erst, wie erfolgreich die Geschichte des Vorgängerproduktes war. Oder wie uninteressant die Ideen ihm erschienen, die es bisher auf dem Markt gab. Erst nach diesem kurzen Ausflug zeigt er dann endlich die Neuheit. Der Applaus ist ihm sicher.

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