Via Mario Sixtus via Twitter gestern dieses “schöne” Jobanzeige gefunden, in der Jung von Matt gewohnt gechmacklos um Werbernachwuchs buhlt. Das Ergebnis ist nicht nur schlecht, es ist auch noch schlecht gemacht.

Dabei spielt Jung von Matt gezielt mit den Werberklischees. Das könnte ja eigentlich ganz lustig sein. Traurig ist allerdings, dass man glaubt, junge, kreative Menschen mit solchen Leitbildern erreichen zu können.
Lifestyle ist alles?
Glaubt Jung von Matt wirklich, dass Leute, die sich kreativ verwirklichen wollen, in die Werbung gehen, um so einen Lebensstil zu führen? Oder bin ich vielleicht zu idealistisch und die Leute haben tatsächlich solche Bilder vor Augen?
In jedem Fall ist es auch noch bewusste Irreführung: Denn auch wenn der Text total übertrieben ist, so verhelt er damit doch geschickt, welche Plackerei und auch Ausbeuterei gerade junge kreative gerade in der Werbung erwartet.
In der Kürze liegt die Würze
Abgesehen von der menschenverachtenden Komponente ist die Idee einfach schlecht umgesetzt: Balken um die Schrift mögen ja vom Design her der letzte Schrei sein, aber toll lesen geht anders. Noch dazu bei einem vergleichsweise doch langen Text.
Wäre der Text kürzer gewesen, hätte der Leser zumindest unter diesesm Gesichtspunkt mehr Freude gehabt… Aber das ganze wenigsten kurz und knackig zu verpacken, dazu war man bei Jung von Matt wohl nicht kreativ genug – wie?
Stellenanzeige, die keine ist

Und die Tage wurde mir von Sebastian Koch noch ein weitere Jobanzeige zugespielt, die ich wirklich gruselig fand: Coach Andreas Michael Gutekunst suchte Networker. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass es sich eigentlich gar nicht um eine Stellenanzeige handelt, sonder um einen Coach auf Kundenfang.
Um so schlimmer – und unseröser – wirkt die Anzeige, die irgendwie assoziert, es gehe um Jobs. Und zwar einerseits durch die Sprache (nebenberuflicher Networker) als auch durch die Verdienstmöglichkeiten (Einkommen ab 8000 Euro).
Networker lesen Networker-Magazine
Aber Gutekunst hat sich wohl gedacht, dass er den Leuten, bis sie merken, dass sie bei ihm nichts verdienen können, schnell mal eben ein Coaching aufschwatzen kann.
Falls sich übrigens jemand fragt, wie er auf die schwachsinnige Bezeichnung Networker kommt: Die Anzeige wurde in der aktuellen Ausgabe des Magazins Network Karriere geschaltet. Und Gutekunst hat vermutlich schlau kombiniert: Wer ein solches Magazin liest, muss ein Networker sein. Ah ja!


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