Differenzierte Betrachtung statt billige Polemik: Fachkräftemangel Pro & Contra – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Differenzierte Betrachtung statt billige Polemik: Fachkräftemangel Pro & Contra



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Wie gestern schon berichtet, wird in Deutschland wieder mal heftig über den Fachkräftemangel diskutiert. Und das wahrscheinlich viel zu polemisch. Denn das ganze Bild muss man differenzierter sehen: Es gibt Unternehmen, denen tatsächlich Fachkräfte fehlen – und solche, die keine Probleme haben, Stellen zu besetzten.


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Hier schreibt für Sie: Simone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

Die großen Unternehmen haben offenbar weniger Probleme – darin bestätigt sich die Diskussion, die ich gestern hier veröffentlich habe. Die Stellenbörse Jobstairs hat beispielsweise ihre Mitglieder, 56 deutsche Großunternehmen, befragt. Die sind mit der bisherigen Anzahl und Qualität der Bewerber für 2012 weitestgehend zufrieden.

Großunternehmen: Mehrheit ohne Probleme

Über zwei Drittel der Befragten sehen hier keine Veränderung oder sogar eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr. 67,6 Prozent der befragten Unternehmen sind mit der Anzahl der eingegangenen Bewerbungen zufrieden.

Etwas knapp ist derzeit noch die Nachfrage nach technischen Berufen. Besonders gefragt sind  wohl derzeit Auszubildende für Metall- und Elektroberufe, wie beispielsweise Mechatroniker oder Industriemechaniker, aber auch angehende Eisenbahner.

Bewerber: Qualität mit kleinen Mankos

Weitestgehend zufrieden sind 64,7 Prozent der befragten Unternehmen mit der Qualität der Bewerber, bei 2,9 Prozent wurden die Erwartungen sogar übertroffen. Aber: 32,4 Prozent bemängeln fehlende oder  unzureichende Qualifikationen bei den angehenden Berufseinsteigern, insbesondere fehlen gute schulische Leistungen in den relevanten Fächern.

Dennoch legen sich 36,4 Prozent der Umfrageteilnehmer schon in dieser frühen Beratungsphase fest, dass sie alle ihre ausgeschriebenen Ausbildungsplätze für 2012 besetzen werden.

Kleine Unternehmer: Zu verschnarcht?

Wir haben also keinen Fachkräftemangel und Unternehmen jammern auf hohem Niveau? Vielleicht. Aber kleinere Unternehmen, die oft weniger zahlen oder weniger bekannt sind, haben durchaus Probleme. Antje Rabenalt von Zukunft im Zentrum hat einige kleinere Unternehmen befragt und mir netterweise ein paar Statements zur Verfügung gestellt:

  • „Kitas bauen und managen kann ich, aber es gibt keine Erzieher mit denen ich Sie betreiben kann.“
  • „Ich habe so viel Aufträge, kann sie aber ohne Schlosser nicht abarbeiten.“
  • „Ich würde gerne wachsen, kann das aber nicht ohne Personal das arbeitet.“
  • „In diesem Winter werden meine Kunden mindestens 4 Wochen auf einen Installateur warten müssen.“
  • „Meine Mitarbeiter werden unruhig. Es bleiben keine Azbis im Unternehmen denen sie ihr Erfahrungswissen weitergeben können.“

Gibt es also doch Fachkräftemangel oder sind die Kleinunternehmer einfach nur zu verschnarcht, um die passenden Leute zu finden, wie Dr. Brenke konsterniert hat? Es zeigt sich jedenfalls, dass man das Thema sehr differenziert betrachten muss.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Differenzierte Betrachtung: Was spricht für und gegen die Existenz eines #Fachkräftemangel s via @SimoneJanson

  2. Axel Haitzer

    »Einen Fachkräftemangel gibt es genau so wenig, wie es einen Kundenmangel gibt.«

    Klar, genau wie Kunden sind auch motivierte Fachkräfte eine knappe Rsource. Doch
    jeder, der attraktive Produkte und Dienstleistungen zu einem marktgerechten Preis anbietet und angemessen dafür wirbt, findet Kunden. Genauso ist es mit den Arbeitsplätzen. Jeder, der interessante Aufgaben in einem adäquaten Umfeld zu erledigen hat, fair bezahlt und dies professionell kommuniziert, findet qualifizierte und motivierte Mitarbeiter. Ein Mangel herrscht allenfalls an treudoofen, demütigen, und uninformierten Bewerbern, die bereit sind, für einen Hungerlohn langweilige Arbeiten in einem tristen Umfeld für unbekannte Firmen auszuführen.

    Häufig sind die Anforderungen, die Firmen an Bewerber stellen, überzogen und zudem in aller Regel mehr auf Fachwissen als auf Verhaltensprofile und Potenziale ausgerichtet.

    Interessant zum Thema ist auch der Artikel „Fachkräftemangel – Die Fata Morgana“, der letzten Monat in brandeins erschien

    Was der Unternehmer und Schriftsteller Walther Rathenau vor 100 Jahren sagte, gilt heute noch:

    »Die Klage über die Schärfe der Konkurrenz ist in Wirklichkeit nur eine Klage über den Mangel an eigenen Einfällen.«

    Wenn offene Stellen nicht besetzt werden können, liegt es an der Attraktivität der Stelle, der Attraktivität des Unternehmens, meistens jedoch an mangelnder oder mangelhafter Kommunikation. Wie schon erwähnt: Einen Fachkräftemangel gibt es nicht!

    Und weil sich derzeit, insbesondere bei den kleinen und mittleren Unternehmen, kaum ein Arbeitgeber mit einer professionellen Personalmarketingstrategie positioniert, haben aktive Firmen im Wettbewerb und die besten Talente die Nase vorn.

    Mit einer maßgeschneiderten und professionell gemachten Personalmarketingkampagne kann jedes Unternehmen selbst die schwierigsten Stellen besetzen. Wollen wir wetten?

    • Geschädigter

      Witzig finde ich immer Artikel, die vom Fachkräftemangel ausgehen und sich dann wundern, wie die Firmen tatsächlich agieren und was sie sich ‚rausnehmen. Die Gleichung geht ganz einfach auf wenn man unterstellt das die Unternehmen nunmal KEINEN Ingenieurmangel haben. Denn selbst ein 3-Mann-Betrieb würde einen fähigen Mann anders behandeln wenn sie Ihn – wenn auch nicht 100% passend – dringend bräuchten.

      Ich denke ich habe hier im Blog schonmal von meiner Großunternehmen Bewerbungsrunde erzählt (zu „besten“ Ingenieurzeiten, als man HÄNDERINGEND Leute suchte – angeblich):
      die Kollegen in den Büros stöhnten als ich herumgeführt wurde: schon der 20ste Bewerber auf die Stelle diese Woche – wir kommen ja kaum noch zum Arbeiten (großer Automobilzulieferer in Stuttgart).

      Nur um das Großunternehmen-Argument zu entkräften, im 60-Mann-Betrieb war’s ähnlich, unter 3 Bewerbungsrunden geht nix (habe ich Mangel könnte ich wohl kaum 3 runden drehen bzw. FÜLLEN!).

      Also ist für mich JEDE Diskussion, jedes Gelabere, jedes Philosophieren über das Verhalten von Unternehmen Makulatur – da die Annahme des Fachkräftemangels gegenstandslos ist.

    • Simone Janson

      Hallo Herr Haitzer,
      danke für diesen differenzierten Kommentar. Genau das Thema Personalmarketing wurde bei der Veranstaltung auch diskutiert. Dr. Brenke wurde ja nicht zuletzt deswegen ausgebuht, weil er etwas in der Art sagte. Das Problem ist allerdings wie bei allen Beratungsdienstleistungen: Wie erklärt man den Leuten, dass das Problem eigentlich bei ihnen liegt? Und kann man das wirklich so verallgemeinern? Und was sagt man andersherum Leuten, die keinen Job finden?

      Gruß
      Simone Janson

      • Axel Haitzer

        Hallo, Frau Simone Janson,

        danke für Ihre Fragen – gerne gehe ich ins Detail, damit wir den Tatsachen gemeinsam direkt ins Auge schauen können.

        SJ — Wie erklärt man den Leuten, dass das Problem eigentlich bei ihnen liegt?
        AH — Zahlenspiele und Statistiken bringen uns meiner Erfahrung nicht weiter. Spannend ist – finde ich – was Bewerber täglich in der Praxis erleben. Ich bin mir recht sicher, dass ich vor Jahren das „Mystery Application“ erfunden habe bzw. den Begriff und die Dienstleistung geprägt habe. „Mystery Application“ ist so was wie „Mystery Shopping“ nur eben im Bewerbungsprozess. Und „Mystery Application“ bringt Erstaunliches zutage. Im letzten Jahr habe ich beispielsweise eine Studie im Ausbildungsmarketing gemacht. Firmen, die mindestens drei Azubis pro Jahr ausbilden und gleichzeitig aktiv suchten, also Geld für Anzeigen (offline + online) ausgaben, wurden von einem fiktiven Bewerber per Brief angeschrieben, der sich freundlich nach seinen Möglichkeiten erkundigte. Das Ergebnis: 40% der Firmen haben NICHT geantwortet und die meisten, die sich gemeldet haben motivierten nicht wirklich dazu, sich dort zu bewerben. Es kann mir niemand ernsthaft glaubhaft machen, dass Firmen so reagieren würden, wenn tatsächlich ein ernstzunehmender Mangel vorläge. Weitere, oft schier unglaubliche, Details zu der Studie gibts in dem oben angesprochen Artikel in brand eins. Diese Mißstände gibt es nicht nur im Wettstreit um die Schulabgänger. Wir erleben in unseren Projekten praktisch allen Branchen und Positionen täglich Realsatire. Ihre Frage lässt sich also zusammenfassend so beantworten: Am besten hält man den Personalverantwortlichen mit einem Augenzwinkern den Spiegel vor, dann wird in der Regel erkannt, wo es Verbesserungspotenzial gibt. Es ist übrigens immer so, dass die Firmen, die ohnehin schon Traumfirmen sind, daran Interesse haben, sich weiter zu verbesseren und sich Profis ins Haus holen, umd die Prozesse zu beleuchten – die Firmen, die es am nötigsten hätten, jammern lieber anstatt sich im Wettbewerb um die Fachkräfte mit anderen Firmen zu messen un d tatsächlich Dinge zu verbessern.

        SJ — Und kann man das wirklich so verallgemeinern?
        AH — Es ist immer wieder zielführend, vom allgemeinen Blabla & pauschalen Gejammere ins Konkrete zu gehen. Ich spreche mit großem Vergnügen immer wieder Unternehmer und Personaler an, die in den Medien daüber klagen, dass sie keine Mitarbeiter fänden und biete Unterstützung an. Im Dialog wird dann immer wieder klar, dass es doch nicht sooooo schlimm sei. Komisch! In all den Jahren habe noch nie einen Unternehmer getroffen, der ernsthaft Mitarbeiter sucht und keine findet. Voraussetzung ist natürlich, und da wiederhole ich mich, dass eine interessante Aufgabe in einem adäquaten Umfeld zu besetzen ist, die fair bezahlt wird und die offene Stelle professionell kommuniziert wird. Es reicht halt heutzutage einfach nicht, die Stelle bei der Arbeitsagentur zu melden, sie auf der Firmenwebsite zu posten und eine kleine Fliesstextanzeige zu schalten.

        SJ — Und was sagt man andersherum Leuten, die keinen Job finden?
        AH — Die Antwort ist einfach: Nachdem es keinen wirklichen Fachkräftemangel gibt, bleibt nur, sich selbst richtig zu vermarketen. Die gute Nachricht ist aber, dass die Chancen für Bewerber, die richtig vorgehen, immer besser werden. Ich stelle ja nicht in Abrede, dass die Bevölkerung in Deutschland abnimmt, sondern lediglich, dass es einen Fachkräftemangel gibt, also Firmen, die Leute ernsthaft suchen, keine bekämen.

        HERZliche Grüße aus Rosenheim
        Axel Haitzer

        • Geschädigter

          Hallo Herr Haitzer,

          vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich halte ihre Arbeiten für sehr seriös und kompetent, das würde ich mir häufiger wünschen in diesem Themenbereich.

          Was ich zu Bewerbungszeiten als Ingenieur erlebt habe sollte ich am besten auch in ein Buch gießen, das würde die Dilberts geradezu als Sachbücher erscheinen lassen.

          Ich habe Egomanen und völlig unfähige Ansprechpartner erlebt (lass das mal den Chef machen), komplett falsche Stellenbeschreibungen (und natürlich Verwunderung, warum auf die vorgestellte Stelle meine Fähigkeiten nicht passen). Das Firmen sich auf Bewerbungen nicht melden scheint völlig normal (Überlastung, da offenbar zu viele Bewerber – und das auf sehr fachspezifische Stellen).

          Große Unternehmen führen Assessment-Center ja schon als „Dauerläufer“ durch, d. h. jede Woche werden für 3 Bereiche bis zu jeweils 10 Bewerber „durchgeschleust“: im Monat werden dann aus den 120 Bewerbern 3-4 eingestellt. Die Personalabteilung will auch beschäftigt werden.

          Das Problem scheint mir aber ganz simpel zu sein: wir haben nicht mehr genügend Arbeit, und so einen erheblichen Arbeitskräfte-Angebotsüberhang. Im Gegensatz zu so mancher Studie bin ich der Meinung, das sich dies durchaus durch eine Schrumpfung Deutschlands beheben ließe – der Binnenmarkt ist uns ja sowieso nicht wichtig.

          Zusätzlich bin ich mir sicher, dass in Kürze gerade Industriearbeitsplätze noch viel massiver nach China gehen werden – und da vor allem Ingenieurstellen!

  3. Fehlerteufel

    Soviel zum Thema Qualität:

    „Bewerber: Qulität mit kleinen Mankos“

    Ein Brüller…

    • Simone Janson

      Naja. von einem qualitätvollen Kommentar würde ich auch eine differenziertere Aussage und nicht ein lieblos hingerozte Phrase erwarten!

  4. Differenzierte Betrachtung statt billige Polemik: Fachkräftemangel Pro & Contra » Von Simone Janson »

  5. Geschädigter

    Heute ist es ja passiert, endlich können Unternehmen billig Arbeitskräfte aus dem Ausland einstellen: die Einkommensgrenze für „Fachkräfte“ wird von SchwarzGeld von 66k€ gesenkt. Und vermutlich drastisch.

    Zum Artikel: es tut mir wirklich Leid, aber wenn wir soooo hart differenzieren müssen dann GIBT ES EBEN KEINEN FACHKRÄFTEMANGEL.

    Warum kennen wir deutschen nur eine Richtung, nach unten? Wir freuen uns über jedes Land, das den Bach runter geht weil die „über ihre Verhältnisse“ leben. Und die Merkel bereitet uns schon darauf vor, dass „über die Verhältnisse“ in Zukunft auch „täglich was zu essen“ einschließen wird. Das alles machen wir für ein künstliches Marktkonstrukt, das sich gegen den Menschen, gegen seine Natur und die Natur, Erde und Umwelt richtet.

    Nochmal: für Ingenieure gilt: heute Ingenieur, morgen arbeitslos oder billigster Leiharbeiter. Da ist schon nichts mehr zu stoppen. Einzig – und ich schrieb das hier schon öfter – hoffe ich, vielleicht ein oder zwei junge Leute vom Ingenieurstudium abhalten zu können, das wäre mein persönlicher Erfolg.

    • Simone Janson

      Das ist doch schonmal super, dass wir somit wissen was Ihr Ziel ist. Dann können Sie gerne weiter kommentieren 😉 Sie haben aber hier auch gleich einige neue Ansprechpartner. Aber wie wäre es konstruktiver: Was sollen die jungen Leute denn stattdessen studieren? Wo sind denn die Perspektiven wirklich gut und sicher, so wie sich das viele wünschen?

      • Geschädigter

        Zuerst: mich verwirrt das DeutschEnglisch, ich habe wohl was verpasst?

        Auf ein Problem hinzuweisen ist einfacher als die Lösung zu bieten. Allerdings bin ich der Ansicht, dass durch die Zerstörung des Ingenieurberufs, wie sie seit 10 Jahren passiert, die deutsche Wirtschaft auf Dauer leiden wird. Wenn jedoch sowieso die Chinesen die Produkte entwickeln und auch forschen, und zwar mit ordentlichem Budget(!), dann kann uns das ja auch egal sein.

        Ich wünschte ich hätte mehr Zeit zum schreiben…

        Müsste ich jemandem der unbedingt studieren will zu einer Berufswahl raten, so wäre das Medizin oder Jura. Ein Arzt muss sicher noch bestimmte Eigenschaften und Fähigkeiten haben, Jura – meiner Ansicht nach – kann jeder (die Schwierigkeiten die manche beim Studium wohl haben erklären sich eher aus den Fähigkeiten derjenigen, die so ein Studium beginnen – jemand der Mathe, Physik oder Medizin studiert könnte mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit auch Jura „durchziehen“).

        Jura und Medizin versprechen auf Dauer Spitzengehälter, Jobs und – vergleichsweise, vgl. Ingenieur aber auch Controller – vernünftigen Arbeitsaufwand (ja, ich KENNE die Verhältnisse in Krankenhäuser, unbezahlte Bereitschaft geht GAR NICHT). Außerdem – so bitter das klingt – sind wohl Jobs „in der Bank“ gar nicht so schlecht. Gegen das Gehalt einer Kauffrau (mit WIRKLICH generischem Job) der Landesbank stinkt mein immer noch recht gutes Ingenieurgehalt aber sowas von ab!

        Ansonsten SOLLTE man natürlich das wählen was den eigenen Interessen und Fähigkeiten entspricht, ggf. auch: NICHT STUDIEREN!

        Allgemein gilt: je weniger speziell (…Geisteswissenschaften…), desto weniger Probleme zumindest EINEN Job zu finden. Wer stellt denn den Physiker mit Fokus Quantenmechanik ein? Und bitte kommt mir nicht mit der „Consulting“-Lüge. Wissen ist offenbar – in unserem Wirtschaftssystem – eine Schande. Vielleicht bekommen wir dafür bald die Quittung.

        Noch schlimmer ist übrigens dass sich Industriejobs natürlich „ballen“, d. h. die Haarstylistin kann vom Bodensee bis zur Nordsee überall arbeiten, der Ingenieur hat 5 Regionen aus denen er wählen kann (und einige wirklich Arsch-der-Welt-Standorte großer Firmen).

        • Simone Janson

          Hallo Geschädigter,
          zunächst mal zur Technik: Wenn Ihnen die (noch nicht abgeschlossene) mechanische englische Übersetzung angezeigt wird, dann sind Sie wahrscheinlich mit der englischen URL auf die Seite gelangt – also ..de/en/.. – und jetzt frage ich mich, wie das passieren konnte? Haben Sie das gegoogelt? Oder steht Ihr Browser auf Standardsprache englisch? Nur weil ich versuche, die Seite immer noch übersichtlicher zu machen…

          Zum Thema: Wenn Sie mal genau hinschauen, dann werden Sie feststellen, dass sowohl Herr Haitzer (siehe unten) als auch ich durchaus Ihre Meinung teilen – wir drücken uns vielleicht etwas weniger polemisch aus.
          Nun ob Juristen soviel verdienen… das Problem mit den Ärzten haben Sie ja selbst erkannt… das sind aber die ersten, die abwandern…

          Ihrer Aussage

          Allgemein gilt: je weniger speziell (…Geisteswissenschaften…), desto weniger Probleme zumindest EINEN Job zu finden. [zitat-end]

          muss ich jedoch aus eigener schlechter Erfahrung widersprechen: Als Generalist (und Geisteswissenschaftler) hat man gerade in Deutschland ausgesprochen schlechte Karten. Auch wenn Ihre These verdammt logisch klingt, werden in Unternehmen immer noch vor allem die Spezialisten gesucht. Pech hat man halt nur, wenn man sich gerade nicht auf das passende spezialisiert hat. Da sehe ich auch das Grundsatzproblem der ganzen Geschichte – zumindest in Deutschland: Es gilt immer noch „eine Ausbildung für den Job, den man ein Leben lang macht.“ Dass man auch mal seinen Beruf wechseln und sich weiterbilden kann, schein in deutschen Köpfen nach wie vor ein Problem zu sein.

  6. Hauptsache Bildung

    Fachkräftemangel: Nachtrag zum gestrigen Jein: RT @SimoneJanson: Differenzierte Betrachtung statt billige Polemik

  7. Simone Janson

    #Blogpost Differenzierte Betrachtung statt billige Polemik: Fachkräftemangel Pro & Contra

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