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Auswandern ist in den Medien ja ein großes Trendthema – der nach Texas ausgewanderte Hamburger Konny Reimann wurde gar zur Werbeikone. Zeit, auch hier im Blog mal zu fragen, wie es deutschen Auswanderern so geht: Im ost-kanadischen St. Andrews By-the-Sea traf ich Daniel Schmitz aus Koblenz, der mit seinen Eltern vor drei Jahren hierher kam. Eine Reportage.

Daniel trägt einen Schottenrock und kümmert sich als Belman im Fairmont Algonquin Hotelin St. Andrews, New Brunswick um das Wohl der Gäste und deren Gepäck.
Eine durchaus verantwortungsvolle Aufgabe, bei der es eben nicht nur darum geht, das Gepäck zu verstauen oder die Tür aufzuhalten, sondern auch um all die kleinen und großen Aufgaben, die so im Hotel anfallen: Einparken, Saubermachen, Rezeption sowie ein- und auschecken.
Traditon, aber locker!
Vor allem aber geht es auch ums Repräsentieren. Sein ungewöhnliches Beinkleid ist folgerichtig Teil seiner Arbeitsuniform, wie er mir erzählt. Sie soll an das schottische St. Andrews erinnern. Auf solche Traditionen legt man in Kanada wert.
Abgesehen davon geht es in Kanada aber in vielen Dingen lockerer zu als in Deutschland, wie der Neunzehnjährige berichtet: “Die Leute sind gerade hier im Osten sehr gelassen und sehr nett – und längst nicht so exakt wie in Deutschland. Selbst die Lehrer in der Schule kommen mal zu spät.”
Einfach mal was Neues
In Deutschland hingegen, gerade im Rheinland, habe ihn das konservative Denken oft gestört. Daher war er gleich begeistert, als seine Eltern beschlossen, nach Kanada auszuwandern. “Wir wollten einfach mal was anderes”, sagt Daniel.
Der Vater hatte sich schon zuvor einen Job als LKW-Faher gesucht, die Mutter fand einen Job in einer Pflanzenfabrik. Beide hatten eine Arbeitserlaubnis, Daniel reiste mit einem Schülervisum ein – und brachte erstmal die Schule zu ende. Mittlerweile ist er Permanent Resident.
Schule: Nachholbedarf in Englisch
Das sei viel Arbeit gewesen: “Die lasen hier gerade Shakespeare im Original, als ich mit meinem Schulenglisch aus Deutschland ankam, das war natürlich hart. Aber ich habe es geschafft, ohne eine Klasse wiederholen zu müssen,” sagt der junge Einwanderer voller stolz. Allerdings gibt er zu, dass der Schulunterricht in Kanada auch weniger anspruchsvoll sei als in Deutschland.
Bei der Jobsuche haben ihm dann vor allem seine Sprachkenntnisse geholfen: “Hier steigen viele Geschäfstleute und auch deutsche Touristen ab, da ist es gut, dass ich deutsch kann.” Französisch,in Kanada zweite Landessprache, spricht er allerdings nicht. “Das will ich noch lernen – aber es ist relativ schwer.”
Kanadier sind ihm lieber
In New Brunswick, aber auch in Nova Scotia und in Ontario gibt es relativ große deutsche Communities, wie Daniel mir erzählt. Aber mit denen hat er nichts zu tun. Die meiste Zeit verbringt er mit Kollegen. Mit zwei von ihnen wohnt er auch im Hotel zusammen – für 3 Dollar am Tag.
Gibt es etwas das ihm nicht gefällt? Daniel überlegt einen Augenblick: “Die großen Distanzen sind gewöhnungsbedürftig: Es ist deswegen ziemlich schwer herumzukommen. Und… das Essen.”
Das Essen ist schlecht
Was ist am kanadischen Essen so schlecht? “Es gibt war riesige Portionen aber doch nicht so gut wie in Deutschland. Ziemlich viel Fast-Food. Und leider gewöhnt man sich auch schnell daran”, fügt Daniel bedauernd hinzu.
Seine Perspektive für die Zukunft: Momentan gefällt ihm sein Job sehr gut. ” Es ist abwechslungsreich und man trifft viele Leute,” sagt Daniel. Vielleicht will er aber später mal aufs Hotelfach-College gehen und im Management arbeiten. “Mal sehen” sagt er und grinst.


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