Wofür Zeitungsverlage dann doch Geld ausgeben: Schmeißt es einfach zum Fenster raus! – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Wofür Zeitungsverlage dann doch Geld ausgeben: Schmeißt es einfach zum Fenster raus!



Zeitungen haben kein Geld mehr. Deshalb müssen sie an Gehältern und Honoraren ihrer Mitarbeiter sparen – und damit an der Qualität! Deshalb fordern Verleger ein Leistungsschutzrecht! Jedenfalls so die landläufige Meinung. Für einige unnötige Dinge ist dann überraschenderweise doch Geld da.


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Hier schreibt für Sie: Simone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

Eine unnötige Ausgabe für  den Springer Verlag waren wahrscheinlich die 42.000 Euro Roaming-Gebühren, die Bild-Chefredakteur Kai Diekmann in seinem Marokko-Urlaub verursachte. Ich habe allerdings die Hoffnung, dass es sich bei so viel Dummheit um einen Einzelfall handelt. Und Springer hat es ja….

Pseudowitzig an der Zielgruppe vorbei

Aber es gibt noch leider noch andere, nicht weniger blöde Ideen bei Zeitungen, Geld völlig sinnlos auszugeben. Durch schwachsinnige Werbekampagnen beispielsweise. Ein tolles Beispiel entdeckte ich kürzlich in einem Berliner Schwimmbad. „Wir helfen Ihnen beim ausziehen“ stand da neben der Herrenumkleidekabine. Bei den Damen wäre vermutlich sexistisch rübergekommen….

Das sollte wohl witzig sein, denn klein darunter stand, dass es um den Wohnungsmarkt der Berliner Morgenpost handelt. Das man witzig sein, geht aber doch voll an der Zielgruppe vorbei – oder wie viel Prozent der Schwimmbadbesucher wollen wohl grade umziehen?

History-Marketing, das keiner versteht!

Genauso daneben ist diese Werbung auf einem Berliner Taxi. Mal ernsthaft: Wer dieses Taxi an sich vorbei fahren sieht, denkt erstmal nur eines: Dass die Fahrgäste darin nicht selbst winken dürfen… häh? Und wer dann? Der Fahrer?

Aber nein, alles falsch, die Berliner Zeitung wollte mit dieser tollen Schlagzeile aus dem Jahr 1961 nur auf ihre geschichtsträchtige Vergangenheit hinweisen. Es mag ja durchaus noch sinnvoll sein, an das Traditionsbewusstsein seiner Leser zu appellieren – wer sonst kauft heute noch Print? Doch auch wenn sich diese Werbung eher an den gebildeten Leser richtet, wie das Umberto Eco mal so schön formulierte: Diese Botschaft erfordert einfach zu viel Nachdenken, um sie zu verstehen. Jedenfalls mehr, als man hat, wenn das Taxi mal kurz an einem vorbeirrauscht.

Besser Social Media?

Vielleicht sollten die verantwortlichen in den Marketingetagen der Verlage einfach mal die Presse-Mitteilungen des Bundesverbands für Digitiale Wirtschaft lesen, in denen steht, dass Social Media Werbung 2010 weiter zunehmen wird – und verstärkt auf Social Media setzen statt auf Taxis und Schwimmbäder?

Aber halt, da war doch was: Richtig, selbst das klappt nicht, wie die Süddeutsche Zeitung bewiesen hat. Die versuchte nämlich, sich Lob von Bloggern via Trigami zu kaufen – oder irgendwie war das alles nur ein Missverständnis, den das haben sie gar nicht versucht. Jan Tißler hat diesen Fall sehr schön beschrieben und auch treffend kommentiert: „Wie wenig überzeugt selbst überregionale deutsche Tageszeitungen noch von ihren eigenen Produkten sind, zeigt ein aktuelles Beispiel…“

Wie wäre es mit Qualität

Aber so hatte ich das gar nicht gemeint. Social Media ist ja eigentlich nichts weiter als die gute, alte Mundpropaganda. Und die ist weder käuflich noch beeinflussbar, sondern entsteht durch qualitativ hochwertige Produkte und guten Service.

Aber irgendwie scheint das bei den Zeitungen keiner zu verstehen… woran liegt das nur? Da sage ich: Schmeißt das Geld doch besser einfach zum Fenster raus!

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