Warum Teamarbeit in Deutschland scheitern muss: Ich hasse Teams!

Teamarbeit hat in Deutschland alles andere als ein gutes Image. Für die Recherche zu meinem neuen Buch „Ich hasse Teams! Wie Sie die Woche mit Kollegen überleben“, das ich zusammen mit Thorsten Visbal verfasst habe, wollte ich es daher genauer wissen:


Wir haben 104 Personen unterschiedlicher Hierachieebenen und Berufsgruppen befragt und fanden heraus: In der Praxis ist der Erfolg des Zusammenarbeitens durch Egoismus, Machtbedürfnisse sowie eine zu geringe Übernahme von Verantwortung durch einzelne Teammitglieder gestört. Rund die Hälfte der befragten Personen arbeitet alleine effizienter als im Team.

Ineffizientes Arbeiten nervt!

Der durchschnittliche Wert auf einer Skala von 1 (Einzelkämpfer) bis 10 (Teamliebhaber) betrug 5,4, wobei Angestellte ohne Personalverantwortung die Teamarbeit mit 5,8 am positivsten bewerten. Selbstständige und Führungskräfte waren mit 5,3 und 5,1 weniger teamaffin. Die Personengruppe der normalen Angestellten ohne Führungsverantwortung arbeitet gern mit Kollegen, stört sich aber nichtsdestotrotz an den Nebenwirkungen.

36% aller Befragten nervt ineffizientes Arbeiten. Als negative Teamerlebnisse wurden ineffiziente Umsetzung (23%) und schlechte Kommunikation genannt (16%). Unproduktive Meetings sind mit 7% ein weiteres Team-Hemmnis. Die Umfrage können Sie hier herunterladen!

Einzelkämpfer-Mentalität

Das Ergebnis zeigt, dass Teamarbeit in der Praxis sehr oft nicht funktioniert. Schuld daran ist auch die in Deutschland vorherrschende Überzeugung, dass Teamarbeiter zwar in den Stelleninseraten gesucht würden, in Wahrheit aber Einzelkämpfer Karriere machten. Das ist in Deutschland sogar ausgeprägter als in anderen Ländern.

Die Ursache dafür liegt darin, dass immer noch vor allem die Leistung des Einzelnen bewertet würde, nicht die des Teams. Hier muss vor allem eine Veränderung in den Köpfen stattfinden. Ein wichtiger Schritt in Richtung mehr Teamzufriedenheit liegt daran, dass Kollegen die Kompetenzen der anderen Teammitglieder erkennen und schätzen lernen.

Geheimrezept

Bei der Umfrage haben wir aber auch ein Geheimrezept für die erfolgreiche Zusammenarbeit im Team gefunden: Wertschätzung gegenüber Teammitgliedern. Ein respektvoller und vertrauensvoller Umgang auf Augenhöhe, gekennzeichnet durch Ehrlichkeit und Anerkennung wird vielfach gewünscht, aber selten in der Praxis eingelöst.

Egoistisches Verhalten, Machtstreben und die Faulheit Einzelner sorgt stattdessen dafür, dass das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und die Teamarbeit an sich in Frage gestellt wird, statt einzelne Probleme zu lösen.


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  1. Teamarbeit ist nichts was einen weiter bringt. Das Team bremst Dich bei allem aus. Sei es durch neid oder missgunst oder weil keiner zu viel tun will.
    Eine koordiniert und verteilte Arbeit hingegen steigert und optimiert die Leistung und Zufriedenheit.

    1. Danke für den Hinweis. Aber auch verteilte und koordinierte Arbeit ist Teamarbeit. Es ist schon so, dass man gemeinsam mehr erreicht – wenn sich z.B. die Charaktere ergänzen und auch diese Gegenseitige Ergänzung zu schätzen wissen.

  2. RT @SimoneJanson: Frisch gebloggt: Warum Teamarbeit in Deutschland scheitern muss: Ich hasse Teams!
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