Statement zu Zukunft von Bildung & Internet: Bildungsministerin wirbt für BILD-App – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Statement zu Zukunft von Bildung & Internet: Bildungsministerin wirbt für BILD-App



Es scheint mittlerweile normal zu sein, als Promi für die BILD-Zeitung zu werben. Wenn aber eine Bundesministerin das tut, ist es grenzwertig – und besonders, wenn die Bildungsministerin ist. Besonders pikant: Nebenbei wirbt sie damit auch noch gleich gegen das freie Internet!

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Frau Schavan, was haben Sie sich dabei gedacht?

Gestern wurde ich via Twitter darauf aufmerksam, dass auch Bundes-Bildungs-Ministerin Anette Schavan für die Iphone-App der Bild-Zeitung wirbt (bitte durchklicken). Damit reiht sich Schavan in die lange Reihe von Promis ein, die für die Werbekampagne ihren Kopf hinhielten und zu denen seltsamerweise auch Alice Schwarzer gehörte.

Schwarzer musste seinerzeit dafür viel Kritik einstecken, ich finde die Sache bei Frau Schavan allerdings noch eine Spur schlimmer: Schließlich ist nicht irgendein Promi, sondern für die Bildung in diesem Land verantwortlich und wirbt hier für ein Medium, das nachweislich nicht dazu beiträgt, differenziertes Denken und Bildung in diesem Land zu fördern.

Ich habe mich schon immer gefragt wieviel Geld die Promis dafür bekommen und frage mich, ob eine Bundesministerin so etwas nötig hat. Aber mal abgesehen von der Debatte über die Nebenjobs von Politikern, die man jetzt anfangen könnte: Selbst wenn sie kein Geld dafür bekommen hätte, wäre die Geschichte krass.Was hat sie sich nur dabei gedacht?

Die Lieblingszeitung der Bildungsministerin?

Denn das Statement, dass mit dieser Werbung unterschwellig vermittelt wird, ist alles andere als begeisternd: Mit der Aussage „Mit meinem neuen IPad kann ich überall meine Lieblingszeitung lesen“ bekennt sich Frau Schavan nicht zu dem Springer-Produkt, nein sie adelt es auch nocht als Lieblingsmedium.

Was soll uns das nun sagen? „Schaut her, ich lese Bild, andere Zeitungen muss man nicht lesen, um gebildet zu sein“ oder „Ich spare die Bildung auf Bild-Zeitungs-Niveau kaputt“ – oder vielleicht doch: „Mein eigner IQ reich nur zur Bildzeitung“?

Ich habe das mal bewusst übertrieben: Ich vermute mal ganz stark, da wurde einfach nicht gut genug überlegt, welches Signal von so einer Werbung ausgehen könnte. Vielleicht hat man gehofft, auf diese Weise auch bildungsferne Schichten zu erreichen und ihnen die moderne Technik nahe bringen zu können. Ich glaube ja immer an das gute im Menschen!

Bild sperrt iPad-Surfer aus

Pikant ist allerdings ein zweiter Aspekt, der ebenfalls diese Woche bekannt wurde (und zwar wieder via Facebook & Twitter): Offensichtlich hat die Bild-Zeitung die Website für den iPad-Browser gesperrt. Stattdessen wird man, wenn man die Seite mit dem iPad-Browser ansurft, auf eine Seite geleitet, auf der dem Nutzer die (natürlich kostenpflichtige) iPad-App empfohlen wird. Das ist offenbar auch beim iPhone so.

Man will also im Hause Springer den Leser dazu zwingen, die App zu kaufen, statt die Seite frei nach belieben ansurfen zu können. Die Autoren von macnews, die diese Nachricht verbreiteten, denken das ganze auch noch einen Schritt weiter: Bild könnte erst der Anfang sein, weitere Zeitungen könnten folgen. Einen Tipp, wie man das umgeht, gibst aber auch gleich…

Gegen das freie Internet

Der Wunsch, als Verlag Geld verdienen zu wollen in allen Ehren, aber das ist ein weiterer Schritt weg vom freien Internet wie wir das kennen – übrigens ein Thema, das ja gerade mit dem JMStV, der Wikileaks-Debatte und der Diskussion um Netzneutralität im Internt für viel Aufregung sorgt.

Und auch bildungspolitisch sicher kein Schritt in die richtige Richtung, denn das Internet könnte wie kein zweites Medium zur Verbesserung der Bildungssituation in diesem Land beitragen.

Wenn Frau Schavan für so eine App-Werbung macht – und ich vermute mal, das was Bild mit seiner App da macht, war ihr gar nicht klar – hat  das in der aktuellen Debatte einen noch negativeren Beigeschmack.

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