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Anke Ernst, mittlerweile wieder in Deutschland, berichtet zum Abschluss ihrer Weltreise-Porträts über den Texaner Kris. Der will anderen helfen, sieht sein Leben als spannende, lehrreiche Reise, auf der man über Umwegen ans Ziel kommt. Und gibt Tipps für Vorstellungsgespräche.

Eines Tages wurde in sein Haus eingebrochen und Kris fand heraus, dass die Diebe metamphetaminabhängige Jugendliche gewesen waren. Die Polizei sagte ihm, dass da wenig zu machen sei, doch er entschied sich, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Er gründete die Nonprofit-Organisation „Operation Kill Boredom“ (OKB, , die er drei Jahre lang leitete.
Jugendliche fördern statt bestrafen
Kris geht davon aus, dass Jugendkriminalität und Drogenmissbrauch auf mangelnde Unterhaltungs- und Fördermöglichkeiten zurückzuführen sind. Die Jugendlichen hätten zu viel Zeit und zu wenig Geld und keine Transportmittel (in den USA ist das Auto meist das einzig verfügbare), diese sinnvoll und produktiv auszufüllen.
OKB organisiert beispielsweise kostenfreie Konzerte, Filmproduktionen, in denen die Jugendlichen schauspielern, Drehbuch schreiben und Regie führen können, Kostümparties und das Hauptevent, dieses Jahr am 28. August: das OKB Fest (http://okbfest.com/). Von 10 bis 22 Uhr spielen Bands, zeigen Motorradcrews atemberaubende Stunts und die Jugendlichen können an Skate-, Videospiel- und Basketballwettbewerben teilnehmen.
Auf Umwegen zum Ziel: Freiwillig neu anfangen

Mit 29 Jahren merkte Kris allerdings, dass er trotz vieler Reisen und eines spannenden Lebenswandels noch einmal von vorne anfangen wollte. Für ein ruhiges Leben als Familienvater war er noch nicht bereit. Er kündigte seine Arbeitsstelle, vermietete sein Haus und übergab die Leitung seiner Organisation an einen Nachfolger.
Dann nahm er eine Stelle in Portland an.
Ein Jahr später erwischte die Finanzkrise seinen neuen Arbeitgeber und Kris ging freiwillig, um die Stelle eines Familienvaters zu sichern. Ein mutiger Entschluss, denn auch seine Ersparnisse waren beträchtlich durch die Krise geschrumpft.
Anderen helfen, ihren Weg zu finden
Jetzt studiert Kri
s wieder und arbeitet gleichzeitig im Vertrieb einer als besonders arbeitgeberfreundlich ausgezeichneten amerikanischen Versandhauskette. Mit dem Bachelor für Finanzwirtschaft will er sicherstellen, dass er seinen Job solange behält, bis er genug Lebenserfahrung gesammelt hat, um Life Coach zu werden. Er möchte anderen dabei helfen, ihren Weg zu finden.
Hat er jetzt schon einen Tipp für Arbeitssuchende? „Es ist nie zu spät, um einen neuen Weg zu gehen, am besten einen eigenen, der noch nicht begangen wurde. Lies mal Ralph Waldo Emerson und David Thoreau wenn Du es noch nicht getan hast.“
Tipps fürs Vorstellungsgespräch
Und wie verhalte ich mich am besten beim Vorstellungsgespräch? „Meinen Job habe ich bekommen, weil ich, statt mich auf mich selbst zu konzentrieren, im Vorstellungsgespräch dargelegt habe, was ich dem Unternehmen bieten kann und welche konkreten Vorteile sie von meiner Einstellung haben werden,” rät Kris.


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