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Kris stammt aus Texas, einem der konservativsten Staaten der USA. Trotzdem hält er nicht an festgefahrenen Traditionen fest, sondern sieht das Leben als spannende Reise, die immer wieder Impulse in neue Richtungen gibt. Karriereplanung macht für ihn nur bedingt Sinn.

Immer wieder von vorne anfangen
Den 32Jährigen traf ich vor fünf Monaten in San Francisco. Schon damals diskutierten wir intensiv über verschiedene Lebensmodelle. Der anschließende Emailkontakt überzeugt mich:
Kris ist jemand, der immer wieder von vorne anfangen musste und trotzdem seine Ideale nicht verloren hat. Sein Portrait ist ein guter Abschluss meiner Weltreiseinterviews.
Freunde und Familie sind wichtiger als der Job
Kris schreibt mir: „Du wirst niemals jemanden sagen hören: ‘Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit im Büro verbracht.’ Sie sagen immer: ‘Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit mit meinen Liebsten verbracht.’“
Mit letzterem wartet Kris nicht bis zum Lebensende – die harte Schule seiner Jugend, bisher die schmerzhafteste Zeit seines Lebens, hat ihn gelehrt, wie wichtig familiärer Zusammenhalt und tiefe Beziehungen zu den Mitmenschen sind.
Mit wenig auskommen
Von seinen Eltern lernte er, mit dem Wenigsten zu überleben. Als Ältester von fünf Geschwistern zog er mit der jungen Familie unter ärmlichen Bedingungen durch die USA. Als er acht war ließ sich die Großfamilie in Idaho nieder und bezog einen kleinen Zweizimmer-Wohnwagen.
Nach sechs Jahren hatten sie genug: Der abenteuerlustige Vater verkaufte den Trailer, kaufte Land und baute eigenhändig ein Haus darauf. Das Geld reichte nur für den Rohbau, nach einem Jahr erst hatten sie Strom, nach drei Jahren Rohrleitungen.
Wahrheit erkennen, Menschen helfen
Während Kris sich in seiner Jungend von seinen Eltern distanzierte und zu einem Problemkind wurde, so dass er sogar von der Schule gehen und Privatunterricht nehmen musste, folge er als junger Erwachsener dem Beispiel seines Vaters und baute sein eigenes Haus.
Die körperlich anstrengende Arbeit auf dem Bau glich er mit einem Theologiestudium aus. Ein Freund hatte ihn mit „hot chicks“ in die Kirche gelockt. Die Frauen kamen und gingen, aber der Wunsch, die Wahrheit zu erkennen, und Menschen zu helfen, blieb.


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