Die ganze Serie →Geld verdienen mit Bloggen lesen!
Affiliate-Programme hielt ich lange Zeit für sinnlos: Die wenigsten Leser kaufen wirklich etwas, ich mache aber die ganze Zeit Werbung auf der Seite. Allmählich ändere ich meine Meinung – man muss wissen, wie man es einsetzt.

Schuld ist Sascha Pallenberg. Der erklärte in einem Interview, dass der Großteil seiner fünfstelligen, monatlichen Summe, die er mit seinem Blog erwirtschaftet, aus Affiliate-Programmen stammt. Genau das konnte ich kaum glauben, hatte ich doch seit Jahren immer mal wieder mit Affiliate-Programmen experimentiert und versuche auch meine Bücher über Amazon zu vermarkten – mit mäßigem Erfolg.
Abhängig von Inhalt und Zielgruppe
Man muss aber genauer hinschauen. Pallenbergs Beispiel zeigt auch, wie sehr der Erfolg von Affiliate-Programmen vom Thema des Blogs und der Zielgruppe abhängt – denn beides muss passgenau zur Affiliate-Werbung passen. Pallenberg selbst schreibt über teuere technische Geräte. Kauft ein User das über seinen Blog, hat er einen ungleich höheren verdienst als wenn ein Leser bei mir z.B. ein rezensiertes Buch kauft.
Ein Beispiel: Mein bester Blogpost ist der zum Thema Krankenversicherung bei Minijob, der jeden Monat tausende von Lesern unter dem Keyword „Minijob Krankenversicherung“ findet. Google-Adsense-Werbung läuft auf diesem Post hervorragend.
Irgendwann kam ich auf die Idee, in diese Seite einen Versicherungsvergleich einzubauen – weil es ja irgendwie zum Thema passt.
Juristisch bedenklich
Der wurde zwar fleißig geklickt, Abgeschlossen wurde jedoch nichts. Der Grund: Minijobber, die in der Regel vergleichsweise wenig Geld haben, werden eher selten eine private Krankenversicherung abschließen – oder nur dann, wenn sie keine andere Wahl haben; z.B. dann, wenn sie die Vorversicherungszeiten für die gesetzliche Krankenkasse nicht erfüllen. Nicht alles was zu passen scheint, passt auch!
Beim Affiliate Anbieter empfahl man mir, den Versicherungsvergleich auch im Text lobend zu erwähnen. Dies aber wäre nicht nur ungesetzlich, sondern würde auch meinem moralischen Anspruch einer objektiven, kritischen Berichterstattung widersprechen. Übrigens längst nicht das einzige mal, wo ich mich über die laxe Haltung von Online-Vermarktern zur Vermischung von Inhalt und Werbung wundere (dazu mehr in weiteren Berichten)!
Passgenaue Angebote
Im Gegensatz dazu wurden über diesen Blog schon einige BahnCards 25 verkauft. Denn da ich manchmal auch Verbraucherthemen behandle, habe ich eine ganze Artikelserie zu den Fahrpreisen der Deutschen Bahn geschrieben, wodurch ich bei Google zu den Suchbegriffen BahnCard 25 bzw. 50 erstaunlich weit vorne gelistet bin – jedenfalls weiter vorne als stern.de, für die ich den Artikel damals schrieb!
Das brachte mich auf die Idee, Affiliate-Werbung der Deutschen Bahn einzubauen, die ich übrigens hier auch gleich kritisiert habe. Meine Überlegung dabei: Wer sich über BahnCards informiert, denkt ohnehin darüber nach, ein zu kaufen. Ich sage in den Texten meine ehrliche Meinung. Und es gibt zu den BahnCards kein Konkurrenzprodukt – warum sollen die Leute also nicht eine über meine Seite kaufen?
Werbung und Objektivität?
Als jemand, der Geld verdienen möchte, schneide ich mir jedoch ins eigene Fleisch: Ich halte die BahnCard 25 ökonmisch günstiger, das habe ich auch geschrieben, die BahnCard 50 hingegen kritisiere ich, u.a. weil sie sich nicht auf die Sparpreise anrechnen lässt. Tatsächlich wurde über meine Seite noch keine einzige BahnCard 50 verkauft.
Das zeigt auch einmal mehr, wie weit sich Verbraucher in ihren Kaufentscheidungen auch von Blogtexten und Meinungen im Internet beeinflussen lassen – und welche Verantwortung wir als Blogger gegenüber unseren Lesern haben.


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