Mentales Fasten als neuer Trend: Wie geht das eigentlich? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Mentales Fasten als neuer Trend: Wie geht das eigentlich?



In der Petra schreibt Katja Kullmann über sogenanntes mentales Fasten. Eigentlich ein alter Hut: Kalender entschlacken, alte Zöpfe abschneiden, entstressen. Da es mich aber grade persönlich ansprach, recht interessant: Aber wie geht das eigentlich genau?


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„Wer heute Alltag, Liebe, Sport und Vergnügen vereinbaren will, hat in seinem Terminkalender kaum noch weiße Flächen – dabei spüren wir im Inneren selbst, dass wir uns wohler fühlen, wenn wir unser Leben locker flockig leben statt dicht gepackt.“ schreibt die Petra in Ihrer Pressemitteilung, die es erstaunlicherweise wortwörtlich auf Finanznachrichten.de geschafft hat. Abgesehen davon, dass gerade auch Finanzmenschen dringend entschlacken sollten, fällt mir keine Begründung dafür ein, aber die Redakteure werden schon wissen, was die PM da macht.

Neuer Trend oder alter Hut?

Jedenfalls will die Petra einen neuen Trend ausgemacht haben: das „Mentale Fasten“ – praktisch ein Frühjahrsputz für die Seele. Ich dachte eigentlich bisher, das heißt Entspannung oder Downshifting – aber gut, wieder was dazu gelernt.

Die Tipps, die Petra gibt, klingen eigentlich auch zunächst nicht schlecht: „Zum Mentalen Fasten gehört, dass wir ab sofort aufhören, mit Konjunktiven kostbare Zeit für unser Leben im Hier und Jetzt zu vertrödeln („Hätte ich nur damals…“, „Würde ich doch bloß…“). Der PETRA-Tipp: Achten Sie auf jedes Hätte, Würde, Wäre! Dann heult in Ihrem Inneren bald jedes Mal eine Sirene, wenn Sie auch nur im Konjunktiv denken. Zudem hilft es, alte Träume und neue Illusionen bewusst zu visualisieren und anschließend zu verbannen – zum Beispiel, in dem man sie vergräbt oder ins All schießt.“

Frühjahrsputz oder Komplettreinigung?

Ich persönlich sehe das übrigens gerade anders herum: Man könnte die alten Träume auch nutzen, um sein Leben einer Komplettreinigung zu unterziehen und einige entscheidende Dinge anders zu machen. Zum Beispiel ich: Mein Traum war es immer, ins Ausland zu gehen oder wenigstens eine Zeit des Jahres dort länger zu verbringen bzw. mehr zu Reisen.

Derzeit habe ich einige konkrete Ideen im Kopf, wie ich das noch viel besser mit meinem derzeitigen Job vereinbaren kann – und finde meine alten Ideen daher ausgesprochen konstruktiv. Dafür muss ich nichteinmal radikal etwas ändern. Warum also ins All schießen?

Auch Nervensägen können weiterhelfen

Die Petra rät weiter: „Freunde, Kollegen, Nachbarn. Die Zahl unserer Kontakte wächst stetig – und mit ihnen Ansprüche und Verpflichtungen. Der PETRA-Tipp: Auch wenn’s wehtut: Zeitfresser und Nervensägen sollten Ihr Leben jetzt verlassen! Denn einseitige Beziehungen kosten uns Energie, die wir nicht zurückbekommen. Vorsicht übrigens bei Menschen, die erstmals in unser Leben treten: Sie erfordern Zeit, die wir bewährten Freunde nehmen müssen. Daher gilt: Wenn Neues kommt, muss Altes gehen.“

Auch da bin ich anderer Ansicht: Wie schrieb Harpe Kerkeling in „Ich bin dann mal weg“ so schön: Auch die nervigsten Menschen meinen es manchmal gut mit einem. Genau diese Erfahrungen habe ich auch gemacht: Kreative Ideen, die uns voranbringen, erreichen uns manchmal nur durch neue Kontakte. Was dabei herauskommt, kann man nicht vorher immer wissen oder steuern. Und auch Zeitfresser und Nervensägen können wertvolle Impulse liefern. Daher wäre ich auch, auch wenn etwas wahres darin steckt, etwas vorsichtiger mit der Behauptung.

Nur kein Perfektionismus!

Der einzige Tipp der Petra, dem ich vorbehaltlos zustimmen kann:

Auch wenn wir darauf gepolt sind: Höchstleistungen sind nicht alltäglich, und ein Hobby ist keine Verpflichtung. Der PETRA-Tipp: Tappen Sie nicht mehr in die „Sonst macht es keiner“ oder „Ich kann alles“-Falle! Greifen Sie lieber zum dicken Marker und schwärzen Sie alle unnötigen Aktivitäten im Kalender. Wenn Sie sich also nur noch aus Prestige-Gründen auf den Golfplatz schleppen oder allein dem schlechten Gewissen auf die Familienfeier folgen, gehen Sie statt dessen ins Kino und sagen Sie Tante Emmi möglichst charmant, Sie hätten Wichtigeres zu tun…!“

Denn, das muss man manchmal klar sagen, die eigene Entspannung ist manchmal tatsächlich das Wichtigste. Nur kein Perfektionismus!

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