Maximaler Verdienst und viel persönliche Freiheit: Erwartet der Nachwuchs einfach zu viel? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Maximaler Verdienst und viel persönliche Freiheit: Erwartet der Nachwuchs einfach zu viel?



Gestern wurde hier diskutiert, warum qualifizierte Nachwuchskräfte keinen Job finden. Jetzt zeigt eine neue Studie die hohen Ansprüche der jungen Generation Y: Maximaler Verdienst bei minimaler Einengung, sprich viel Flexibilität und Freiheit. Erwartet der deutsche Nachwuchs einfach zu viel?


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Hier schreibt für Sie: Simone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

Gestern haben wir hier im Blog Karens Schwierigkeiten beim Berufseinstieg als Ingenieurin diskutiert. Dabei bemängelte sie auch die fehlende Zahl an unbefristeten Stellen und  die geringen Verdienstmöglichkeiten von Berufseinsteigern.

Eine neue internationale Studie, durchgefürht von Johnson Controls Global WorkPlace Solutions, deutet nun daraufhin, dass die Erwartungen der heute 18-25-Jährigen, die sogenannte Generation Y – insbesondere in Deutschland –  an ihre zukünftigen Arbeitsplätze insgesamt recht hoch sind.

Das betrifft sowohl das physische Arbeitsumfeld als auch die flexible Gestaltung der Arbeitszeit. Die Ergebnisse der Studie schaffen für Arbeitgeber, die auch in Zukunft junge Talente für sich gewinnen und halten wollen, neue Herausforderungen an die Arbeitsplatzgestaltung.

Arbeitsatmosphäre ist wichtig für Kreativität

„Aus Sicht der Generation Y setzt sich die Formel für Kreativität und Produktivität aus dem Verhältnis zu Kollegen, Arbeitsplatzumgebung und Atmosphäre sowie Zugriff auf modernste Technologien zusammen.

Auf letztere beiden Faktoren können und sollten Arbeitgeber positiv Einfluss nehmen“, so Dr. Marie Puybaraud, Leiterin des Forschungsbereichs Global WorkPlace Innovation bei Johnson Controls und die Initiatorin der Studie.

Zu den Top-Arbeitsplatz-Prioritäten der Generation zwischen 18 und 25 in Deutschland gehören:

Das persönliche Arbeitsumfeld:

  • 85 Prozent der 841 deutschen „Gen Y“-Befragten erwarten, einen eigenen Schreibtisch zu haben, den sie persönlich gestalten können. Diesen Anspruch haben nur 55% der chinesischen Umfrageteilnehmer und selbst in Großbritannien und den USA nur jeweils 64 und 81 Prozent.
  • Nur 8 Prozent der deutschen Teilnehmer wären bereit, ihren Schreibtisch zu teilen (z. B. für Nutzung an unterschiedlichen Tagen) und gerade einmal 5 Prozent können sich vorstellen, mit einem „Hot Desk“-System zu arbeiten, bei dem Schreibtische nicht fest zugewiesen sind, sondern immer der benutzt wird, der gerade frei ist.
  • 60 Prozent gaben an, sich erst in Räumen ab 12-16 Quadratmetern pro Arbeitsplatz wohl zu fühlen. Auch hierbei stellt die deutsche Generation Y hohe Ansprüche, denn der internationale Durchschnitt liegt bei 8-12 Quadratmetern Raum pro Arbeitsplatz.
  • Diese Ergebnisse bezeichnen, dass die Gestaltung des Arbeitsumfeldes eine ganz zentrale Rolle für die Kreativität und Produktivität der Generation Y spielt.

2.  Arbeitszeitflexibilität und Mobilität:

  • Trotz des Anspruchs an den eigenen festen Arbeitsplatz im Büro würden 76 Prozent der deutschen Umfragen-Teilnehmer flexible Arbeitszeiten dem traditionellen 9-17 Uhr-Arbeitszeitmodell vorziehen. Diese Angabe deckt sich auch mit dem Wunsch, viel mobil zu arbeiten, den 73 Prozent äußerten.
  • Allerdings erwarten nur 41 Prozent, dass der Arbeitgeber ein solches flexibles, mobiles Modell auch anbietet. Ähnlich weit klaffen Präferenz und Erwartungshaltung in diesem Punkt in den USA und Großbritannien auseinander, während in China und Indien die Generation Y größtenteils auch erwartet, was sie sich mit Bezug auf Arbeitszeitflexibilität wünscht.
  • Für Personalverantwortliche in Deutschland ergibt sich hieraus eine Notwendigkeit, diese Abweichung zu thematisieren und zu ändern.

3. Zugriff auf neueste Technologie

  • Mit der neuesten Technologie ausgestattet zu sein ist für die Befragten weltweit die Hauptvoraussetzung für Produktivität, auch vor dem Hintergrund der Mobilitätsaffinität.
  • Daher erwarten fast 60 Prozent ein Handy für Arbeitszwecke.
  • Über die Hälfte erwarten mit einem Laptop ausgestattet zu werden.
  • Und einen BlackBerry oder ein ähnliches Gerät wünschen sich fast 50 Prozent.

Finanzielle Vergütung wichtig

  • Deutsche Nachwuchskräfte legen auch vergleichsweise großen Wert auf finanzielle Vergütung
  • Während im weltweiten Durchschnitt die obersten Kriterien bei der Auswahl des Arbeitgebers die Lernmöglichkeiten und künftige Kollegen sind, steht für die deutschen „Generation Ys“ das Gehalt an oberster Stelle, gefolgt von künftigen Kollegen und Bedeutung der Aufgaben.
  • Die Lernmöglichkeiten stehen für die deutschen Befragten lediglich an sechster Stelle.

„Das Blatt wird sich wenden!“

„Während jetzt noch viele von ihnen nach einem Arbeitsplatz suchen, wird sich in Deutschland das Blatt schon bald aus rein demografischen Gründen zugunsten der Generation Y wenden. Denn qualifizierter Nachwuchs wird zunehmend zu einer knappen Ressource, da die 18-25-Jährigen heute nur 15 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ausmachen“, sagt Stefan Wolter, Geschäftsführer von Johnson Controls Global WorkPlace Solutions in Deutschland. „Es ist also an der Zeit, dass Arbeitgeber, die auch in Zukunft junge Talente werben und halten möchten, den Vorstellungen dieser Generation Gehör schenken.

Zu der Studie:

Die internationale Studie „Oxygenz: Generation Y and the Workplace“ untersucht die Prioritäten der 18-25-Jährigen mit Bezug auf deren zukünftige Arbeitsplätze, um so Firmen beraten zu können, wie sie ihre Immobilien und Arbeitsumgebungen strategisch einsetzen können, um junge Talente anzuziehen und zu halten.

Der Länderreport Deutschland basiert auf den Angaben von 841 Teilnehmern zwischen 18 und 25 Jahren. Mehr als 70 Prozent der deutschen „Generation Y“-Befragten waren Studenten; das Verhältnis der Anzahl von weiblichen und männlichen Teilnehmern war 3:Die deutsche Studie wurde online zwischen dem 17. 1. Januar und dem 7. Februar 2010 über die Website http://www.oxygenz.com durchgeführt, mit dem Ziel, eine aussagekräftige Stichprobe zum Vergleich mit den globalen Ergebnissen zu erlangen. Die deutsche Generation Y-Stichprobe von 841 beträgt 24 Prozent der weltweiten Stichprobe von 3565 Umfrageteilnehmern. Die internationale Studie „Oxygenz: Generation Y and the Workplace“ wurde von Global WorkPlace Innovation initiiert.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Simone Janson

    Für Sprung ins kalte Wasser und selbständig was machen bin ich ja auch immer zu haben!

    Mir fäll da eine Studie ein, die ich letzens zitiert habe: Jugend, Information, (Multi-) Media“ (kurz JIM), die der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest seit 1998 jährlich durchführt.

    Aber – zeitlich nicht schaffen – gutes Stichwort…

    Gruß
    Simone

  2. Regine Heidorn

    Hehe 🙂 gute Gegenfrage. Alternativen: ich hab den Sprung in’s kalte Wasser gemacht mit der Selbständigkeit ohne vorherige Unternehmenslaufbahn. Ein wackliger Weg nicht ohne Gefahr, für mich aber die einzige Möglichkeit, mich mit all meinen Fähigkeiten in meine Arbeit stürzen zu können. Aber das ist ein zu weites Feld für einen Kommentar …

    Diese Annahme der digital natives, die so virtuos mit dem Internet umgehen können, produziert so generalisiert ein Halbwissen, das durchaus dazu angetan sein kann, die Ergebnisse von Untersuchungen zu verzerren oder die Interpretation zu verflachen.
    Digital natives gehen mit den unterschiedlichen Plattformen/Netzwerken in unterschiedlichen Altersphasen unterschiedlich um. In den seltensten Fällen ergibt sich eine Übereinstimmung in der Nutzung zu z. B. digital immigrants wie mir. Es gibt dazu einige Untersuchungen, ich schaffe es gerade zeitlich nicht, diese hier anzuführen.

  3. Simone Janson

    Danke Regine für den konstruktiven Einwand. Nein, mir sind keine Vergleiche mit Online-Zahlen bekannt – das wäre mal recherchierenswert. Ohnehin wird aber offenbar grundsätzlich angenommen, dass alls jungen Leute internetaffin sind…

    > Ich hätte derzeit als Berufsanfängerin keine Motivation, mich mit unbezahlten Praktika durchschlagen zu müssen…

    Gegenfrage: Wann hatte man als Berufsanfänger dazu jemals die Motivation? Aber: Haben die Leute wirklich andere Möglichkeiten? Dass Unternehmen demnächst den Arbeitssuchenden hinterherrennen sehe ich derzeit noch nicht wirklich…

  4. Regine Heidorn

    Da es eine Online-Studie ist scheint mir die Umfrage lediglich die Bedürfnisse der Generation Y zu zeigen, die mit dem Internet vertraut ist. Gibt es Kontrollzahlen oder Vergleiche z. B. zu einer offline-Umfrage?
    Da müssen natürlich nicht zwingend Unterschiede bestehen, aber auch das festzustellen, wäre wichtig. Wurde die Affinität zum Internet abgefragt?

    Daß die Verdienstmöglichkeiten im Vordergrund stehen, wundert mich nicht wirklich. Ich hätte derzeit als Berufsanfängerin keine Motivation, mich mit unbezahlten Praktika durchschlagen zu müssen …

    Spannend finde ich die demographische Kombination, ich bin neugierig, wie sich diese Prognose auf die Arbeitsumstände in den nächsten Jahren auswirken wird.

  5. BitBoutique®

    RT @SimoneJanson: Frisch gebloggt: Maximaler Verdienst und viel persönliche Freiheit: Erwartet der Nachwuchs einfach zu viel?

  6. Simone Janson

    Frisch gebloggt: Maximaler Verdienst und viel persönliche Freiheit: Erwartet der Nachwuchs einfach zu viel?

  7. Simone Janson

    Passt gut zu der Diskussion von gestern ): Erwarten #Nachwuchskraefte einfach zu viel: #fb

  8. KompetenzPartner

    Maximaler Verdienst und viel persönliche Freiheit: Erwartet der Nachwuchs einfach zu viel?: Gestern…

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