Serie – junge Berufseinsteiger weltweit: Mit Humor im Haifischbecken – Teil 2 – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Serie – junge Berufseinsteiger weltweit: Mit Humor im Haifischbecken – Teil 2



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Anke Ernst berichtet aus Asien von ihrem japanischen Freund Hiro, dem die Menschen wichtiger sind als sein Job, der bei Vorstellungsgesprächen auch mit Kater und zerknautschten Anzug überzeugte – und der auch beim Tauchen mit Haifischen nicht seinen Humor verliert. Berufsbilder & Karrieren  Status RoleModel Vorbild Mut Risiko Lachen Humor Berufsbild Ingenieur Angst Perfektionismus Negative-Emotionen


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Hier schreibt für Sie: Anke Ernst ist Chefredakteurin des Düsseldorfer Kunstmagazins INDEX und freiberufliche Journalistin für Reise, Kunst und Kultur. Profil

Work hard, play hard

Hiro lebt nach dem Motto „work hard, play hard“. 100% geben, egal ob es Arbeit oder Freizeit ist. Und gilt das auch für Beziehungen? Hiro hat sich erst vor kurzem von seiner Freundin getrennt, an eine neue Partnerschaft hat er noch nicht gedacht.

Bei Gefühlen, sagt er, hat er im Gegensatz zur Arbeit keine Kontrolle über das, was passiert. Er lässt die Dinge lieber auf sich zukommen. Wenn er jemanden trifft und sich verliebt, dann wird er sich darüber freuen und die Zeit genießen.

Unerwartetes kann das Leben bereichern

Nichtdestotrotz wünscht er sich bald eine Familie – nachdem er sich seinen großen Traum erfüllt hat: Ein Mal in die Antarktis zu fahren. „Meine Frau wird mich wahrscheinlich nicht da hin lassen, es sei denn, sie ist verrückt.“ Hiro will diese völlig andere Welt, in der nur Eis und Kälte, Reinheit und Einfachheit herrschen, am liebsten mit einem Schneeschlitten erkunden.

Er ist davon überzeugt, dass Reisen und dabei in die neue Umgebung einzutauchen einem die Augen für die Möglichkeiten der Welt öffnet. Ein Beispiel? Unsere Freundschaft, sagt er grinsend. Sie zeige ihm immer wieder, wie Unerwartetes das Leben bereichern kann und es interessant macht. Das würde nicht gehen, wenn man alles plane und nur auf ausgetretenen Pfaden wandle.

Vorstellungsgespräch: Alles falsch gemacht und dennoch das Unternehmen überzugt

Auch deshalb beschloss er, obwohl ihm Sydney ans Herz gewachsen ist, nach seiner Doktorarbeit in Europa nach Arbeit zu suchen. Er bewarb sich in England, Deutschland und Frankreich und kombinierte die Vorstellungsgespräche mit einer Europarundreise. Seine Art zu reisen ist kreativ und scheint zu funktionieren. Die von den Unternehmen angebotenen Hotels lehnte er ab und kam in Backpacker-Hostels unter.

Als er sich in Nürnberg verlief und unvermutet in einem Rotlichtviertel landete, nutzte er die Gesprächsbereitschaft der Prostituierten, um nach dem Weg zum Hostel zu fragen. Zu einem Vorstellungsgespräch trat er mit einem Kater an. Er verpasste drei Züge, um zu einem Termin zu erscheinen. Ein Vorstellungsgespräch stand er im zerknautschten Anzug durch. Dennoch konnte er alle Unternehmen von sich überzeugen.

Menschen sind wichtiger als Status und Job

Was aber am Ende des Tages sein Leben wahrhaftig bereichert und inspiriert, sind seine Familie und Freunde. Sie sind es, die ihn glücklich machen und die ganz klar an erster Stelle stehen.

An Hiro bewundere ich seine Fähigkeit, komplizierte Probleme und Zusammenhänge erst zu akzeptieren, dann zu durchschauen und anschließend eine nachvollziehbare, klare Lösung vorzuschlagen. Dabei bleibt er immer freundlich und geht auf seine Mitmenschen ein. Hiro nimmt die Menschen ernst, unabhängig von ihrem Bildungsgrad und ihrer gesellschaftlichen Position. Ich glaube er hat es beruflich unter anderem so weit gebracht, weil er den Menschen losgelöst von gesellschaftlichen Strukturen sieht und schätzt. Sich selbst eingeschlossen.

Angst mit Humor begegnen

Vor kurzem schrieb er mir beispielsweise, dass er sein Wochenende damit verbracht hat, auf Freiwilligenbasis in den Bergen eine Hütte zu bauen. Hiro hat keine Angst vor dem Unbekannten, im Gegenteil. Er geht einfach darauf zu und vertraut auf seine Fähigkeit, das Beste aus der neuen Situation zu machen, sei es in der Antarktis oder im Rotlichtviertel in Nürnberg. Ich werde nie vergessen, wie er mir von seinen Tauchgängen in Australien erzählte während denen er auf lebensbedrohliche Tierarten stieß.

Die meisten Menschen wären sicherlich in Panik geraten, doch sein Verhalten war im Grunde viel effektiver, denn er erkannte die Gefahr, schwamm seelenruhig weg und lachte sich hinterher darüber kaputt. Mit seinem Humor kommt er eben überall gut durch – auch im Haifischbecken.

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