Gehaltsgeheimnis oder Vertuschungsversuch: Schützt der Datenschutz Schaumschläger? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Gehaltsgeheimnis oder Vertuschungsversuch: Schützt der Datenschutz Schaumschläger?



Über Geld spricht man nicht, sagt der Volksmund. Auch der Datenschutz sieht vor, dass Gehälter von Einzelpersonen geheim bleiben. Zumindest in Deutschland. In anderen Ländern wird das Einkommen einfach online veröffentlicht. Was schürt jetzt mehr den Neid und die Unzufriedenheit? Malch nachdenken…


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Hier schreibt für Sie: Simone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

Die Norweger legen alles offen

Durch Twitter bin ich heute auf diesen Interessanten Beitrag von Rainer Doh auf PR-Macher, dem Blog der Münchener PR-Agentur PR-COM.de gestoßen:

Per Zufall bin ich auf eine norwegische Website gestoßen, auf der Einkommen und Steuern der Bürger veröffentlicht werden, vollumfänglich und sehr detailliert. skattelister.no ist etwas schlicht, aber durchaus übersichtlich gestaltet und zeigt uns für alle norwegischen Orte jeweils 100 Personen mit den höchsten Einkommen.

Hilfe, Neidkultur

Doh macht sich dann im Folgenden darüber lustig, dass die Norweger so lax mit dem Datenschutz umgehen. Ich habe mir so meine Gedanken gemacht, was passieren würde, wenn jeder wüsste, was wir verdienen.

Ein Argument für den Datenschutz ist sicher die Neidkultur: Wenn der eine weiß, dass der andere mehr hat, dann it der eine neidisch auf den anderen. Aber: Ist er das nicht sowieso? Und zwar häufig deshalb, weil man glaubt, der andere hat mehr.

Das muss aber gar nicht so sein!

Datenschutz – Schutzfunktion für Schaumschläger?

Ich frage mal ganz provokant: Ist der Datenschutz nicht auch ein schöner Schutzwall für Schaumschläger? Ich behaupte mal: Vermutlich  würden viele Leute ziemlich blöde da stehen, wenn man wüsste, was sie wirklich verdienen. Nämlich wenig. Und jeder würde sagen: „Was, nur so viel?“

Ist der Datenschutz am Ende eine billige Ausrede für unseriöse Angeber und vielleicht ein paar reiche Superbonzen, die dank fadenscheiniger Spekulationen eine Menge Geld gemacht haben?

Vielleicht nicht schön: Aber vielleicht würde genau das helfen, den Sozial-Neid in unserem Lande zu begrenzen, der durch die jüngsten Sparpläne unserer Regierung noch geschürt wurde. Viele würden merken, dass sie gar nicht neidisch zu sein bräuchten.

Transparenz als Stopp-Taste für die Neidkultur?

Die Hosen runterlassen

Übrigens: Das Web 2.0 macht es vor. Viele Blogger veröffentlichen ihre Werbeeinnahmen. Das wirkt ehrlich und sympathisch.

Und dennoch: Der Gedanke „Über Geld redet man nicht“ sitzt fest im Kopf. Auch in meinem. Ich käme mir schließlich auch ein wenig vor wie mit heruntergelassener Hose, wenn ich hier meine Einnahmen offen legen würde. Wenn das aber nun jeder täte? Tja, dann säßen wir alle im gleichen Boot.

Ich finde, das ist mal ein paar Gedanken wert!

Update: Bevor hier Missverständnisse aufkommen: Der Beitrag ist als ironisch-überspitzte Denkanregung zu den unterschiedlichen Sichtweisen zum Datenschutz in verschiedenen Ländern zu sehen. Offenbar gehen die Skandinavier für unsere – auch für meine Begriffe – sehr locker mit dem Thema um. Darüber kann man sich wundern, amüsieren – oder das Thema mal aufgreifen und diskutieren. Daher meine Denkanstöße. Würde mich über weitere freuen!

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  2. Simone Janson

    Hallo LesJ,
    danke für Ihren Kommentar.
    An der Stelle müsste man mal untersuchen, ob in Ländern, in denen Gehaltdaten offenbart werden, mehr Missbrauch betrieben wird. Das würde Ihre Argumentation dann stützen.

  3. Aus Gründen des Neids? Und wie sieht es aus, Missbrauch zu vermeiden? Kurzsichtig das ganze Gedankenbild.

  4. Simone Janson

    Frisch gebloggt: Gehaltsgeheimnis oder Vertuschungsversuch – Schützt der Datenschutz Schaumschläger?

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