Gerne wird erzählt, zum Erfolg gehören gute Ideen und eine kluge Strategie – also etwas, das eine gewisse Intelligenz voraussetzt. Alles Quatsch. Mein persönlicher Eindruck: Erfolg haben vor allem die Dummen – denn “Dreist-ist-Geil”. 5 Thesen – Diskussion erbeten.

Zu viel Intelligenz schadet nur
Eigentlich stammt die These von einem guten Freund, mit dem ich mich vor einiger Zeit über ein paar alte Bekannte unterhielt – hochintelligent, aber war das Thema Karriere angeht eindeutig auf dem Holzweg. Der Grund, so mein Freund: Intelligente Menschen sind selbskritischer – und Selbstkritik steht dem Erfolg im Wege!
Eine Bestätigung dieser These lieferte diese Woche Jochen Mai: In seinem Beitrag Snakeoil (was immer das in diesem Zusammenhang heißen soll, eine Erklärung gibts nicht!) gibt er Tipps, wie man es zu Ansehen und Ruhm bringt (auch mir war nicht ganz klar, was davon Ironie und was Absicht ist!) Ein Tipp: Möglichst vehemment sein – egal ob man falsch liegt oder nicht. Denn je bestimmter man auftritt, desto mehr glauben die Leute. Ich befürchte da ist mehr wahres dran, als man auf den ersten Blick glauben mag. Aber: Irgendetwas vehemment rüberzubringen, was falsch ist – das schaffen m.E. nur Leute, die sich selbst nicht hinterfragen. Und auch über eigene Fehler nachdenken und irgendwas behaupten, um aufzufallen: Das können dümmere Menschen eigentlich besser!
Intelligente Menschen sind kritischer
Häufig stören intelligente Menschen auch die Abläufe in Unternehmen: Sie sind nicht nur mit sich selbst, sondern mit anderen überaus kritisch, hinterfragen Arbeitsabläufe, können sich schlecht anpassen, Legen den Finger auf Wunden. Dadurch machen sie die Chefs nervös, ja sie könnten sogar die Kollegen aufwiegeln. Also besser gleich feuern! Oder ist aufwieglerisches Verhalten wieder nur ein Zeichen von Dummheit – wie Corinne Maier in “Die Entdeckung der Faulheit” attestiert, weil man es sich doch besser schön bequem macht? Gestern las ich mal wieder in einem Karriereratgeber, dass gerade Frauen gut daran täten, sich den Spielregeln anzupassen und immer brav den Chef zu umschleimen. Gute Leute, die brav die Klappe halten, statt ihre Meinung zu sagen: Leider viel zu oft üblich und m.E. Innovationskiller Nr1.
Wer nicht arbeitet, hat mehr Zeit zum Nachdenken
Mit dieser These wurde ich kürzlich auf einer Veranstaltung konfrontiert. Und sie stimmt sogar: Wenn man tagaus, tagein in seinem Job malocht, kommt man einfach nicht mehr dazu, das eigene Handeln zu Hinterfragen. Manchmal ist das vielleicht sogar ganz gut so – aber manchmal würde etwas (Selbst)Kritik nicht schaden. In “Die Kunst, weniger zu Arbeiten” beschreiben die Autoren auch wie Arbeit historisch als Manipulationsfaktur eingesetzt wurde – sehr interessant. Der Denkfehler bei der These: Nicht alle Hartz-IV-Empfänger sind intellektuelle Leuchten.
Intelligente Leute durchschauen die Spielchen…
…und haben einfach keine Lust dazu. Vielleicht nicht alle. Aber so mancher wird dann eher zum Existenzalisten. Denn warum soll man sich den ganzen Tag im Hamsterrad drehen, wenn es auch anders geht? An der Stelle hört man nun gerne das Frust-Argument “Das sind Leute, die es nicht geschafft haben!”. Gegenfrage: Was bedeutet eigentlich “Es schaffen?” – weil irgendeinen Kompromiss muss ja jeder machen – oder?
Update:
Der Kreative hat Ideen, der dumme klaut sie ihm und wird erfolgreich
Ein oft in der Geschichte vorkommendes Beispiel: Der First-Mover ist nicht immer der erfolgreichere. Weil sich die meisten Leute erst an neue Ideen gewöhnen müssen, werden gute Ideen meist ziemlich oft misstrauisch beäugt und belächelt. Manche gute Idee ist auch noch nicht ganz ausgereift! Pech für den First-Mover, wenn dann der Second-Mover einfach die Idee übernimmt, verbessert- und damit erfolgreich wird. Der kreativ-erfolgreiche hat das Nachsehen, der Dumme den Erfolg!
Das stelle ich jetzt mal bewusst als Thesen in den Raum – und freue mich auf eine angeregte Diskussion!


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