Werden die Deutschen ein Volk von Neurotikern: Fast jedes zweite Kind hat schon Therapieerfahrung – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Werden die Deutschen ein Volk von Neurotikern: Fast jedes zweite Kind hat schon Therapieerfahrung


Über Uns: Top500-Blog & Akademie, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen HR-Blogs. Wir begleiten Kunden seit 1,5 Jahrzehnten im Wandel der Arbeitswelt (was unser Name bedeutet).
Bildrechte: Bildmaterial im Rahmen einer Kooperation kostenlos zur Verfügung gestellt von Shutterstock.com.

Kindsein ist heutzutage nicht immer ein Kinderspiel. Immer mehr Kinder wachsen mit getrennt lebenden Eltern auf, sie lernen in immer größeren Klassen und absolvieren das Abitur in zwölf Jahren. Und fast die Hälfte der Kinder war schon in Therapie.

Gesundheit & Feelgood  Schule Ausbildung Lernen Lesen Intuition Wahrnehmung Disziplin Verantwortung


Bildung Karriere Zukunft - Berufebilder.de-Autoren-Profil
Hier schreibt für Sie: Simone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht B E R U F E B I L D E… Profil

50% der Kinder schon in Therapie

In einer Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) gab fast die Hälfte der befragten Eltern an, dass ihr Kind auch schon einmal therapeutische Unterstützung bekommen hat. Mehr als jedes vierte Kind zwischen sechs und 18 Jahren erhielt Sprachtherapie (Logopädie), fast jedes fünfte Ergotherapie und ebenso viele Kinder waren bei der Krankengymnastik.

Mindestens eins von zehn Kindern wurde psychotherapeutisch betreut. Zudem ergab die Umfrage, dass Mädchen deutlich häufiger betroffen sind, nur knapp 40 Prozent der therapierten Kinder waren Jungen. Sind die Deutschen also auf dem besten Wege, ein Volk von Neurotikern zu werden?

Zu wenig Raum zur Entwicklung?

York Scheller, Psychologe bei der TK, relativiert die Ergebnisse: „Erfreulicherweise gibt es inzwischen sehr gute Möglichkeiten, Kinder mit Entwicklungsproblemen therapeutisch zu unterstützen. Dass mittlerweile aber fast jedes zweite Schulkind therapieerfahren ist und diese Tendenz sogar zunimmt, ist bemerkenswert. Es wirft die Frage auf, ob wir den Kindern in ihrem Alltag ausreichend Anreize und Raum geben, sich zu entwickeln.“

Ziele von Logopädie und Ergotherapie sind, die Kommunikationsfähigkeit, Bewegung, Wahrnehmung, Koordination und Aufmerksamkeit der Kinder zu schulen. Logopädie ist beispielsweise sinnvoll, wenn es darum geht, Sprachfehlern wie Stottern oder Lis-peln frühzeitig entgegen zu wirken. „Wichtig bleibt neben allen Therapiemöglichkeiten aber immer, dass Eltern und Erzieher die Kinder spielerisch in ihrem Alltag fördern“, so Scheller.

Weniger TV, mehr Austausch mit der Umwelt?

Die TK-Umfrage ergab, dass der Anteil der Kinder, die täglich mehr als zwei Stunden fernsehen, unter Kindern mit Therapieerfahrung größer ist als unter Schülern, die ohne professionelle Hilfestellung groß werden. „Sprechen lernt man nicht vor dem Fernseher.

Für die sprachliche – und natürlich auch motorische Entwicklung – ist es wichtig, dass die Kinder sich und ihre Umwelt im richtigen Leben wahrnehmen. Dafür ist der Austausch mit anderen, die soziale Interaktion ganz wesentlich“, so der TK-Psychologe.

Einsamkeit fördert Neurosen?

„Unsere Umfrage zeigt jedoch, dass gerade die Kinder, die heiltherapeutische Hilfe benötigen, seltener mit Freunden spielen als andere.“ In der TK-Umfrage gaben über zehn Prozent ihrer Eltern an, dass ihr Sohn bzw. ihre Tochter sich überhaupt nicht mit Freunden trifft. Weitere 37 Prozent spielen maximal eine Stunde täglich mit anderen Kindern.

„Was für die Eltern-Generation noch selbstverständlich war, sich nach Schule und Hausaufgaben mit Gleichaltrigen zu treffen, gilt heute offensichtlich für immer weniger Kinder. Dabei ist genau dies für sie so wichtig. Das Spielen mit anderen fördert Neugier und Selbstständigkeit. Die Kinder haben einen natürlichen Bewegungsdrang und nur wenn sie die Chance haben, sich auszutoben, können sie auch am Vormittag die nötige Konzentration für die Schule aufbringen und haben nachts einen gesunden Schlaf.“

Tipps

Der Psychologe empfiehlt daher, für einen geregelten Tagesablauf zu sorgen, den Kindern ausreichend Gelegenheit zum Spielen und Toben zu geben und gemeinsame Rituale wie eine Gute-Nacht-Geschichte oder einen Spielenachmittag einzuplanen. Damit ist eine gute Basis gegeben, um Sprache, Koordination und Phantasie zu entwickeln.

berufebilder

Mehr HR-News & Tipps? Unsere 30.000+ Community freut sich auf Sie!


Der Debatten-Monitor bündelt 25.000+ Leserstimmen zu unseren Beiträgen auf B E R U F E B I L D E R, in Social Media & im Netz - aktuelle Debatten abonnieren. Viele unserer Beiträge entstehen durch Leser-Anregung: Schlagen Sie Ihr Thema vor!

Meinungen abonnieren per RSS oder (erforderliche URL!) Bitte die Debatten-Regeln einhalten, Beiträge müssen freigeschaltet werden. Fotos sind via Gravatar möglich, Ihre eMail-Adresse bleibt geheim.

    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Simone Janson

    Frisch gebloggt: Werden die Deutschen ein Volk von Neurotikern? Fast jedes zweite Kind hat schon Therapieerfahrung

  2. KompetenzPartner

    Werden die Deutschen ein Volk von Neurotikern? Fast jedes zweite Kind hat schon Therapieerfahrung: …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.