Wenn der Bus Weihnachten zu früh kommt: Kunden gehen den Stadtwerken Bonn „am Arsch vorbei“! – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Wenn der Bus Weihnachten zu früh kommt: Kunden gehen den Stadtwerken Bonn „am Arsch vorbei“!



Auch zu Weihnachten muss man sich über schlechten Kundenservice ärgern. Schlimm ist nur, wenn es den betreffenden Mitarbeitern „am Arsch vorbei geht“, ob die Kunden zufrieden sind oder nicht.


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Hier schreibt für Sie: Simone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

Das Fest der Liebe?

Es ist Weihnachten, das Fest der Liebe! Man macht sich also auf mit viel Gepäck gen Heimat.. und scheitert beinahe schon auf der ersten Etappe an den Busfahrern, in meinem Fall einem Mitarbeiter der Bonner Stadtwerke. Denn auf dem Weg zur Bushaltestelle, die ich drei bis vier Minuten zu früh erreichte, bretterte schon der Bus an mir vorbei!

Selbstredend fährt selbiger auf dem Dorf an solchen Festtagen nur alle halbe Stunde, in diesem Fall war der festgesetzte Zeitpunkt für die Linie 605 ab Alfter-Oedekoven Kramersbruch Richtung Bonn 9.54 Uhr. Ich musste ja meinen Zug kriegen – also hatte ich mich alleine deshalb schon beeilt.

Der Bus kommt erheblich ZU FRÜH – leider kein Aprilscherz!

Leider war ich dann doch nicht so schnell wie der Busfahrer meines Vertrauens, der die Bushaltestelle überpünktlich, um genau zu sein 4 Minuten zu früh, erreichte. Wer nun aber denkt, dass der Busfahrer, dem ich mit schwerem Gepäck durch heftiges Winken meinen Mitfahrwunsch signalisiert hatte, auf mich wartete, der irrt: Der Bus fuhr einfach weiter, er hielt nichtmal. Einen Moment lang glaubte ich an einen schlechten Scherz; aber wir hatten ja Weihnachten (das Fest, an dem man zumindest als nette Geste erwarten könnte, das Busse auch mal pünktlich halten, was normalerweise schon sehr selten Fall ist), nicht den ersten April.

Ich stand nun also ziemlich bedröppelt herum und habe mich gefrag, wie ich denn nun heim kommen sollte – da näherten sich meine persönlichen Weihnachtsengel in Form eines netten älteren Ehepaars aus der Nachbarschaft. Die beiden brachten mich zum Bahnhof Duisdorf, wo ich mit letzter Kraft den Regionalzug erreichte – und damit glücklicherweise viel früher am Bonner Hauptbahnhof anlangte als dass mit dem Bus jemals der Fall gewesen wäre. Mein Zug hatte eine halbe Stunde Verspätung, na gut, ich kaufte meine Zugfahrkarte – und beschloss, einfach mal bei dem Busfahrer direkt nachzuhören, warum er es denn so eilig gehabt hat. Denn, so sagte ich mir, könnte ich ihm und mir die zeitraubende Beschwerdeprozedur ersparen

Nachfragen beim Busfahrer

Ich habe also an der Haltestelle auf „meinen“ Bus gewartet und ganz freundlich nachgefragt. Die erste Aussage des Herren war: „Ich war doch gar nicht in Alfter!“ Erst nach dreiminütiger Diskussion stellten sich die geographischen Unkenntnisse des Herren heraus. Oedkoven als Ortsteil von Alfter (nicht) wahrgenommen zu haben. Nun gut, kann passieren (wenn ich das allerdings bei Busfahrern schon bedenklich finde…)

Ich habe daraufhin gefragt, wie es zu der Verfrühung kommen konnte. Antwort: „Ich bin doch gar nicht zu früh!“ Denn, das muss man sagen, mittlerweile hatte der Bus 3 Minuten Verspätung eingefahren. Was allerdings nichts damit zu tun hat, dass der Bus zu Beginn seiner Reise zu früh war.. aber derart die fehlende Logik seiner Argumentation zu begreifen – das war wohl ein Problem für den Herrn.

Es war übrigens nicht so, dass der Herr sich geduldig meine Fragen anhörte: Viel mehr versuchte er mich demonstrativ zu ignorieren, indem er davon lief und sich mit seinen Kollegen unterhielt, vor denen er mich außerdem lächerlich zu machen versuchte.

Ich habe darufhin angemerkt, dass man ja an Weihnachten ein freundliches Entgegenkommen erwarten könne und versucht, ein gewisses Verständnis dafür zu zeigen, dass an Weihnachten Arbeiten nicht gerade die Wonne ist. Und um wenigstens eine Entschuldigung gebeten.

Antwort: „Seien Sie pünktlich an der Bushaltestelle, dann passiert so etwas nicht!“ Spätestens jetzt wurde mir bei aller Freundlichkeit klar, dass mein Unterfangen sinnlos ist. Denn man könnte jetzt wieder von vorne anfangen. Ich sagte also, dass ich mich über die Verfrühung, eine bezeugbare Tatsache, beschweren werde. Und er: „Na dann machen Sie doch. Das geht mir am Arsch vorbei!“

Jeder Mitarbeiter eines privaten Unternehmen würde sofort entlassen werden!

Erschreckend! Jeder Mitarbeiter eines privaten Unternehmens, der zahlenden Kunden gegenüber eine solche Aussage tätigt, würde sofort entlassen werden! Zumal in Zeiten, in denen immer mehr Unternehmen auf Ihre gute Reputation im Internet achten.

Die Stadtwerke Bonn hingegen können es sich offenbar leisten, Mitarbeiter zu beschäftien, die zahlende Kunden beleidigen und mit unflätigen Ausdrücken beschimpfen.. Ja mehr noch, der betreffende Mitarbeiter muss offenbar keinerlei Sanktionen für seine Aussage befürchten, sonst würde er diese nicht mit einer solchen Selbstgefälligkeit äußern.

Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass ich mich über Unverschämtheiten von Busfahrern oder Verfrühungen beschwere, die Belege habe ich auch noch.  Anfangs bekam ich als nette Geste noch ein paar Freifahrscheine, die ich als Abokunde verschenken konnte. Die letzten male gabs nur noch ein paar dankende Worte für meine Aufmerksamkeit, die angeblich dazu beiträgt, den Service zu verbessern. Geändert hat sich, wie man sieht, genau gar nicht.

Vermutlich würde ich auch diesmal wieder ein nettes Dankschreiben bekommen mit den Hinweis, dass man die Sache überprüft hat und keine Verfrühung feststellen konnte – oder irgendeine andere Ausrede, die ich kaum wiederlegen kann. Genau deshalb habe ich diesmal einen Blogbeitrag veröffentlicht.

Wer solche Mitarbeiter beschäftigt, ist selbst schuld!

Mehr noch: Aus der Tatsache, dass solche Mitarbeiter weiter beschäftigt werden und dass sich nichts ändert, ziehe ich folgende Schlüsse: Die Haltung des Busfahrers steht für die des gesamten Unternehmens. Den Stadtwerken Bonn gehen Ihre Nahverkehrskunden tatsächlich „am Arsch vorbei“. Kein Wunder: Die Kunden, zumindest die ohne Auto, sind auf die Busse und Bahnen der SWB angewiesen. Konkurrenz gibt es nicht. Warum sollte man sich also um ein positives Image bemühen? Eigentlich muss ich dem Busfahrer danken, dass er das mal so offen ausgesprochen hat.

Übrigens ziehe ich aus diesem Verhalten die Konsequenz: Ich ziehe um – weg aus dem Einzugsbereich der SWB. Nicht nur deswegen, aber auch! Denn ich weigere mich, weiterhin zwangsweise SWB-Kunde zu sein. Die SWB kann sich freuen: Sie hat einen querulierenden Kunden weniger – aber Geld an mir verdienen wird sie natürlich auch nicht mehr.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Simone Janson

    Hallo, offenbar sind Sie selbst Busfahrer. Sie haben meinen Text aber falsch verstanden: Ich beschwere mich nicht über die Busfahrer sondern über die Unternehmensführung, die mit ihren Maßnahmen solche Zustände hervorruft. Mir ist schon völlig klar, dass der einzelne Busfahrer zwischen allen Stühlen hängt.
    Ich verstehe ihren Unmut über die gesamte Situation, kann dazu aber nichts mehr sagen, zumal ich nicht mehr vor Ort bin.
    Danke für Ihr Verständnis.

  2. Stimmt die stadtwerke Bonn hat die wendezeiten und die fahrzeiten verkürzt weil die irgenwie am sparen..Und genau von daher kommen starken bremsen mit vollgase Abfahrten nicht mal bissen zeit lassen bis ein alte dame schön mit der ruhe platz nimmt… Weil der Fahrer pünklich auf der strecke sein will,dat der Fahrer keine meckerene leute auf der strecke kriegt….

    Früher war es alles optimal kein kurzfälle garnichts von der haltstelle Alfter-Oedekoven Kramersbruch Richtung Bonn fuhr die 632, konnte der Fahrer schön gemütlich fahren, der sollte sich überhaupt nicht beeilen weil der fahrzeiten genug gehabt hatte. Da habe ich nichts dagegen also..

    Aber sie reden über die bonner Fahrer ganz gemeinsam das ist ein fehler von ihnen.. Als ein Fahrer irgendwannmal kann er auch nicht mehr durchalten… z.B – während der Bus normal fährt,kommt eine „ich habe termin bitte bissen schneller“, kommmt dann näcshte „du bist zu schnell beschwerde kriegen sie sowieso von mir“
    Es gibt ganz verschiedene menschen und verschiedene meinungen und alle kann er allein nicht glücklich machen

    Wissen Sie wie viele bonner Fahrern wie viel mal in krankenhaus waren??
    Die werden geschlagen immer wieder ,wegen ein klein kasse..

    Wenn ein bus ausfällt fast jeder fahrgast läuft genau wie Sie zum irgendeinfahrer und lässt sich schön meckern..

    Sie haben vileicht sagen wir mal maximal 3-4 mal erlebt aber ein Fahrer muss es jeden tag erleben…

    1.Chef 2.Fahrgäste 3.Serviceinfo 4.betrieb genau in der mitte befindet sich der Fahrer..

    Die sind auch menchen wie wir, die die am lenggrad sitzen oder???
    Glauben Sie es wir machen es alles selber kaputt..

    Sie wissen nicht mal wie der sache abläuft.

    Es gibt tausende gründe wie so der fahrer dauerschlechtlaune hat alles kann ich nicht schreiben aber wenn sie unbedingt eine gute info haben wollen dann müssen sie sich bei der stadwerke bonn bewerben als kraftfahrer und durch die stadt mit GelengBus(mit150 Personen) nur eine Runde drehen nur ein Runde wäre schon ok dann für sie..

  3. wenn Sie 5 Minuten früh an der haltstelle sein konnten, hätten Sie diese Probleme esrt gar nicht gehabt..
    Der Gesetzgeber sagt es auch dass die Fahrgästen 5 Minuten vor Abfahrt an der haltstelle sein sollen..

    In dieser zeitrum können sie villeicht passende geld vorbreiten oder nach 21 Uhr Aboausweis rausholen oder für die Einsteig sich vorbreiten damit alles in Plan läuft und der pünktlich abfahren kann, werden dann viele Busse auch nicht verspätet..

    Müssen Sie auf letzten zeit druck an der Haltstelle sein ???
    Es gibt auch netten Busfahrer die ihnen guten tag, tschüss, hallo usw. sagen in bonn oder ??? Schlechten gibts überall.. Können sie nicht bissen pozitiv denken??

    Ein Busfahrer Transpotiert am Tag über 4.000 Personen und am Tag kriegt er 4.000 beschwerden natürlich nicht, vielleicht in 3 monaten einmal oder so.. Was ich sagen wollte also die sind Menschen Fehler kann ja jeder.. maschienen sind die nicht..

    Wenn Sie unbedingt den Bus kriegen wollen dann müssen sie als ein Fahrgast alles mit rechnen wie Busfahrer ihre verantwortung während der Fahrt alles mit rechnet damit sie gut ankommen können… ein bus vorher nehmen wenn sie wichtige anschluss haben Termin haben what weiss ich…

    Aber meckern ist halt immer leichter..

    • Simone Janson

      Hallo derboss,
      ich freue mich, wenn dieser Beitrag auf Resonanz stößt. Dass er mich nicht mitnimmt, kann natürlich passieren. Das Verhalten, als ich ihn daraufhin zur Rede gestellt habe, allerdings nicht. Das ist dann für mich auch kein kleiner Fehler mehr, sondern eine Unverschämtheit. Wenn meine Mitarbeiter meine zahlenden Kunden so beleidigen würden, wäre das für mich ein Grund zur Entlassung.

      Außerdem hätte ich den Beitrag nicht geschrieben, wenn das ein Einzelfall gewesen wäre: War es aber nicht. Aufgrund von massiven Einsparmaßßnahmen beim Fahrpaln und verkürzten Wendezeiten kommen die Busse ständig 20-30 Minuten zu spät. Das ist natürlich nicht die Schuld der Fahrer sondern der Verkehrsbetriebe. Daher sind Fahrgäste und auch Busfahrer dauerschlechtgelaunt. Die Situation ist insgesamt mehr als angespannt.

      Das ganze hat übrigens auch politische Dimensionen: Es wurden auch Busslinien wieder eingeführt, die längst gestrichen waren – das, wie man mir erzählte, lag nur daran, dass ein leitender Mitarbeiter der Stadtwerke Bonn da wohnte, der seine Kinder nicht ständig irgendwo abholen musst. Rheinischer Klüngel eben.

      Der Beitrag war vor allem auch an die Stadtwerke Bonn adressiert, um klar zu machen, wie angespannt die Situation mittlerweile ist.

      Da ich zum Glück nicht mehr dort wohne, kann ich nicht sagen wie die Situation heute ist. Ich bin aber nicht zuletzt wegen der ständigen Streiteren mit den Bonner Stadtwerken, Busfahrern und von Jahr zu Jahr schlechter werdenden Anbindungen in die Großstadt gezogen. Das Leute zum Wegzug genötigt werden, ist ja eigentlich schon traurig…

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