Warum MINT-Studieren sinnvoll ist: Hilfe, Fachkräftemangel!


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13.07.2009 1036 Leser 120 Debatten 353 Wörter Lesezeit: 2 Minuten, 32 Sekunden

Wir sind: Eines der 500 wichtigsten deutschen Blogs, laut DIE ZEIT & Wikipedia eines der meistgelesenen Jobblogs. Schwerpunkt: Digitaler Wandel in Bildung & Arbeitswelt.

Neue Strategien für mehr MINT-Absolventen (in den Fächern Mathematik, Informatik, Natur- und Technikwissenschaften) sind laut einer aktuellen Studie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft dringend notwendig, um die künftige Lücke bei MINT-Fachkräften zu schließen.

Der Grund für die Nachwuchsmisere liegt im demografischen Wandel: In Deutschland gehen jedes Jahr deutlich mehr Ingenieure in Rente, als neu in den Beruf einsteigen, und die Schere wird mit jedem Jahr größer.

Deutschland am Schluss der Rangliste

Deutschland liegt mit diesem Trend weiter am Schluss der Rangliste aller OECD-Länder. Das sei besonders deshalb dramatisch, weil die Bundesrepublik einen deutlich höheren Industrieanteil am Bruttoinlandsprodukt hat als fast alle anderen führenden Industrienationen.

Die Krise beeinflusst die großen strukturellen Trends kaum, umgekehrt gilt das aber leider nicht. Deutschlands Vorsprung bei den zukunftsträchtigen Effizienztechnologien droht nach Aussage von Experten zu schmelzen, weil es am Nachwuchs in diesen interdisziplinär geprägten Branchen fehlt.

Da die Absolventen der MINT-Fächer stark zu Forschung und Innovation beitragen, könnte sich, so warnen Experen, fehlender Nachwuchs besonders nachteilig auf die zukünftige Innovationskraft Deutschlands auswirken.

Was dagegen tun?

Daher wird man jetzt aktiv: Mit einem neuen Wettbewerb wollen der Stifterverband und die Heinz Nixdorf Stiftung daher die Hochschulen ermuntern, nachhaltige Strategien für mehr MINT-Absolventen zu entwickeln.

Die Hochschulen sollen mehr Studienanfänger für die MINT-Fächer begeistern, den Studienerfolg erhöhen (also Abbruchquoten senken) und mehr ausländische Studierende gewinnen und halten. Bis zum 1Oktober 2009 können sich Hochschulen um insgesamt 1,6 Mio. Euro Fördergelder bewerben. Es sollen bis zu sechs Hochschulen gefördert werden. Mehr Informationen:

Auch Frauen sollen MINT machen

Die Förderung der MINT-Fächer ist indes etwas, das sich auch die Bundesagentur für Arbeit auf ihre Fahnen geschrieben hat – und zwar gerade bei Frauen: . Mit Initiativen wie sollen verstärkt weibliche Interessenten für diese Fächer gewonnen werden.

An sich eine schöne Idee, für mich aber wirkt das immer ein bisschen so, als wolle die Bundesagentur der Arbeit mit solchen Aktionen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Weniger arbeitslose Frauen auf der einen Seite, weniger freie Stellen auf der anderen und schon ist die Statistik wieder glatt. Ob solche Programme nämlich wirklich mehr Frauen für MINT-Fächer begeistern können, ist fraglich.

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  13. Es gibt also noch Diplomarbeiten in Zeiten von Bologna! 😉

    Hallo Herr Beck,
    falls Sie die Ingenieurlücke mal hinterfragen möchten, hätte ich noch ein paar Blickpunkte zu den üblichen Seiten wie:
    http://www.vdi.de/41790.0.html
    http://www.mintzukunftschaffen.de/mint-luecke-20.html
    Einiges davon hat Svenja Hofert in ihrem Blog bereits beleuchtet:
    http://karriereblog.svenja-hofert.de/2011/09/der-grose-bluff-mit-mint-geruch/

    Ich denke, es gibt in vielen Branchen tatsächlich einen großen Fachkräftebedarf, in der Pflege sogar einen Dauer-Mangel. Allerdings wird die Argumentation in der öffentlichen Diskussion oft einseitig bestimmt von Interessen der Arbeitskräfte-Nachfrager. Dies könnte ggf. irgendwann zu einem Überschuss an bestimmten MINT-Fachkräften führen, weil auf Biegen und Brechen darin ausgebildet wird.

    Spannend ist das Thema allemal.

    In diesem Sinne
    viel Erfolg bei Ihrer Arbeit!
    Auch ich bin gespannt!
    Lars Hahn

  14. Simone Janson

    Hallo Herr Beck,
    zunächst finde ich das Thema Ihrer Diplomarbeit sehr spannend und würde mich freuen, wenn Sie mir und meinen Lesern nach Fertigstellung/Veröffentlichung Ihr Diplomarbeitsergebnisse zugänglich machen würden.
    Meine Meinung spiegelt sich in den letzten beiden Artikeln meiner Reihe wieder:
    Nämlich, dass das Thema auf der einen Seite viel zu polemisch diskutiert wird und man z.B. auch erstmal überlegen muss, was eigentlich mit Fachkraft gemeint ist. Plakativ gefragt: Ist nicht jeder irgendwo eine Fachkraft? Dass es auf der anderen Seite einige Unternehmen auch weiterhin schön bequem haben wollen bei der Bewerberauswahl und deshalb den Fachkräftemangel etwas zynisch als Marketinginstrument einsetzen. Während andere Unternehmen vielleich wirklich keine passenden Leute finden (was wiederum auch andere Gründe haben kann, aber nicht muss). Kurz: Eine differenzierte Betrachtung ist notwendig und das ganze Thema wird leider viel zu stark verallgemeinert. An eine großangelegte Verschwörung, wie sie von einigen Kommentatoren vermutet wird, glaube ich hingegen nicht. Eher an viele kleine Versäumnisse.

    Auf der anderen Seit wird die Marketinglüge aber auch gerne viel zu bereitwillig geglaubt – von Hochschulen, Absolventen, Studierenden und da ist der Fachkräftemangel alle auch irgendwie ganz bequem. Dazu habe ich hier einen kleinen Rant geschrieb:

    Ich bin gespannt auf Ihre Diplomarbeit.
    Viele Grüße
    Simone Janson

  15. Rafael Beck

    Sehr geehrte Frau Janson, ich schreibe gerade eine Diplomarbeit über den MINT-Fachkräftemangel in Deutschland und Möglichkeiten von Bildungspolitik & Bildungsoffensiven zur Vermeidung des Mangels.

    Ich habe mir Ihre Artikel durchgelesen und mit Freude die Kommentare durchstöbert.

    Ich habe nun eine Frage an Sie persönlich: Was für ein Fazit ziehen Sie aus der Diskussion um den MINT-Fachkräftemangel in Deutschland?

    Es wäre schön zu wissen, wie Sie zu dieser kontrovers geführten Diskussion stehen.

    Mit freundlichem Gruß

    Rafael Beck

  16. Liane Wolffgang

    Frage zur Diplomarbeit: Die Diskussion über den MINT-Fachkräftemangel: Sehr geehrte Frau Janson, ich schreibe ge…

  17. Emery Obermeyer

    Very good. Thanks for share it.

  18. Roberto Helchheim

    Simone Janson sagt: (15. März 2010 um 08:21)
    „..Was auch daran liegt, dass m.E. die Bundesagentur für Arbeit gerne dafür sorgen würde, dass die Leute eine vergleichsweise sichere Sache studieren und dann entsprechende Studiengänge gezielt bewerben. ..“ Echt ? Gehen Sie doch mal zu ihrem „Arbeitsvermittler“, seine erste Amtshandlung ist die Seite von Brunel/Ferchau und Konsorten im Browser aufzurufen und Ihnen zu sagen „bewerben Sie sich doch mal da“. Hab ich selbst erlebt, da mußte ich mich wirklich beherrschen sonst wäre sicher eine Kriminalakte über mich angelegt worden. Würde ich an meinem Arbeitsplatz die Seite der Konkurrenz aufrufen, würde ich postwendend auf die Straße gesetzt werden. Zu Recht ! ***
    Aber das Problem in Deutschland liegt glaube ich ganz wo anders.
    ich bin z.B. auf der Suche nach einer richtig guten Digitalkamera (Spiegelreflexformat). Die kann ruhig eine Stange Geld kosten. Einzige Bedingung, die muß (ausschließlich!) in Deutschland konstruiert und gefertigt sein. Seltsamerweise finde ich keine. Würde auch Praktika, Leica, etc. wählen, aber sind die hier zu 100% gefertigt ? Kann ich mir kaum vorstellen. Versteht das jemand ? Ist doch klar, solange ich bei PC’s, Laptops, Kameras, Autos,.. ausschließlich ausländische Produkte wähle, darf ich mich doch nicht wundern daß hier kein Produktionsbedarf mehr beseht. Bin ich der Einzige, dem das auffällt ? Soweit ich mich erinnern kann, stand der Begriff „Made in Germany“ mal für einen weltweit hohen Standard an Fertigung, Produktion und Qualität. Vielleicht sollte ich auch den „Master“ machen, um das alles zu verstehen. Mir kommen einfach nur die Tränen wenn ich sehe wie unser Know-How ohne mit der Wimper zu zucken nach Malaysia/China/Russland/usw. getragen wird. Früher stand der Begriff „Ingenieur“ mal für Produkte, die nicht von jedem Fuzzi einfach mal eben kopiert werden können. „Früher“ hat sich z.B. der Amerikaner die Finger danach geleckt, deutsche Grundig-Datenblätter zu lesen weil es die einzigen waren. Heute MUSS ich hier in Deutschland englische Datenblätter lesen. Seltsam oder ?

    • Simone Janson

      Hallo Herr Helchheim,
      danke für Ihren Erfahrungsbericht – und das gründliche Lesen meiner vergangenen Beiträge 😉
      Sicherlich spielt auch das Kaufverhalten der Verbraucher eine Rolle: Ich glaube jedoch, dass Verbraucher nicht nur billig um jeden Preis kaufen wollen, sondern auch bereit sind, etwas mehr zu zahlen, wenn Qualität und/oder Service stimmen. Genau bei Kundenservice und Innovationsfähigkeit mangelt es aber m.E. bei Deutschen Firmen. Eine Zwangsverpflichtung, nur noch deutsche Produkte zu kaufen, wäre der falsche Weg und würde nicht funktionieren.
      Gruß
      Simone Janson

  19. Hallo,

    hier ein paar Links, die bei einer Entscheidung zur Auswanderung helfen können:

    Viele Grüße

    Karen

  20. Die Aussage von Karen in punkto Förderung von Mitarbeitern lässt sich auch auf die Schweiz übertragen. Ich habe auch hier in der Schweiz das Gefühl, das Schweizer Firmen eher bereit sind, in die Resource Mensch Geld in Form von Weiterbildung zu investieren, als es bei einigen deutschen Firmen der Fall ist. Auch reicht die Altersstruktur in der Abteilung, in welcher ich arbeite, vom Lehrling bis zu Mitarbeitern, welche in 1 – 2 Jahren in Rente gehen.

    MFG
    Marcus

  21. Simone Janson

    Ja, aber Sie hatten erstaunlich schnell etwas gefunden. Ein anderer Diskussionsteilnehmer auch.
    Also doch die Kurzsichtigkeit deutscher Unternehmen?
    Gruß
    Simone Janson

  22. Hallo,

    nicht jede/jeder, der sich im Ausland bewirbt, bekommt sofort eine Stelle. Es ist nur so, dass jede/jeder, der aus Deuztschland weggeht, eine Stelle hat. Man kann Deutschland nur verlassen, wenn man im neuen Land eine Anstellung hat. Alles andere wäre ein unkalkulierbares Risiko. Es ist allerdings so, dass man im Ausland zur Zeit noch eher eine Stelle bekommt, da die Firmen, vorallem in Skandinavien, in die Einarbeitung und Weiterbildung investieren und damit auch Absolventen eine Chance bekommen.

    Viele Grüße

    Karen

  23. Simone Janson

    Hallo Monika,
    ein interessanter Aspekt wäre vielleicht ein Vergleich mit dem Ausland: Warum finden manche Leute dort praktisch sofort einen Job, wie das hier geschildert wurde – und in Deutschland nicht?

  24. Simone Janson

    @habichthorn @alexbonde @StefanKaufmann Gibt's wirklich Fachkräftemangel?Diskussion m.Betroffenen

  25. Hallo,

    ich möchte eine Studie zum Thema Ingenieurmangel in Auftrag geben, und bin dabei die wichtigsten Fragen zusammenzutragen.
    Hier meine bisherige Sammlung mit der Bitte um weitere Anregungen und Ergänzungen. Danke!
    • Wie hoch ist der Anteil der Ingenieure, die regulär ihre Berufszeit beenden?
    • Wie viele Ingenieure sind arbeitslos? Wie sind sie qualifiziert? Wie steht es um ihre Mobilität? Wie ist die Altersstruktur?
    • Was sind die Hauptgründe für Arbeitslosigkeit bei Ingenieuren?
    • Aus welchen Gründen scheiden Ingenieure vor Erreichen des regulären Rentenalters aus dem Beruf aus?
    • Wie hoch ist der Anteil der Ingenieure in gesicherten Arbeitsverhältnissen und in befristeten Arbeitsverhältnissen?
    • Wie hoch ist der Anteil der Ingenieure, die bei Zeitarbeitsfirmen oder über Ingenieurdienstleister beschäftigt sind?
    • Wie hoch ist der Anteil der Ingenieure in prekären beruflichen Lagen? Welche Gründe gibt es dafür?
    • Wie hoch sind die Durchschnittsgehälter von Ingenieuren?

    • Simone Janson

      Liebe Monika,
      ich finde das eine Super-Idee. Eine entsprechende Studie würde mir auch helfen, das Thema dann in den Medien publik zu machen. Vielleicht hat ja der eine oder andere noch einen konstruktiven Vorschlag.

  26. Simone Janson

    Hallo Leila, danke für Ihren Kommentar und Ihre Erfahrungen. Das bringt nochmal einen ganz neuen Aspekt in das Thema.
    Sie hätten nicht zufällig Lust, mir ein Interview zu geben zum Thema „Bewerben mit Migrationshintergrund“?, sprich über Ihre Erfahrungen. Das fände ich sehr ein spannendes Thema und den Fachkräftemangel könnte man auf diese Weise auch behandeln.
    Bei Interesse einfach E-Mail an redaktion@berufebilder.de.

    Simone Janson

  27. Hallo,

    ich habe mit Interesse die Beiträge, die ja bereits von März bis heute gehen, gelesen. Lassen sie mich meine Geschichte und Erfahrungen erzählen, auch wenn all diese Geschichten Einzelschicksale sind und man nicht auf die Allgemeinheit schließen kann. Ich habe 2006 erfolgreich mein Elektrotechnikstudium mit einer sehr guten Note abgeschlossen, habe Praktika bei großen Firmen gemacht, spreche 4 Sprachen, davon englisch und spanisch fließend. Anschließend begann ich meine Promotion zum Dr.-Ing. an der Universität und werde dies bald abschließen. Nun ja soweit so gut. Zu erwähnen wäre noch, dass ich keine 30 Jahre alt bin, allerdings eine Frau mit Migrationshintergrund (dieses Wort sollte das Unwort des Jahres werden) lebe aber seit 25 Jahren in Deutschland. An der Universität verdiene ich nicht schlecht, gerade im Bereich E-Technik sind wir Drittmittel finanziert, also habe ich so um die 2000 Euro NETTO jeden Monat zur Verfügung. Leider kann ich nicht ewig an der Uni bleiben und werde mir nach meiner Dissertation, etwas neues suchen müssen. Also habe ich zahlreiche Bewerbungen an die Industrie losgeschickt, mit der Folge, dass ich nur absagen erhalten habe. Ich bin nicht einmal Standort gebunden und würde auch umziehen. Mangelnde Felxibilität kann man mir hier auch nicht vorwerfen.
    Nun ja, aber ich finde es auch nicht angebracht in komplette Verzweiflung zu verfallen. Fakt ist, dass man Glück haben muss und zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Darauf hoffe ich ja noch.

  28. Simone Janson

    Hallo Informatiker,
    vielen Dank für diesen wirklich ehrlichen und zum Teil auch selbstkritischen Bericht. Ihre Aussage trifft vermutlich ein Problem, das viele, gerade kleinere Unternehmen haben – und das ich als Selbständige : Schwankende Auftragslage, kein Zeit, Mitarbeiter anzulernen bei gleichzeitigem Mangel an qualifizierten Leuten.
    Da wird in Deutschland dann gerne auf die Kurzsichtigkeit der Unternehmen gedroschen, was zum Teil auch berechtigt ist. Allerdings ist auch die gesamte Wirtschaft derart in Bewegung, dass ja eine langfristige Planung, wie man sie früher gewohnt war, gar nicht mehr möglich ist.
    Ich kann die Haltung ihres Unternehmens, als, wenn auch kleine, Selbständige gut nachempfinden. Gut findet das sicher niemand, aber klagen hilft auch nicht weiter.
    Ich sehe auch, dass von potentiellen Arbeitbeitnehmer zunehmend verlangt wird, sich selbst immer weiter zu qualifizieren und sich nicht darauf zu verlassen, dass das Unternehmen ihn schon anlernt.

    Übrigens wäre das nun wirklich ein intereessanter Artikel auch für ein größeres Medium, die Haltung von Unternehmen wie auch Bewerbern gegenüberzustellen – ggf. ginge das auch anonym, weil sich vermutlich niemand namentlich so offen zu diesem Thema äußern wird.

  29. YOUNECT GmbH

    RT @SimoneJanson: #Insiderbericht So geht es in Unternehmen wirklich zu – interessanter Diskussionsbeitrag zum #Fachkräftemangel

  30. Simone Janson

    #Insiderbericht So geht es in Unternehmen wirklich zu – interessanter Diskussionsbeitrag zum #Fachkräftemangel

  31. Informatiker

    Hallo,

    ich bin Informatiker, 40 Jahre alt und arbeite als Softwareentwickler.

    Wir suchen in unserer Firma im Rhein-Main Gebiet händeringend Softwareentwickler. Aber auch bei uns werden die meisten Bewerber abgelehnt.

    Die Bewerber müssen Praxiserfahrung in den von uns verwendeten Programmiersprachen und Betriebssystemen haben und sehr gut Englisch sprechen. Sie sollten auch Kenntnisse im Börsenumfeld haben.

    Wir stehen so sehr unter Druck dass wir neue Leute kaum einarbeiten können und es ist deshalb auch nicht möglich Anfänger einzustellen. Leute über 50 stellen wir jedoch definitiv ein.

    Ich nehme an Vorstellungsgesprächen teil und oftmals hapert es auch an der zwischenmenschlichen Kommunikation. Manche Leute können wir uns in unseren Teams einfach nicht vorstellen.

    Falls sich herausstellt, dass ein neuer Mitarbeiter die Leistung nicht bringt, wird er auch ohne Umschweife entlassen.

    Zum Thema Lebensqualität kann ich auch sagen, dass bei uns keiner glücklich wird, der den Job nur wegen des Geldes macht. Wer sich nicht für Softwareentwicklung begeistert wird sehr unglücklich sein. Auch die Anerkennung der Leistung lässt oftmals zu wünschen übrig. Damit muss man leben.
    Auch völlig überzogene Anforderungen und Deadlines des Managements kommen vor.

    Ich kenne einige Entwickler die sich eine Zeit lang für ihren Job begeistern konnten und nun unbedingt etwas anderes machen wollen.

    Bei uns verdienen die Entwickler i.d.R. sehr gut. Spitzenleute bekommen >100K Brutto.

    Ich kann den Frust der Bewerber verstehen, die keine Stelle finden und jetzt in der Zeitung von einem Fachkräftemangel lesen. Die Firmen (auch unsere) haben es Jahre lang versäumt Leute auszubilden.

  32. Simone Janson

    Hallo Geschädigter,
    danke für die Hinweise, das klingt alles schon sehr brauchbar.
    Ich brauche aber auch immer einen konkreten Ansprechpartner/Interviewpartner, weil man die Fakten dann besser vermitteln kann, wenn man direkt auch mit Betroffenen redet. Menschen interessieren sich nunmal eher für Menschen. Der Artikel würde dann einfach authentischer wirken, zumindest sehen das meine Redakteure so.

    Gruß
    Simone

    Übrigens: Hier mal zur Abwechslung eine schöne Geschichte über einen jungen, japanischen Ingenieur:

  33. Geschädigter

    Ich bin – zum Glück – kein Betroffener sondern habe die Methoden nur in meiner Bewerbungsphase mitbekommen – und sehe sie jetzt leider auch schon von „innen“.

    Zur Frage ob das Unternehmen repräsentativ sei: in meinem privaten Umfeld sind solche Jobs überproportional vertreten. Trotz überdurchschnittlicher Abschlüsse.

    Was ist also die Wahrheit und wie kann man diese ermitteln? Mein Tipp wäre:
    – Altersteilzeiten von Ingenieuren betrachten (sollte beim Arbeitsamt möglich sein). Prämisse: diese Menschen gehen im allgemeinen NICHT freiwillig sondern werden abgeschoben.
    – Anstieg und Status von Ingenieurzeitarbeit und Ingenieurdienstleistern betrachten. Prämisse: dort wird Gehaltsdumping betrieben, bzw. offensichtlich sind diese Jobs in Unternehmen nicht mehr vorhanden und wichtig, ergo existiert kein nachhaltiger Mangel.
    – Endlich mal die wahre Quelle der Meldungen über Ingenieurmängel finden. Alternativ Unternehmen finden, welche WIRKLICH unerfolgreich Ingenieure suchen und Analyse, woran dies liegt. Wie ich finde ein interessantes Thema.

  34. Simone Janson

    Und hier noch ein schöner Artikel genau passend zum Thema:

  35. Simone Janson

    Sind 2500 € Brutto als #Einstiegsgehalt für #Ingenieure in Frankfurt/Main zu viel? Diskutiert mit:

  36. RT @SimoneJanson: Sind 2500 € Brutto als #Einstiegsgehalt für #Ingenieure zu viel? Diskutiert, würde mich über weitere Fakten freuen:

  37. Simone Janson

    Sind 2500 € Brutto als #Einstiegsgehalt für #Ingenieure zu viel? Diskutiert, würde mich über weitere Fakten freuen:

  38. Geschädigter

    Ja Sorry, hatte diesen Beitrag geschrieben bevor ich ihre neuen Artikel gesehen hatte!

    Wenn ein Ingenieur heute 2500€ netto fordern könnte würde ich nicht erboste Beiträge schreiben. Die durchschnittlichen GUTEN Einstiegsgehälter – nach IGM/ERA – liegen heute bei ERA EG 12 -> ~3500 Brutto. Wohlgemerkt ein Spitzengehalt für einen Uni-Absolventen (wobei bei uns hier oft zum FH-Abschluss kein Unterschied gemacht wird, hängt nach ERA eh nur noch an der Jobbeschreibung). Das ist kein schlechtes Gehalt, aber lockt auch keinen ins Ingenieurstudium. Diese Gehälter werden von Unternehmen aber auch schon gerne durch Zeitarbeit und Dienstleister unterschritten.

    Hmm, wenn es den 50+ jährigen (wohl gemerkt SO sie einen Job haben) nicht gut geht wem dann? Leider – wie an anderer Stelle schon erwähnt – sehe ich wie diese in die Rente gedrängt werden. Oft gut 7 Jahre vor „der Zeit“. Heisst 7 Jahre -x staatliche Subvention an Rentenbeitrag und Einkommen verloren – da wird der Ingenieur bezüglich Lebensgehalt schnell zum Unterschichtler.

    • Simone Janson

      Hallo Geschädigter,
      2500 € sind in der Tat nicht viel – ich kenne Mathematiker, die an den Hochschulen mehr bekommen. Ich bin aber auch noch nicht ganz überzeugt, ob ein Unternehmen da wirklich repräsentativ ist.
      Jedenfalls möchte ich das Thema wirklich gerne auch für ein größeres Medium aufgreifen – das Grundproblem bleibt aber, dass ich jemanden bräuchte, der unter seinem richtigen Namen von seinen Erfahrungen berichtet.
      So kann ich nur demnächst mal die Fakten dieser Diskussion in einem Blog zusammentragen.
      Simone Janson

  39. Geschädigter

    @Simone
    Und Ihre Fakten? Einzig das IW und die üblichen Verdächtigen Unternehmen sehen den MINT-Mangel. Die Zahlen der Zeitarbeit und Ingenieurdienstleister-Jobs bei Ingenieuren? Das REALE Durchschnittsgehalt eines Ingenieurs, Unternehmen die Absagen schreiben wie: „Aufgrund Ihrer von unserer Seite nicht erfüllbaren Gehaltsforderung“ – gefordert waren genau 2500€/Monat, Frankfurter Unternehmen >2500 Mitarbeiter. Unternehmen, die in den üblichen Nachrichtenvehikeln ihren tatsächlichen ABBAU an Mitarbeitern als „wir stellen ein: 3 Ingenieure“ verkaufen? Bitte mal die derzeitigen Jammermeldungen von Siemens, BMW und der Luftfahrtbranche mit Fachwissen über Ersatzbedarf analysieren.

    Laut OECD sieht es in anderen Ländern wir folgt aus: auf 100 „gehende“ Ingenieure drängen 190 auf den Arbeitsmarkt. Was soll daran positiv sein? Und in Deutschland – boohoo – sind’s nur 90. Dafür wandelt sich Deutschland von der Industrie- in die Servicenation (Destatis, Erwerbstätige im Produzierendes Gewerbe 1970:46,5%, Heute: 25,5%, fallend). Rest in Dienstleistungen weitestgehend OHNE Ingi/Technikerbereiche, Finanz, Handel usw.

    Wenn die Ingenieure eine goldene Zukunft haben (das haben sie angeblich schon seit Jahrzehnten, muss also bald soweit sein, „ist schon jetzt absehbar“) soll’s mir recht sein. Ich hoffe hoffe sie haben recht!

    • Simone Janson

      Danke für Ihre ausführliche Beiträge hier und .
      Was ich an ihrem Posting wirklich interessannt finde, ist die Nennung einer exakten Gehaltssumme – 2.500 Euo Brutto oder Netto? Wäre wichtig für die korrekte Einordnung. Es sind übrigens nicht meine Fakten, sondern die des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft. Wie die zustande kommen könnten, wurde oben schon mehrfach diskutiert. Auch die Situation von Ingenieruen 50+ wurde schon angesprochen – gut geht es denen nach Aussagen anderer Kommenatatoren auch nicht.
      Gruß
      Simone Janson

  40. Simone Janson

    Hallo Geschädigter,
    Danke für Ihre Beiträge, die ich dank Ihrer Polemik & Ironie sehr unterhaltsam finde. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass Sie nur ihre persönliche Perspektive ohne fundierte Fakten präsentieren.
    Gruß
    Simone Janson

  41. Geschädigter

    @Karen
    Natürlich nicht. Besser man arbeitet als Ingenieur in der Zeitarbeit, für 2500€. Heute Hamburg, morgen Bodensee. Hauptsache man lötet die richtigen Drähte. Wer kein Leben, keine Famile, kein Glück, kein Geld, keinen Wohlstand und keine Perspektive braucht der wird Ingenieur. Für alle anderen gibt es andere Berufe. Zufriedenheit ohne Geld und Sicherheit existiert auch nicht bzw. nur in den Geisteswissenschaften…

    Und nur so nebenbei, früher wurde ein Ingenieur einfach bezahlt und gebraucht. Warum nicht beides? Warum junge Leute in den Beruf locken oder sogar zum Studium lügen?

  42. @Geschädigter:

    Man kann doch sein Leben nicht nur von Geld abhängig machen. Sein ganzes Leben lang in einem Beruf zu arbeiten, der nicht unbedingt erfüllend ist und den man nur wegen „hoher“ Verdienstaussichten gewählt hat, ist auch keine Lösung. Man sollte den Beruf ergreifen, der einem liegt und dann eventuell auch Chancen in einem anderen Land ergreifen. Zufriedenheit kann man nicht kaufen.

  43. Geschädigter

    Also bitte! Es existiert KEIN Ingenieurmangel. Der demographische Wandel wird bei weitem aufgefressen vom Auslagern der Arbeitsplätze ins Ausland. Zeitarbeit ist die Zukunft der verbleibenden Ingenieure. Wenn überhaupt noch eine Zukunft existiert. Gleichzeitig sollten die Ingenieure doch bitte die ersten 5 Jahre ohne Bezahlung arbeiten. Und ab 50 bitte gleich freiwillig gehen. Ich habe noch nie einen Ingenieur gesehen der regulär in Rente geht. Und die Altersteilzeit nahmen meine Ex-Kollegen nicht etwa freiwillig, weil sie so gut versorgt waren – an, sondern weil es ihnen sehr sehr nahe gelegt wurde…allein wer 5 Jahre „zu früh“ gehen muss sollte mal rechnen, wie sehr sich der Ingenieurberuf gegen den Bankkaufmann-Job gelohnt hat. Finanziell nämlich nicht, war nur der „Spaß“ sein Leben lang auf glühenden Kohlen den härtesten Job zu machen und KEINERLEI Lob, Anerkennung usw. zu bekommen – außer von Kollegen, welche natürlich auch wissen das der MINTler ja oh so wichtig ist auf der Welt.

    Meine Polemik ist übrigens so gut wie die der Interessenverbände, Industrielobby und die der planlosen Politik. Wenn ich nochmal die Floskel „ist heute schon abzusehen das ein Fachkräftemangel drohen wird“ lese werde ich kotzen.

    Leute, macht Euch ein schönes Leben (bzw. habt überhaupt ein Leben) und studiert was g’scheites, nur nicht MINT. Chinese und Inder machen das für uns schon (O-Ton eines hohen Managers eines internationalen Konzerns).

  44. Hallo Simone,

    eigentlich möchte ich die Zeit der Zweifel und Erniedrigung gerne vergessen. Ich habe in der kurzen Zeit in Schweden viel Unterstützung, sowohl von Kolleginnen und Kollegen als auch von der Firma, erfahren. In Deutschland wurde ich eher als Eindringling und als Gefahr für die Position gesehen, Unterstützung bei der Einarbeitung wurde nur bedingt gewährt. Die Kollegen hatten Angst um die eigene Position und Informationen wurden nur sehr begrenzt weitergegeben. Ich bin zwar erst kurze Zeit in Stockholm und es ist hier bestimmt nicht das Paradies, aber die Unterstützung und Achtung, die ich hier bisher erfahren habe, fehlte in Deutschland. Ich fühle mich hier wohl, bereits nach dieser kurzen Zeit.
    P.S.: ich bin unter der Mail-Adresse erreichbar.
    Viele Grüße

    Karen

  45. Hallo Simone,

    viele Grüße aus dem kalten Stockholm. Es gibt hier eine ziemlich große Gemeinschaft von deutschen Ingenieuren, die sich gegenseitig unterstützen. Mit deren Hilfe habe ich einen guten Anfang gehabt.
    Viele Grüße und frohe Ostern
    Karen

    • Simone Janson

      Hallo Karen, das freut mich. Zum Trost: Hier ist es auch kalt 🙂
      Mal eine Frage: Ständen Sie bei Bedarf für ein Interview zur Verfügung, wenn man etwas über das Thema machen wollte (per E-Mail oder Skype)? Und erreiche ich Sie unter der angegeben E-Mail-Adresse?

      Ich habe auch gestern mit einem Kollegen bei einer größeren Zeitung gesprochen, der das Thema auch ganz interessant fand. Wir sind nur beide gerade mit anderen Dingen beschäftigt, daher kann es noch eine Weile dauern.
      Gruß Simone Janson
      Simone Janson

  46. Simone Janson

    Hallo Christoph,
    Ein Buch zu welchem Thema?Zum Sicherheits- und Verteidigungsbereich? Da kenne ich mich 0 aus – gebe aber gerne Tipps, wenn du mal ein Buch schreiben willst.
    Zu modernen Arbeitsformen gibt es hingegen zig Bücher und Websites.. Man kann ja, wie schon gesagt, diese Entwicklung negativ sehen, man kann aber auch die neuen Chancen, die darin liegen, erkennen.
    Gruß und noch frohe Ostern
    Simone

  47. Christoph

    Hallo Simone,

    „@Christoph: Danke für das Video – es befindet sich nun direkt auf der Startseite. Ansonsten: Wow, danke für die ausführlichen Brancheninterna. In welchem Bereich bist du den tätig?“

    Es freut mich, dass es Dich beeindruckt hat:
    im Sicherheits- und Verteidigungsbereich arbeite ich nicht. Aber da hier die neuesten Technologien eingesetzt werden beobachte ich aus Interesse die Entwicklungen dort sehr genau.
    Meine Links waren mehr als Antwort auf den Vorschlag von Monika gedacht, mich in diesem Bereich zu bewerben. Ich denke es schadet nicht, einmal klar zu stellen, was in dem Bereich passiert. Mit einem Buch über dieses Thema kannst Du mit Sicherheit eine gesellschaftliche Debatte anstoßen.
    Ich war vor kurzem mal zu Besuch in einem Fraunhofer Institut. Dort wurde ein Krimineller mit Hilfe eines Quadrocopters verfolgt. Die Verfolgungsjagt wurde aus der Perspektive der Kamera im Quadrokopter gezeigt. Ich muss gestehen, dass ich unwillkürlich ein ziemlich mulmiges Gefühl dabei hatte bei der Treibjagt eines Menschen zuzusehen ( Der Kriminelle war natürlich ein Statist ). Diese Geräte sind allerdings auch für den Grenzschutz gedacht und werden bei der Überwachung von Demonstrationen eingesetzt, so dass das Szenario eventuell nicht all zu weit von der Realität entfernt sein dürfte.
    Einen ziemlich fundierten Artikel zum Thema findet sich übrigens in der aktuellen „ct“ Nr.8 vom 29.3.2010 auf Seite 82. Falls Du also ein wenig Recherchieren willst, nur zu.
    Für mich verbietet es sich übrigens aus Gewissensgründen, in diesem Bereich des „Fachkräftemangels“ zu arbeiten.
    Ansonsten: Hast Du den Artikel über die Veränderung der Arbeitswelt im letzten Spiegel ( der mit dem „Modern Times Titelblatt von Charlie Chaplin“ ) gelesen? Dort wird beschrieben, wie fast alle Berufsgruppen von den ungesicherten Beschäftigungsverhältnissen betroffen sind. Das könnte Dir für Deine Recherche vielleicht auch helfen.

  48. Simone Janson

    Hallo Monika,
    und wer kann einen Kontakt zum BMBF herstellen bzw. macht man die Leute darauf aufmerksam? Ich bin um ehrlich zu sein schon angenehm überrascht, dass sich jemand vom bayrischen Wirtschaftsministerium für einen Blog interessiert.

    Zu den gefärbten Berichten muss ich sagen: Leider berichten die Medien gerne mal nicht unbedingt objektiv. Zu titeln „Auswanderung – Deutschland blutet aus“ (nur als Beispiel) verkauft sich besser als zu sagen „Es gibt eine gewisse Tendenz, dass Fachkräfte ins Ausland abwandern“. Der Slogan „Hilfe, Fachkräftemangel“ ist auch eingängiger und führt zu mehr Reaktionen als zu sagen: „Wenn wir so weitermachen, fehlen uns in 5 Jahren vielleicht ein paar Leute“. Kann man sich drüber ärgern, ist leider so. Es geht eben darum, Aufmerksamkeit zu erregen.

  49. Christoph

    @Simone:

    Es gibt halt zwei Sichtweisen: Die der Arbeitgeber und die der Arbeitnehmer. Wenn in den Medien von Fachkräftemangel gesprochen wird, möchten vermutlich mehr junge Menschen einen MINT Beruf in der Erwartung auf eine guten Verdienst und eine sichere Stelle studieren.

    Es ist schon klar, dass die Aussage der Medien oft etwas „reiserisch“ formuliert sind, aber es gibt ja nicht nur die Bildzeitung sondern auch „die Zeit“.
    Leder ist es auch eine zunehmende Tendenz in der Politik und den Medien alles schöner zu reden als es ist. Ich vergleiche das gerne mit den Mengeneinheiten für ein Cola beim Mc.Donalds: es gibt nur groß, größer und ganz groß. Ein kleines Cola gibt es nicht mehr ( zumindest die Bezeichnung nicht ). Es ist eine Erosion der Sprache, und derjenige, der die Begrifflichkeiten zuerst verändert, ist der Gewinner. Allerdings nur so lange, bis alle kapiert haben, dass das große Cola von heute das kleine Cola von gestern ist.
    Und so kommt es auch mit der Meinung der Bürger über die Aussagekraft der Politik: Wenn einmal jeder begriffen hat, dass alles nur schön geredet wird, geht das Vertrauen massiv in den Keller.

    So mag es auch einem MINT Studenten gehen, der voller Erwartungen an seine Zukunft studiert hat und dann von der Realität und den Versprechungen enttäuscht wird.

  50. Hallo Simone,

    im Prinzip kann sich jeder an das BMBF wenden und Anregungen geben, aber um wirklich Aufmerksamkeit zu erregen oder etwas in Gang zu setzten bedarf es anderer Mittel; erfolgreich könnte man z.B. einen Abgeordneten für das Thema interessieren; Schreiben eines Abgeordneten haben erfahrungsgemäß mehr Gewicht als wenn irgendjemand schreibt….man könnte einen Kongreß veranstalten, mit einer Podiumsdiskussion und verantwortliche Minister etc. dazu einladen. Man muß das sehr gut überlegen, wen man wann einbezieht, sonst begibt man sich zwischen die politischen Fronten, und das schadet dann dem Erfolg des Projekts. Wenn dann in den Gesprächen klar wird, dass der vermeintliche Fachkräftemangel offenbar nur eine Seite der Medaille ist, ist der Schritt, eine Studie zu beauftragen schon halb gewonnen.

    • Simone Janson

      @Christoph – schöner Vergleich mit der Cola…
      @Monika: Womit wir wieder am Anfang wären: Einen Kongreß zu veranstalten, die richtigen Leute einzuladen usw. kostet Geld, erfordert gute Kontakte usw. Abgesehen davon, dass man das Thema in den Medien partiell aufgreifen könnte, bleibt den Betroffenen da wohl nichts anderes übrig als einen Interessensverband zu gründen, der etwas mehr Schlagkraft entwickelt als der einzelne..

  51. @Simone: Zur Frage, wer eine Studie in Auftrag geben könnte: ich denke ein guter Auftraggeber wäre das Bundesbildungsministerium, damit wäre sichergestellt, dass eine Befragung bzw. Recherche nicht nur auf ein Bundesland bezogen würde (was der Fall wäre wenn ein Bayerisches Ministerium eine solche Studie vergibt). Das BMBF hat 2001 z.B. eine recht umfangreiche Studie in Auftrag gegeben zum Thema Auswanderung. Die Ergebnisse der Studie waren wissenschaftlich, die Interpretation später in den Medien war „gefärbt“. Ich denke ein seriöses Unternehmen läßt nicht zu, daß die Ergebnisse vom Auftraggeber diktiert werden….

  52. Christoph

    „wir dürfen nicht vergessen, dass Karen uns bereits auf eine eher Pro-Arbeitnehmer-Studie aufmerksam gemacht hat“

    und das Ergebnis spricht wohl relativ klar für eine Fachkräftelüge:

    „Das bringt nicht automatisch einen Fach- und Führungskräftemangel mit sich. Im Gegenteil geht die Anzahl der anspruchsvollen Vollzeitstellen, die die Hochqualifizierten in Zukunft stärker bekleiden sollen, branchenübergreifend paradoxerweise zurück. Weiterhin gehen die gesamtdeutschen Arbeitslosenzahlen nicht nennenswert zurück und sind in Wirklichkeit wahrscheinlich weit höher als offiziell ausgegeben. Es gibt hinter vorgehaltener Hand nicht wenige Stimmen, die den besagten Mangel in der ITK-Branche für einen Mythos halten, und für einen Manipulationsversuch. „

  53. Simone Janson

    Davon abgesehen, dass auch in wissenschaftlichen Kreisen das Internet als Publikationsort zunehmend anerkannt wird ): Das professionelle Publizieren wäre ja nun das geringste Problem. Sie könnten sich z.B. mit den Autoren in Verbindung setzen und gemeinsam überlegen, wie man darauf aufbaut.

    Immerhin sehen Sie aber, es gibt Anknüpfungspunkte und Zahlenmaterial, das etwas weniger tendenziös ist.

  54. Mark Brandis

    Gewiss, diese ist freilich von Wirtschaftsinformatikstudenten verfasst und nicht wirklich professionell publiziert worden, wenn mich nicht alles täuscht?

  55. Simone Janson

    Hallo,
    wir dürfen nicht vergessen, dass Karen uns bereits auf eine eher Pro-Arbeitnehmer-Studie aufmerksam gemacht hat:

  56. Mark Brandis

    Das Problem mit Studien ist, dass sie immer tendenziell die Meinung desjenigen wiedergeben, der sie bezahlt. Das ist solange in Ordnung, wie man sich aus verschiedenen Studien von verschiedenen Lobbys die Wahrheit über einen bestimmten Sachverhalt herausfiltern kann.
    Leider kann die Arbeitnehmerseite zum Thema Fachkräftemangel keine Studie in Auftrag geben – wie denn auch? Es gibt ja keine Organisation, die sich explizit für die Interessen von MINT-Absolventen einsetzt. So ist das, was man zu 90% in den Medien zum Thema Fachkräftemangel hört und liest, die Darstellung der Arbeitgeberseite. Und somit eben nur ein Teil der Wahrheit, aber keinesfalls ein lückenloses Abbild dieser.

  57. Simone Janson

    Hallo zusammen,
    @Sandra: Nachträglich noch Glückwunsch zu dem Job.
    @Christoph: Danke für das Video – es befindet sich nun direkt auf der Startseite. Ansonsten: Wow, danke für die ausführlichen Brancheninterna. In welchem Bereich bist du den tätig? Vielleicht wäre sowas auch mal ein Thema…
    Was die Ingenieurdienstleister angeht – schöner Euphemismus. Eigentlich handelt es sich ja um Leih- bzw. Zeitarbeit. Dazu gibt es wie immer zwei Meinungen. Interessant der Aspekt mit dem Pony… meine Persönliche Meinung ist auch, sorry, dass vielleicht der eine oder andere seine Ansprüche etwas nach unten schrauben muss…

    Hab kürzlich auch einen Artikel geschrieben, in dem eine Betroffene auch eher positiv über das Thema berichtet:
    Und dann bin ich noch über eine Neuerscheinung gestolpert, in der jemand auch sehr posigen Planung (@Michael) ist nach meiner Erfahrung eine Sache der persönlichen Einstellung. Nach fast 7 Jahren Selbständigkeit gewöhnt man sich an gewisse Unsicherheiten. Meine ganz persönliche Erfahrung.

    @Monika: Wer kann denn eine solche Studie in Auftrag geben? Die Arbeitslosenstatistiken halte ich nicht für verlässlich, weil ja auch Arbeitslose in Weiterbildungsmaßnahmen und Menschen in prekären Beschäftigungen darin nicht auftauchen. Aber Tatsächlich glaube ich auch, dass es in vielen anderen Fächern noch schlimme auitiv darüber berichtet, dass man eben Umdenken muss: http://www.meconomy.me/startseite?sessionId=e9qrf2k9bnd4lrkj2mqpvgdrh3
    Dennoch sollte man diese Entwicklung auch nicht beschönigen. Allerdings: Das mit der Längerfristssieht – sagte ich weiter oben ja auch schon.

    Gruß und schönen Abend noch
    Simone

  58. Christoph

    @Monika
    „Christoph, Indra ist im Sicherheitsbereich tätig (u.a. stellen sie die Software für Raketenabfangsysteme her und Sicherheitssysteme zur Überwachung der Küste und der Detektion von Schmugglerbooten – das waren zumindest einige der Vorzeigeprojekte in der Ausstellung.“

    Ok, unter diesem Gesichtspunkt ist es ersichtlicher, warum nicht jede Stelle auf der Homepage zu finden ist.

    In dem von Dir genannten Bereich gibt es tatsächlich momentan einige freie Stellen. Im Moment findet gerade in diesem Bereich ein Art „technische Revolution“ statt.
    Einige Technologiebereiche haben sich die letzten Jahre rasant entwickelt, so dass sich hier ganz neue Möglichkeiten für die Sicherheitstechnik entwickelt haben und Fachkräfte benötigt werden.

    Ich möchte kurz ein paar wichtige Bereich herausgreifen und die daraus entstehenden Möglichkeiten aufzeigen:
    1. Bildverabeitung ( z.B. http://www.face-rec.org/general-info/ )
    2. Robotik ( )
    3. Steuerungstechnik bei Flugobjekten ( )

    Für den Grenzschutz baut Südkorea aus der Kombination von 1. u. 2. einen Grenzschutzroboter.

    Ein Bastler in den USA hat ein ziemlich beeindruckendes Video gemacht, in dem er zeigt, dass auch mit handelsüblichen Mitteln wie Computer und Webcam diese Technik realisiert werden kann:
    http://www.youtube.com/watch?v=RxBa5bQfTGc

    Für den Einsatz in Krisengebieten hat die Firma Foster und Miller Roboter entwickelt ( ). Allerdings hat sich im Irak gezeigt, dass diese für den praktischen Einsatz noch ungeeignet sind. Viel erfolgreicher eingesetzt werden hingegen unbemannte Flugobjekte ( , )

    Da Deutschland vom Umsatz her gesehen der dritt größte Waffenexporteur der Welt ist, sehe ich auch für Fachkräfte in Deutschland hier ein großes Potential. Gerade weil auf dem Waffenmarkt den High-Tech Waffen eine große Zukunft vorhergesagt wird.

  59. Der Film ist sehr interessant und trifft die Situation genau. Ich gehöre zu einer Gruppe von 4 Ingenieuren (TU, Maschinenbau und E-Technik)), die über einen Ingenieurdienstleister seit ca 3 Jahren für einen bayrischen Automobilhersteller in der Entwicklung tätig sind. Die erhoffte Übernahme ist leider für keinen wahr geworden. Die Werkverträge wurden regelmäßig ganz kurz vor Ablauf immer um einige Monate verlängert. Eine längerfristige Planung ist leider für keinen von uns möglich. Bei einer Übernahme müßte der Konzern wahrscheinlich erheblich mehr bezahlen ( die Gehälter liegen zwischen EUR 2148,- bis 2978,- brutto plur 1,80 EUR Fahrtkostenzuschuß pro Tag). Jeder von uns versucht zu wechseln, ist aber zur Zeit schwierig, vor allem mit dem Zeugnis eines Dienstleisters.

  60. Christoph

    @Simone
    „Danke für die nähere Recherche. Ich würde aber nicht fehlende Stellenausschreibungen auf der Firmenwebsite dafür werten, dass nicht doch Fachkräfte gesucht werden.“

    Möglicherweise interpretiere ich den Begriff „Fachkräftemagel“ falsch. Ich bin davon ausgegangen, dass wenn es irgendwo einen Mangel gibt, die entsprechende Firma mit allen Mitteln versucht, diesen Mangel zu beheben. Also eventuell auch Stellenanzeigen auf der Homepage auf dem laufenden zu halten.

    Ebenfalls würde jemand, der sich noch nicht so intensiv mit dem Thema Fachkräftemangel befasst vermuten, dass falls eine Firma eine Fachkraft gefunden hat, sie auch versucht, diese möglichst schnell einzustellen.
    Das diese Vorstellung etwas naiv ist, zeigt der Beitrag des ZDF:

    http://www.youtube.com/watch?v=IIV-P6K2t4M

  61. Hallo Simone, Ralf und Christoph,

    ich arbeite im Bayerischen Wirtschaftsministerium und verfolge das Thema Brain Drain und Fachkräftemangel intensiv. Wenn man die Arbeitslosenstatistik ansieht, scheint es immer noch so zu sein, dass Absolventen der MINT Fächer seltener von Arbeitslosigkeit betroffen sind als Absolventen anderer Fachrichtungen.
    Was das „Augen öffnen“ betrifft, kann man in meinem Bereich nur überzeugend argumentieren, wenn man belegbare Zahlen vorlegen kann. Vielleicht wäre es eine gute Idee, eine aktuelle Studie zur beruflichen Situation/ Berufsaussichte von MINT Absolventen in Auftrag zu geben.
    Christoph, Indra ist im Sicherheitsbereich tätig (u.a. stellen sie die Software für Raketenabfangsysteme her und Sicherheitssysteme zur Überwachung der Küste und der Detektion von Schmugglerbooten – das waren zumindest einige der Vorzeigeprojekte in der Ausstellung. Weiter sind sie im Bereich der Medizintechnik tätig, mit Projekten zum papierlosen Krankenhaus und der elektronischen Krankenakte). Die Sicherheitsvorkehrungen waren entsprechend, ich könnte mir vorstellen, dass das der Grund ist, wieso man im Netz keine Jobangebote findet. Wie gesagt, der F&E Chef persönlich hat berichtet, dass die Firma ständig gute Leute sucht.

    Einen schönen Samstag in die Rund,

    Monika

  62. Simone Janson

    Hallo Monika,
    danke für das Lob für das Blog und Dein Angebot. Gerne leite ich auf Anfrage deine E-Mail-Adresse weiter (sie erscheint ja nicht öffentlich).
    Ralf, danke für die Infos. Ich bin dabei, das Thema weiterzureichen, es dauert aber wie schon gesagt ein Weilchen.
    Christoph: Danke für die nähere Recherche. Ich würde aber nicht fehlende Stellenausschreibungen auf der Firmenwebsite dafür werten, dass nicht doch Fachkräfte gesucht werden. Nicht jedes Unternehmen setzt auf eine eigene Karriereseite, einige suchen lieber in Jobbörsen usw. nach neuen Mitarbeitern.
    Gruß
    Simone Janson

  63. Christoph

    Buenos dias, Monika. A mi me gusta Espania.

    Vielen Dank, dass Du uns weiterhelfen willst. Ich für meinen Teil bin versorgt. Allerdings habe ich genügend Industrieerfahrung, um zu wissen, wie der Hase läuft. Die Firma scheint sich im Bereich Consulting anzusiedeln, so ganz klar, was die Firma macht, ist es mir aber nicht geworden.

    >Dort berichtete der Leiter von F&E, dass das größte Problem der Firma >sei, gut ausgebildete Fachkräfte zu finden.

    Richtig notwendig scheint man die Fachkräfte aber nicht zu haben, wenn auf der Webseite unter Job-Offers keine Stellen ausgeschrieben sind.
    Oder vielleicht ist man ja noch auf der Suche nach einer Fachkraft, welche die Webseite warten kann …

  64. @Monika

    Schön dass die Beiträge über die tatsächliche Situation der Ings dir die Augen geöffnet haben. Die Öffentlichkeit muss endlich mal erfahren was Sache und wie es wirklich um den „Fachkräftemangel“ bestellt ist.
    Wäre es möglich wenn du uns sagen könntest in wie weit du mit dem Thema „Fachkräftemangel“ zu tun hast?

    In diesem Forum findet man etliche Beiträge über die Arbeitsmarktsituation: http://www.mikrocontroller.net/forum/ausbildung-studium-beruf
    Teilweise ist zwar viel Pessimismus darunter, aber dies kommt ja auch nicht von ungefähr.

    Im entstehen ist diese Intressensgemeinschaft:

  65. Hallo zusammen,

    ich finde diesen Blog hier sehr interessant. Ich bin beruflich mit dem Thema befasst und war, bevor ich auf diese Seite stieß, vom Fachkräftemangel ausgegangen. Das sehe ich jetzt kritischer. Vielen Dank also für alle Beiträge.
    Ich war vor 2 Wochen in Madrid und besuchte die Firma indra (www.indra.es). Dort berichtete der Leiter von F&E, dass das größte Problem der Firma sei, gut ausgebildete Fachkräfte zu finden. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass sie Informatiker und Ingenieure suchen. Indra ist ein internationales Unternehmen, mit Sitz in Madrid, aber weltweit Niederlassungen. Unternehmenssprache ist Englisch. Vielleicht wäre das etwas für Christoph und seine Informatiker vom Blog weiter oben?
    Ich drück Euch die Daumen. Meldet Euch, wenn Ihr den Namen vom F&E Chef haben wollt.
    Viele Grüße

    Monika

  66. Hallo, ich bin sehr froh darüber, dass ich mich nicht bei Ingenieurdienstleistern beworben habe (im nachhinein). Heute morgen hatte ich ein Vorstellungsgespräch bei der Firma (Tochterunternehmen einer der großen Stahlunternehmen), in der ich damals mein Praktikum absolviert habe. Wieder eine Initiativbewerbung, aber hat sich gelohnt. Sie haben Interesse an mir und wollen mich einstellen. Die Stelle wäre sogar unbefristet und ins Ausland muss ich auch nicht:D.

    grüsse Sandra

  67. Auch noch zu berücksichtigen sind die vielen Personalverleiher, sprich „Sklavenhändler“ die auch vor Ingenieuren nicht halt machen. Die Jobböresen sind voll mit den Schmarotzern.

  68. Simone Janson

    Auch ein interessanter Aspekt! Danke!

  69. Christoph

    Hier gibt es einen Beitrag von jemandem, der den gefühlten Fachkräftemangel der Wirtschaft auf zu hohe Ansprüche der Firmen zurückführt:

    Allerdings muss ich sagen, dass mir der Artikel zu tendenziös ist, da nicht erwähnt wird, dass die Firmen auch unter Konkurrenzdruck stehen und deshalb schnell einsetzbare Fachkräfte benötigen.

  70. Hallo Sabine 😉

    Zum Aufbereiten. Schreib doch mal einen Beitrag über diese Initiative hier:

    http://www.ig-ing.de/aktuell.htm

    Die Jungs versuchen das Thema etwas aufzuarbeiten und den Blickwinkel der „Betroffenen“ darzustellen.
    Die Umfragen dort sind auch sehr interessant, wobei ich ehrlich gesagt noch positiv erstaunt über die tatsächliche Höhe der Gehälter in diesen Umfragen bin. Die meisten Leute, die ich kenne verdienen weitaus weniger.

    MfG, R.

  71. Zitat:“Möglicherweise wäre das ein Weg für die Zukunft: Absolventen die ersten 3 Jahre mit einer Art Praktikantengehalt einzustellen bis Sie dann Fachkräfte geworden sind.“ Zitatende

    Äh, geht’s noch?

    Ein Absolvent soll nach seinem Studium noch 3 Jahre für ein kleines Gehalt als Praktikant arbeiten!? Glaubst du ehrlich, dass dann noch einer freiwillig ein Ingenieurstudium auf sich nimmt? Im Durchschnitt 4 Jahre Studium ohne festes Einkommen und danach nochmal 3 Jahre als Praktikant arbeiten für geringes Einkommen.
    Und nach den 3 Jahren als Praktikant kommt dann ein(e) neue(s) Produkt/Technologie in die man sich wieder als Praktikant einarbeiten darf?

    • Simone Janson

      Hallo Norbert,
      das wäre auch ein wenig meine Befürchtung… wie gesagt: Genau so läuft es im Medienbereich…
      Wenn allerdings keiner mehr Bock auf ein Ingenieursstudium hätte, würde sich ja unser Problem hier lösen oder? 🙂

  72. Christoph

    >was sagt das jetzt über Christoph aus? 🙂
    Überarbeitung 😉

    „Ok, zurück zum Thema: Besteht dann nicht die Gefahr, dass die Unternehmen die teueren Voll-Kräfte nach 3 Jahren rausschmeißen und immer nur junge Studenten einstellen? Das ist nämlich das, was gerade in der Medienbranche passiert… daher bin ich skeptisch…“

    Aus meiner Erfahrung heraus trifft das in den MINT Berufen nicht in gleicher Weise zu. Um in einem technischen Themengebiet produktiv arbeiten zu können, braucht es eine ziemlich lange Einarbeitungszeit. Nehmen wir an, ein Absolvent soll die Einspritzdüse eines 4 Takt-Motors optimieren. Das lernt er in keiner Hochschule in ausreichender Tiefe. In der Hochschule lernt er höchstens, wie ein 4 Takt Motor funktioniert. Das Wissen für das Optimieren der Einspritzdüse ist in der Regel Spezial- und Geheimwissen der Firma. Aus diesem Grunde sind auch die Wechsler so wertvoll.

  73. Simone Janson

    Meine Oma hat mich auch immer Sabine genannt…. aber sie war über 70 und hat mich ständig mit meiner Cousine verwechselt… was sagt das jetzt über Christoph aus? 🙂
    Ok, zurück zum Thema: Besteht dann nicht die Gefahr, dass die Unternehmen die teueren Voll-Kräfte nach 3 Jahren rausschmeißen und immer nur junge Studenten einstellen? Das ist nämlich das, was gerade in der Medienbranche passiert… daher bin ich skeptisch…

  74. Christoph

    >Die Unternehmen müssten auch einen Vorteil (z.B. besseres Image) davon >haben, einen Studenten anzlernen.

    Bei einer größeren deutschen Firma gab es vo einigen Jahren während einer Wirtschaftsflaute ein Programm um junge Absolventen zu integrieren. Diese wurden mit einem geringen Stundensatz und geringem Gehalt eingestellt.
    Möglicherweise wäre das ein Weg für die Zukunft: Absolventen die ersten 3 Jahre mit einer Art Praktikantengehalt einzustellen bis Sie dann Fachkräfte geworden sind.
    Wobei mir gerade auffällt: Es geht hier ja um Fachkräftemangel. In der Industrie sind Absolventen per se keine Fachkräfte. Erst mit 3-4 Jahren Berufserfahrung spricht man von einer Fachkraft.

  75. Christoph

    >PS: Wer ist Sabine?

    Uhh, entschuldigung, Simone, Du warst gemeint 🙂

  76. Simone Janson

    Hallo Christoph,
    danke nochmals für die umfassende Analyse der Situation.
    Wie du schon sagst: Vermutlich würde es jeder Unternehmer genau so machen, um seinen Wettbewerbsvorteil zu verlieren. Infolgedessen bringt gutes Zureden nichts: Die Unternehmen müssten auch einen Vorteil (z.B. besseres Image) davon haben, einen Studenten anzlernen.

    Ich finde das wie gesagt sehr interessant, ich muss nur mal in Ruhe darüber nachdenken, wie man das Thema aufbereitet.

    Gruß
    Simone

    PS: Wer ist Sabine?

  77. Christoph

    Die Fachkräfte Lösung aus der Süddeutschen dürfte insbesondere mit den Interessen des Schreibers dieses Beitrags aus http://www.mikrocontroller.net/topic/132445 kollidieren:

    Autor: erfahrene Informatiker (Gast)
    Datum: 02.12.2009 08:41

    Hallo,
    wir sind eine Gruppe von Informatikern aus dem Umfeld Cisco-Netzwerke.
    Wir waren wir bei einem großen IT- und Elektronikkonzern (München)
    angestellt. Alle um die 40 und mit ca 10 – 12 Jahren Erfahrung. Wir
    wurden aus betrieblichen Gründen entlassen (passten nicht mehr ins
    Gehalts- und Altersprofil). Die Suche nach einer neuen Anstellung blieb
    bei allen bisher erfolglos. Anbebote vom Arbeitsamt (Pförtner- und
    Lageristenstellen) sind wenig verlockend. Der Fachkräftemangel der
    deutschen Industrie ist ein böswilliges Märchen. Wir können nur dringend
    von einem MINT-Studium abraten. Die Industrie sieht uns nur als
    Verbrauchsmaterial, das man nach einiger Zeit wegwirft.

  78. Christoph

    Hallo Sabine,

    Du hast recht, es macht wenig Sinn, über die unterschiedlichen Chancen der Berufsgruppen zu streiten. Ich weiß, wie schwierig es im geisteswissenschaftlichen Bereich ist. Ein Bekannter von mir arbeitet 12 Stunden und stolpert von einem Praktikum ins andere, weil er von den Arbeitgebern hingehalten wird.
    In diesem Thread soll es ja um die Frage des von den Medien verbreiteten Fachkräftemangels gehen.

    Ich habe noch mal über das oben zitierte Stellenangebot noch einmal etwas genauer nachgedacht:

    Anfrage vom 5.3.2010 ( http://www.mikrocontroller.net/topic/169613 )

    „Wir sind schon seit längerem auf der Suche nach HMI SW-Entwicklern im
    embedded-Bereich. Irgendwie scheint der Markt an dieser Stelle
    leergefegt zu sein. Am Gehalt kanns nicht liegen da sich einfach keine
    geeigneten Bewerber finden. Wir suchen MA mit 3-4 Jahren BE da das Thema
    für Absolventen wahrscheinlich zu komplex ist.“
    „- maximales Alter 45-50“
    Studenten ohne Berufserfahrung sind ebenso ausgeschlossen wie Fachkräfte ab 51 Jahren.
    Aus der Sicht der Firma ist das verständlich: Es wird jemand gebraucht, der sofort produktiv arbeiten kann, weil das Projekt mit hoher Wahrscheinlichkeit unter Termindruck steht.
    Interessant dabei ist: Wenn es sich um eine Fachkraft mit 3 Jahren Berufserfahrung auf dem gewünschten Gebiet handelt, muss Sie ja diese Berufserfahrung bei einer anderen Firma gewonnen haben.
    Es gibt daher zwei Möglichkeiten die Stelle zu besetzen: Entweder wechselt die Fachkraft aus freien Stücken, oder Sie muss von der anderen Firma abgeworben werden. In beiden Fällen entsteht bei der alten Firma eine Lücke. Sucht die alte Firma jetzt eine Fachkraft mit der gleichen Qualifikation, hat Sie das gleiche Problem. Sie hat dann zwei Möglichkeiten: Entweder wechselt die Fachkraft aus freien Stücken, oder Sie muss von der anderen Firma abgeworben werden usw….
    Das Spiel wiederholt sich und deshalb ist der Fachkräftemangel niemals zu beseitigen, wenn nicht eine Firma in der Kette bereit ist, einen neuen Studenten einzustellen und diesen in 3-4 Jahren anzulernen. Diese Anlernphase kostet die Firma natürlich Geld und sie verliert einen Wettbewerbsvorteil gegenüber einer Firma, die schon einen angelernten Facharbeiter einstellen konnte.
    Für die Firma, welche die Stelle für die angelernte Fachkraft ausgeschrieben hat, sieht es durch den eben beschriebenen Mechanismus immer so aus, als wenn es keine Fachkräfte gibt.
    Es gibt noch eine weiter Möglichkeit für die Firmen, an gelernte Facharbeiter zu kommen:
    Diese Methode dürfte aber die arbeitslosen MINT-Fachkräfte und die Jungingenieure ohne Stelle zur Weißglut bringen.

  79. Simone Janson

    @Christoph: Jetzt kapiere ich das erst mit dem editieren – manchmal stehe ich echt aus dem Schlauch… du kannst mir gerne eine editierte Version deines Texte per E-Mail schicken, die ich dann ersetze.. sorry..

    @Roland: Ich finde aber nicht, dass uns eine Grundsatzdiskussion über die gesellschaftlichen Verhältnisse in Deutschland weiterbringt… es gibt eine Menge Berufsgruppen, die das gleiche Klagelied singen könnten, als tragende Säule in der Gesellschaft zu schlecht bezahlt zu werden.
    Die Frage ist doch, und das muss jeder/jede Gruppe für sich beantworten, ist doch, was man daran ändern kann.

  80. Pieeep 🙂 Seh ich ähnlich.
    Wenn ich zu der Führungs“elite“ dieses Landes gehören würde,
    dann würde ich die selbe Strategie fahren.
    Menschen und Technologie ist die einzige Ressource, mit der wir wirtschaften können hier in unserem kleinen überbevölkerten Ländle.
    Und davon können wir nicht genug haben.
    Schade nur für die „Opfer“, welche durch das Gedröhn von oben vermutlich oft auf einen Weg gelockt werden, der für das Land zwar gut aber für die persönliche Entwicklung schlecht ist 🙁

    Vielleicht ist der Wohlstand auch nur schlecht verteilt in Deutschland,
    sonst würden manche Ingenieure mehr für die vitale Rolle, welche sie für die Gesellschaft spielen verdienen und die Situation wäre befriedigender. Die Ings/Techniker/Infs/Forscher sind quasi die Säulen, auf denen der deutsche Wohlstand ruht, denn sie generieren materiell verwertbare Innovation.

  81. Christoph

    Schade, dass ich den Text nicht editieren kann, sprachlich sind da einige Fehler drinnen ….

  82. Christoph

    >Mir fällt es aber ein wenig schwer, an eine gezielte “Verschwörung” von Bundesagentur >für Arbeit und Unternehmen zu glauben.

    An eine Verschwörungstheorie zu glauben wäre ähnlich naiv wie die Ansicht mancher Menschen, die Automobilindustrie würde absichtlich Autos bauen, die nur 10 Jahre halten, damit sie weitere Autos verkaufen kann.

    Der Widerspruch der durch die Medien verbreitete MINT Mangel und der tatsächlichen Stellensituation kann man als eine Art „Mechanismus“ ganz ohne bösartige Verschwörung erklären.

    Es ist allgemein anerkannt, dass der zukünftige Wohlstand in einem Land wie Deutschland ( rohstoffarm, Demographieprobleme, Globalisierungsdruck ) von der Ausbildung der eigenen Bevölkerung abhängt.
    Der größte Anteil des Exportüberschusses der den Wohlstand unseres Landes jetzt und in den nächsten Jahrzehnten bestimmt, wird durch MINT-lastige Berufsfelder erwirtschaftet. Es ist also von der Politik dringend gefordert für Nachwuchs in diesen Bereichen zu sorgen. Die Industrie sorgt sich natürlich ebenso um einen Mangel an zukünftigen Mitarbeitern und wird die Politik dahingehend beraten.

    Und hier entsteht also das Problem: Die Industrie muss auf jeden Fall vermeiden, dass es einen Nachwuchsmangel gibt, weil dies direkte folgen auf die Gewinnentwicklung und Konkurrenzfähigkeit hat. Allerdings schadet es der Industrie nicht, wenn es ein paar Prozent Bewerber zu viel gibt: Im Gegenteil, wenn mehr Bewerber vorhanden sind als benötigt werden, kann man sich die besten aussuchen und den Preis verhandeln.

    Genau aus diesem Grund wurde in den VDI-Nachrichten ( mindestens die letzten 3 Jahrzehnte ) immer von einem Fachkräftemangel geschrieben und zwar unabhängig von der tatsächlichen Arbeitsmarktlage.

    Der „Mechanismus“ ist also: zu wenig Nachwuchskräfte sind absolut schädlich für die Konkurrenzfähigkeit, gerade so viele Nachwuchskräfte wie benötigt nur unter Schmerzen zu akzeptieren, zu viele Bewerber ist super!

    Für den Wohlstand der Gesellschaft sind „zu viele“ Nachwuchskräfte von Vorteil, für die überzähligen Fachkräfte keine Job finden ist es eine Nachteil.

    • Simone Janson

      Danke Christoph für die profunde Analyse der Situation… Tja, sprachliche Fehler – die treten leider schneller auf, als man Pip sagen kann…

  83. > Was mich aber interessiert: Warum glaubst du, dass es im Alter und für
    > Frauen in anderen Bereichen einfacher ist? Da wäre ich nicht überzeugt…

    Sagen wir es so: langjährige Beobachtung. MINT studiert man nicht für eine Hochphase sondern als Beruf für ein ganzes Leben.
    Mein Vater ist jetzt ~20 Jahre bei Siemens (aber noch zu guten Zeiten mit gutem Gehalt eingestiegen) und meine Mutter ist quasi als Ingenieurin schon seit ~20 Jahren arbeitslos, hat mittlerweile umgelernt.
    Ich sehe einfach wie schwer ihnen das fällt und was dabei rausspringt.
    Die meisten Ingenieure landen auf einem recht durchschnittlichen Niveau im Alter. Die meisten BWLer, Beamten, Banker, Mediziner, welche mir bekannt sind gehören eher zur Oberschicht. Ich kenne viele ältere Ingenieure, die der Markt einfach nicht mehr annimmt, welche dann
    finanziell absteigen oder entfernt von ihrer Branche arbeiten.
    Das ist zB. bei Ärzten oder Lehrern nur sehr selten der Fall.

    Schaue ich mir Biographieen von Frauen an, die einen „Frauenberuf“ gelernt haben, sind diese langfristig meistens erfolgreicher als Frauen in Männerberufen. Zb. geht es den meisten Ärztinnen und Lehrerinnen oder Beamtinnen im Alter auch noch sehr gut.

    Der Ingenieurberuf ist deswegen ein schwieriger, da man sich lebenslang weiterentwickeln muss und stets die Konkurrenzfähigkeit gegenüber jüngeren Kollegen aufrecht erhalten werden muss. Nur ein Bruchteil der Ingenieure in Industrieunternehmen landen irgenwann in einer Führungsposition die meisten Anderen irgendwo in der normalen Hierarchie. Das Alter wird der relativ hohen Belastungssituation in Industrieunternehmen auch eher als Makel gesehen. Ein BWLer brauch sich
    zB. nicht mit 57 Jahren wie mein Vater in eine komplett neue Programmiersprache einarbeiten.

    Das Risiko in der Branche ist einfach enorm hoch, es fängt mit den hohen Durchfallquoten in der Uni (von ~50%) an geht dann bei der Verteilung der Arbeitsplätze, wo wirklich nur die Besten gute Chancen haben weiter. Später steigt das Risiko der Arbeitslosigkeit mit zunehmendem Alter enorm. Dazu erfordert das Arbeitsleben heute gerade im technischen Bereich eine ziemlich hohe örtliche Flexibilität, weil
    es qualifizierte Jobs für Ingenieure nicht an jeder Ecke gibt.
    Der Arbeitsmarkt für Ingenieure ist auch grossen Schwankungen unterworfen, welche eng mit der Auftragslage der Industrie verkoppelt sind. Kurzum: man geht ein unkalkulierbares Risiko mit der Entscheidung für die Ingenieurwissenschaften ein.
    Die Rendite dafür ist heutzutage leider oft lausig. Man kann es mit einem anderen Beruf bedeutend einfacher haben.

    Ich persönlich kann den Beruf nur den Leuten empfehlen, welche sich wirklich nichts anderes vorstellen können als Technik und die dafür bereit sind Opfer zu bringen.

    Mag jetzt alles sehr negativ klingen, jedoch wollte ich mal einen Kontrast zu der „Ingenieure händerringend gesucht – wahnsinnigtolle Berufsaussichten“ Fraktion zeichnen, man muss wissen, auf was man sich einlässt, wenn man als „moderner Arbeiter“ ohne grosse Lobby mit der leider in letzer Zeit wackligen deutschen Industrie sein Leben plant.

  84. Simone Janson

    @Roland: Eben das meinte ich auch. Unkenntnis der Situation. Gut das es Blogs und solche Threads gibt. Danke für das Lob zum Blog – jetzt müssen das die Werbekunden nur noch auch so sehen :-). Was mich aber interessiert: Warum glaubst du, dass es im Alter und für Frauen in anderen Bereichen einfacher ist? Da wäre ich nicht überzeugt…

    @Christoph: „In der Anonymität vieler Forenbeiträge schießt ja doch der ein oder andere übers Ziel hinaus.“ Danke für die Bestätigung. Die Firmen setzen natürlich voraus, dass man sich die Kenntnisse entweder im Studium oder privat selbst angeeignet hat 🙂 kann man jetzt schlecht finden – aber wie gesagt, als Selbständige finde ich es völlig normal, dass man erstmal investiert, auch in die eigene Weiterbildung… auf habe ich einige Beispiele von Leuten versammelt, die fachfremd in die IT eingestiegen sind und erzählen, wie sie das gemacht haben.

    @Ralf. Danke für den Hinweis.. das mit den Geisteswissenschaftlern war andersherum gemeint: Die haben einfach noch größere Probleme, einen Job zu finden…

  85. Hallo Frau Janson,

    eine verbreitete Praxis der Unternehmen ist es auch, fiktive Ingenieursstellen auszuschreiben, diese aber mit Absicht nicht besetzt werden. Dies trägt u.a. auch zum Gerücht des „Fachkräftemangels“ bei.

    Ihr Vergleich mit den Geisteswissenschaftlern ist mir noch nicht ganz klar. Ich habe bisher noch niemanden (Wirtschaft, Verbände, Politik usw.) sagen hören, dass es einen Mangel an Geisteswissenschaftlern geben soll.

  86. Übrigens: tolle Seite hier! Du schreibst interessante Artikel, weiter so!

  87. > Mir fällt es aber ein wenig schwer, an eine gezielte “Verschwörung” von
    > Bundesagentur für Arbeit und Unternehmen zu glauben – auch das lese ich
    > aus dem Beitrag von Herrn Schmitz.

    Hallo Simone,
    ich glaube das ist keine „Verschwörung“. Es ist einfach nur die völlige Unkenntniss der Situation. Die lernst Du erst kennen, wenn Du selbst Ingenieur oder Ingenieurin auf dem Markt bist. Ich denke auch es gibt Berufe, bei denen die Lage weitaus ernster ist als bei uns (wobei du mit Geisteswissenschaften gerade das Komplizierteste ansprichst), Berufe wo nicht 5 oder 10 sondern 50 oder 100 Bewerbungen auf dem Tisch landen. Trotz allem, ich und meine bekannten Ings. , auch in anderen Firmen im ganzen Bundesgebiet, empfinden es mittlerweile als Hohn, wenn von Mangel gesprochen wird. Wir werden jedenfalls nicht wie „Mangelobjekte“ behandelt sondern eher wie austauschbare Arbeitssklaven.

    Wie gesagt ich vermute die Industrie ruft, um die Löhne weiter zu drücken und die Medien und Politiker reagieren aus Unkenntnis. Guck dir doch mal den Arbeitsmarkt an, die florierenden Leihunternehmen, Ferchau, Bertrand usw. usw. welche genügend Ingenieursnomaden an den Start bekommen.

    Irgendwann muss einem doch auffallen, das da eine gewisse Unlogik existiert, auf der einen Seite Ingenieursmangel auf der anderen seite Leiharbeiter???

    Was Frauen angeht, ich habe eine Freundin, welche eine kleine Odyssee durch verschiedene Firmen hinter sich hat (als Ingenieurin). Also was sie da erlebt hat (eine Firma war übrigens Ford und eine andere BMW)
    ist sowas von übel, dass ich keiner Frau auch nur im entferntesten dazu raten würde in diese Männerdomäne einzusteigen. Mädels, bleibt bei dem was für euch sicher ist, Lehramt, Medizin usw. Ingenieurin sein bedeutet immenses Risiko, welches wesentlich höher als das eines Mannes in dem Beruf ist.

    Ich habe mich mit dem abgefunden, wie es ist, aber ich halte die Augen nach Alternativen offen. Momentan finde ich es interessant ein paar Jahre mein ganzes Geld zu sparen und vielleicht noch einmal zu studieren. In Rumänien kann man zB. für ~ 5000 Euro im Jahr Medizin studieren. Vor dem Ingenieur sein im Alter habe ich Schiss! Mir ist klar, dass es nur eine Sache auf Zeit, solange ich jung und leistungsfähig bin ist.

  88. Schöner Thread hier.
    Mir gehts ähnlich: überdurchschnittlich in Berlin abgeschlossen und nun seit 2 Jahren einen zeitlich befristeten Vertrag, obwohl die Firma Millionen scheffelt und genug Arbeit da ist. Gehalt deutlich unter 40k und ich bin heilfroh wenigstens einen Job zu haben.
    Aber sie können es einfach so machen, weil es genug Bewerber gibt und diese Überzahl die Bedingungen für die Arbeitnehmer verschlechtert 🙁
    Ich kann auch nur sagen MINT-Mangel gibt es nicht. Von Mangel kann man nur sprechen, wenn man der Meinung ist 5-10 Bewerber pro Stelle sind zu wenig! Meine persönliche Meinung: es stimmt das demnächst viele Ältere in Rente gehen, jedoch denke ich, das wird nur das Wegbrechen der Arbeitsplätze im MINT-Bereich etwas abfedern, ein tatsächlicher Mangel wird so nicht entstehen. Es werden auch trotz schlechten Bedingungen immer genug Leute MINT studieren, es gibt einfach sehr viele Menschen, die gerne Technik machen wollen und das wird sich nie änderen. Dazu: Angebot und Nachfrage, wenn die Löhne steigen, werden auch wieder mehr Leute den Beruf interessanter finden.
    Für mich ist die ganze MINT-Mangelpropaganda nichts weiter als Nebelkerzen, um von den tatsächlichen strukturellen und politischen Problemen in Deutschland abzulenken.

    • Simone Janson

      Hallo Roland,
      soweit ich das sehe, scheint es tatsächlich ein wenig schwierig ist, von einem MINT-Mangel zu sprechen. Indirekt hat Bernd Schmitz von Bayer das in einem anderen Thread ja auch bestätigt, zumindest hat er seine persönliche Meinung dazu gesagt.
      Mir fällt es aber ein wenig schwer, an eine gezielte „Verschwörung“ von Bundesagentur für Arbeit und Unternehmen zu glauben – auch das lese ich aus dem Beitrag von Herrn Schmitz.
      Z.B. Ist die Lage bei den Geisteswissenschaftlern ja noch schlechter: Von einer unbefristeten Stelle, ja überhaupt von einer Stelle, können viele da nur träumen, von speziellen Stellenausschreibungen auch, und es gibt sicher noch mehr Leute, die irgendwas mit Kultur und Medien machen wollen als mit Technik.
      Vielleicht haben die Unternehmen also einfach gesagt, sie brauchen Ingenieure, was sie ja auch tun, jedenfalls eher als Geisteswissenschaftler, und es hat sich jemand gedacht: „hey, da werden Ingenieure gesucht, da scheint es einen Mangel zu geben, starten wir so eine Kampagne…“? Was auch daran liegt, dass m.E. die Bundesagentur für Arbeit gerne dafür sorgen würde, dass die Leute eine vergleichsweise sichere Sache studieren und dann entsprechende Studiengänge gezielt bewerben. Wie gesagt: In anderen Fächern sieht es noch schlimmer aus….

  89. Christoph

    Hallo Simone,

    danke für den Hinweis, dass Du Wert auf sachliche unpolemische Beiträge legst. In der Anonymität vieler Forenbeiträge schießt ja doch der ein oder andere übers Ziel hinaus.

    Hier gibt es ein beispielhaften Forenbeitrag, der den aktuellen Fachkräftemangel heutiger Firmen sehr gut wiedergibt:
    http://www.mikrocontroller.net/topic/169613

    Im Forenbeitrag sucht der erste Schreiber intensiv nach einer Fachkraft, die HMI-Interfaces programmieren kann ( HMI-Interface : human machine interface, stark vereinfacht ausgedrückt ein berührungsempfindlicher Bildschirm wie beim I-Phone ). Die Fachkraft soll mindestens 3-4 Jahre Berufserfahrung haben, aber nicht älter als 45 Jahre sein.

    Es ist so, dass man das programmieren von berührungsempfindlichen Bildschirmen nicht studieren kann. Ein Informatiker oder Elektrotechniker kann diese Aufgabe sehr wohl erfüllen, wenn er sich in einer Firma ca. 1 Jahr mit diesem Thema beschäftigt.
    Da es noch nicht so lange berührungsempfindliche Bildschirme gibt, ist die Anzahl der Leute, die das schon einmal gemacht haben, eher gering. Die Firma kann aber aus Zeit oder finanziellen Gründen kein ganzes Jahr in einen neuen Mitarbeiter investieren, bis dieser produktiv arbeitet.
    Deshalb spricht die Firma von einem Fachkräftemangel, während es auf der anderen Seite viele Absolventen und Alt-Ingenieure aus den MINT-Fächern gibt, die eine Stelle suchen.

    Man kann also sehen, dass es zwei Sichtweisen gibt: Die Firmen, die unter Kostendruck stehen und produktiv einsetzbare Mitarbeiter benötigen und die MINT-Fachkräfte die keine Stelle finden.

  90. Simone Janson

    Hallo Mighty,
    danke für den Hinweis… Ihren letzten Absatz überlese ich einfach mal – mich stören schon wieder diese Verallgemeinerungen. Ich kenne z.B. sehr nette Betriebswirte, denen es auch nicht nur ums Geld geht 🙂
    Das ist genau das was ich meinte mit Polemisch und Emotional meinte. Und: Schöner wäre es natürlich, wenn die Diskutanten keine Pseudonyme benutzen würden.
    Danke
    Simone Janson

  91. Beachten Sie auch die weiteren Threads in dem Unterforum
    Frau Janson. Insbesondere die Größeren (ausschweifenden)
    Threads sind mit unter sehr lesenswert; Wenn auch
    oftmals ziemlich überspitzt und von subjektiven, schlechten
    Erfahrungen durchzogen.

    Es kann jedoch festgestellt werden: Der grosse Wasserkopf
    großer- bis mittelgroßer Unternehmen und auch die Politik
    hat vergessen Wer in diesem Land die Werte schafft und
    vorallem warum. Anders als den Betriebswirten geht es nämlich
    ganz und garnicht nur ums Geld.

  92. Christoph

    Was den Mangel an MINT Fachkräften anbelangt, muss man wissen, dass wir in einer „Mediendemokratie“ leben. In einer Mediendemokratie versuchen verschiedene Interessengruppen die Meinung der Bevölkerung zu beeinflussen.
    Da gibt es z.B. Industrienahen Organisationen wie den VDI/VDE die Artikel zum Fachkräftemangel in den Medien lancieren um billige Arbeitskräfte zu finden. ( z.B. )
    Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Leute aus dem MINT Bereich, die unter der aktuellen Situation leiden und die Situation durchschauen: http://www.mikrocontroller.net/topic/132445

    • Simone Janson

      Hallo Christoph, danke für die Links mit etwas konkreteren Informationen, die bei einer weitergehenden Recherche sehr nützlich sein könnten.

  93. Hallo Petra,

    ich hatte bereits mehrmals in den Semesterferien bei Firmen als Werkstudentin gearbeitet und meine Diplomarbeit bei einem großen Konzern in Erlangen absolviert. Leider kam die Finanzkrise und der Wirtschaftseinbruch einer Einstellung zuvor.

  94. Hallo an Karen und Sandra, mich interessiert vor allem, ob Sie bereits während des Studiums versucht haben, Praxiskontakte zu knüpfen und Praktika absolviert haben oder eventuell an Förderprogrammen teilgenommen haben. Ich selbst bin Geisteswissenschaftlerin – da muss man sich von Beginn des Studiums an engagieren, sonst wird es mit gut bezahlten und interessanten Jobs richtig schwer….

  95. Die reale Situation kennen viele nicht und wenn man eine statistische Auswertung machen würde, müsste man sehr gründlich und intensiv recherchieren. Da wären die Absolventen, egal ob Maschinenbau, Informatik und Naturwissenschaftlich, die entweder in einer dieser Dienstleistungsunternehmen arbeiten, oder Hartz 4 beziehen, die weiter studieren, promovieren oder fachfremd arbeiten, weil sie keine Arbeitsstelle gefunden haben. Das würde mich auch brennend interessieren, aber bestimmt nicht die Politik und schon gar nicht die Unternehmen!

    Grüsse

    Sandra

  96. Simone Janson

    Passt gut zu der Diskussion von gestern ): Erwarten #Nachwuchskraefte einfach zu viel:…

  97. Simone Janson

    Hallo Karen,
    das ist ein Thema, was ich auf jeden Fall noch mal aufgreifen und genauer recherchieren werde – mit genaueren Zahlen, Statements von Wirtschaft und Politik usw. Ich hatte ja um ehrlich zu sein auch auf ein paar Statements von Unternehmensseite gehofft – so scheint das schweigen nur Ihre Aussage zu bestätigen. Danke jedenfalls für die Anregung. Sowas ist halt leider, wie immer, ein Zeitproblem.
    Zu Ihrem Entschluss, nach Stockholm zu gehen, kann ich Sie nur beglückwünschen: Superschöne Stadt und Gegend da.
    Gruß
    Simone Janson

  98. Wichtig wäre es die Abiturienten darauf hin zu weisen, dass das Gerede über einen Mangel an MINT-Fachleuten in Deutschland nicht der Wahrheit entspricht. Die Erstsemester gehen mit großen Erwartungen in das Studium, bei dem fast die Hälfte auf der Strecke bleibt, um nach dem Abschluß festzustellen, dass wir in Deutschland nicht gebraucht werden. Dies ist äußerst frustrierend. Ich hatte mir nicht vorgestellt nach meinem Abschuß erst einmal als H4-Aufstocker zu leben und zu fühlen, wie die Politik uns verachtet. Von meiner Bewerbungsaktion in Schweden bin ich angenehm überrascht. Am Freitag hatte ein früherer Studienkollege meine Unterlagen in Stockholm in der Personalabteilung der Firma, bei der er arbeitet, abgegeben. Heute hatte ich per Mail eine Eingangsbestätigung erhalten mit dem Vermerk, dass man sehr interessiert sein und zeitnah auf die Bewerbung zurückkommen werde. Von deutschen Firmen bekommt man nicht einmal eine maschinelle Eingangsbestätigung, geschweige denn eine Antwort. Aus dieser Erfahrung heraus bestätigt sich mein Entschluß Deutschland den Rücken zu kehren, denn hier sind hier nur lästig.

  99. Andy Hilker

    RT @almameise: #Jobchancen von #MINT-#Absolventen gleich Null? Spannende Diskussion bei @SimoneJanson auf Beteiligt Euch!

  100. Johannes Lenz

    Hallo an alle,

    wie ich finde eine interessante Diskussion, die einen Einblick in die Realität gewährt, der manchem so nicht gefallen wird. Um was geht es hier eigentlich?

    Ich habe das so verstanden und spitze das mal zu:

    Seit einiger Zeit versucht die Regierung, über die MINT-Initiative mehr Abiturienten zum Studium dieser Fächer zu bewegen, weil Absolventen dieser Fächer begehrt sind.

    An der Realität scheint das aber vorbeizugehen, wie Karen und Sandra in ihren Kommentaren eindrucksvoll zeigen.

    Ergo: MINT Absolventen bekommen keinen Job obwohl sie zum Studium animiert wurden und die Rede vom Fachkräftemangel ist.

    Ich finde Eure Aussagen @Karen & @Sandara wirklich interessant und hoffe sehr, daß Ihr einen Job bekommt. Ich habe auch schon über die uns zur Verfügung stehenden Social Media Kanäle auf diese Diskussion hier hingewiesen. Auf jeden Fall könnt Ihr über mich via Mail an pr [at] alma-mater.de Eure Lebensläufe senden und wir schauen, was wir tun können.

    Noch ein paar (kritische) Anmerkungen: Vielleicht hängt es auch vom Studium ab, daß man im Rahmen von MINT absolviert hat, wie die Jobchancen stehen. Ich denke Informatiker haben nahezu jederzeit gute Einstiegschancen.

    In diesem Zusammenhang sind Verallgemeinerungen ebenfalls fehl am Platz. Man sollte genau nachsehen etwa mit Hilfe der bisherigen Daten zu MINT-Absolventen etwa über die Initiative selbst oder viell. mal beim HIS oder dem INCHER in Kassel anfragen, wie die Lage sich nach den Fakten darstellt.

    Schließlich: Ich finde es super @Karen & @Sandra, daß Ihr bei Simone auf den Post reagiert habt. Eure Situation erinnert mich auch ein wenig daran, wie es bei mir nach dem Studium zuging in Sachen Jobsuche, auch wenn ich nichts mit MINT zu tun hatte. Schwierig wars und oftmals hörte ich die Begründung, daß ich einfach zu wenig Berufserfahrung mitbrächte… trotz ordentlicher Praktika während des Studiums usw.

    Inzwischen bin ich Volontär bei alma mater, habe über anderthalb Jahre einen coolen Job gemacht, davor ein Praktikum bei BMW absolviert. Zudem beschäftige ich mich intensiv mit Social Media und versuche in diesem Bereich mich weiterzubilden und neue Herausforderungen anzunehmen.

    Will sagen: Es gibt Wege, es tun sich welche auf, auch wenn sie manchmal hart und steinig sind – aber ihr schafft es. Laßt den Kopf nicht hängen und überlegt Euch genau was Ihr wollt und was Ihr dafür tun könnt bzw. noch erlernen müßt. Rat findet Ihr beim Recruiting Team von alma mater und vielen anderen Beratern. Aber vorher müßt Ihr wissen, wohin die Reise gehen soll.

    Mit besten Grüßen aus Stuttgart

    Johannes

  101. Alma Mater

    #Jobchancen von #MINT-#Absolventen gleich Null? Spannende Diskussion bei @SimoneJanson auf Beteiligt Euch!

  102. Ich kann Karen da nur bestätigen, auch ich bewerbe mich seit über einem halben Jahr erfolglos. Meist initiativ, da es keine Stellen für Absolventen gibt (Biotechnologie FH). Aus meinem Jahrgang hat sogar keiner eine Einstellung gefunden, über 50 % sind in einen Masterstudiengang geflüchtet (als Dpl. Ing!) und die ganz guten machen ihren Doktor. Fakt ist aber auch, daß viele Absolventen die vor mir ihr Studium beendet haben, noch vor der Wirtschaftskrise, hier keine Einstellung gefunden haben und jetzt im Ausland arbeiten (Skandinavien und USA). Das hat mich damals noch erstaunt, da hier ja händeringend gesucht wird (angeblich). Jetzt spiele ich auch mit den Gedanken ins Ausland zu gehen. Was soll man auch machen….

  103. Simone Janson

    Viel Glück.
    Gerne können Sie berichten, wie es dort läuft. Vielleicht interessiert das auch andere MINT-Abgänger.
    Gruß
    Simone Janson

  104. Ein Studienkollege, der in Stockholm arbeitet, hat meine Bewerbungsunterlagen in seine Firma mitgenommen. Er wollte sich nächste Woche melden. Wenn ich die Chance auf eine Vollzeitstelle bekomme, werde ich nach Stockholm gehen.
    Vielen Dank und viele Grüße
    Karen

  105. Simone Janson

    Liebe Karen,
    ich kenne solche Aussagen auch sonst nur von Geisteswissenschaftlern, daher war ich etwas überrascht.. 🙂
    Wie dem auch sei, vielleicht kann ich einen Kontakt zu Unternehmen herstellen, die Ingenieure suchen. Versprechen kann ich aber nichts, es muss ja auch von der Ausrichtung her passen. Einfach mal die Tage wieder vorbeischauen…
    Gruß
    SImone Janson

  106. Hallo, es tut mir leid, wenn ich Ihnen dies unterstellt habe. Aber mir streuben sich die Nackenhaare, wenn ich über einen Mint-Mangel lese. Mein Semester hat vor ca. 1 Jahr abgeschlossen (Uni Erlangen) und obwohl im Vergleich zum Anfangssemester ca 40% den Studiengang nicht geschafft haben, sind nur ca. 5% in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis. Ein Konzern in Erlangen „entsorgt“ zur Zeit Ingenieure und Informatiker über 50 Jahre. Viele aus unserem Semester haben Deutschland den Rücken gekehrt und arbeiten in Skandinavien, Österreich und der Schweiz. Andere sind als H4-Aufstocker beschäftigt und hoffen auf bessere Zeiten. Es sind auch viele mit einem guten Abschluß betroffen. Bei den wenigen Gesprächen, die man in den Personalabteilungen führen durfte, konnte man die Überheblichkeit deutlich spüren. Aus unserer Sicht lohnt sich das Studium nicht mehr, da es offensichtlich kein Bedarf besteht.

  107. Simone Janson

    Hallo Karen,
    danke für Ihren Bericht – auch wenn mir etwas weniger wütende Polemik und etwas sachliche Hintergrundinformation lieber gewesen wäre. Zur Berichtigung: Es ist nicht „meine“ Inititative, sondern die u.a. der Arbeitsagentur – und ich berichte darüber. Und ob sie deplaziert ist, könnte man ja mit fundierten Argumenten durchaus diskutieren, dafür ist dieser Blog ja da!
    Ich vermute mal, Sie sind MINT-Absolventin auf Jobsuche?
    Leider erzählen Sie nichts zu Ihrem Hintergrund, Ihren Qualifikationen und den Quellen für Ihre Informationen – das wäre für eine weitergehende Diskussion hilfreich.
    Ich werde Ihren Kommentar auf jeden Fall bei geeigneten Ansprechpartnern, z.B. Personalfachleuten auf der Suche nach MINT-Absolventen, zur Diskussion stellen und würde mich freuen, wenn Sie sich daran beteiligen.

    Gruß
    Simone Janson

  108. Ich glaube die Realität auf dem Arbeitsmarkt ist hier nicht bekannt. Mint-Absolventen bekommen keine Chance zum Einstieg und sind auf H4 angewiesen. Ingenieure mit 3 bis 5 Jahren Berufserfahrung bekommen befristete Verträge bis meist April 2011 vorgelegt. Begründung, falls überhaupt eine gegeben wird, ist die volle Freizügigkeit für Arbeitskräfte in der EU (vorallem für unsere östlichen Nachbarn) ab April 2011. Die Arbeitgeber rechnen mit einer Nivellierung auf niedriger Basis. Mint-Fachkräfte in Konzernen, die das 50te Lebensjahr überschritten haben, werden entsorgt (Ausspruch eines Managers bei einer Diskussion in Frankfurt). Aufgrund dieser Tatsachen kann es keinen Mangel an MINT-Fachleuten geben, höchstens an Fachleuten, die dauerhaft als H4-Aufstocker leben wollen. Mit ihrer deplazierten Initiative drängen sie nur noch mehr Absolventen in H4.

  109. Simone Janson

    Warum MINT-Studieren sinnvoll ist: <p></p>Hilfe, Fachkräftemangel!

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