Gefährliches Schubladendenken: Simplify your life?

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Simplify your life – Die Bücher von Werner Tiki Küstenmacher waren kommerziell ein großer Erfolg. Kein Wunder: In einer immer komplizierter werdenden Welt sehnen sich die meisten nach einfache Lösungen – die müssen aber nicht immer richtig sein.

Hauptsache schnell und einfach

Schnelles Aufräumen statt mühsames Aussortieren, der einfache Handytarif statt ständigen Preisvergleichen, Pauschalreisen statt selbst organisierten Tripps. Und tatsächlich ist Simplify eine tolle Sache, wenn es um solche einfache Dinge geht.

Doch bei komplexen Problemen, etwa zwischenmenschlichen Beziehungen, kann das schnell zur Vereinfachungsfalles werden. Und das Gehirn hilft uns noch, fröhlich in diese Falle zu tappen:

Selektive Wahrnehmung

Wenn die Kollegin auf dem Flur zum Beispiel nicht grüßt, kann man es sich leicht machen und sagen “Die hat ein Problem mit mir”. Denn die Erklärung erscheint unserem Gehirn am einfachsten, weil es das, was es in bereits bestehende Denkmuster eingliedern kann, viel besser verarbeitet.

Wir nehmen also selektiv wahr, was unsere Überzeugung, unseren bisherigen Erfahrungen, Einstellungen und Interessen stützt. Wir beziehen die Unfreundlichkeit der Kollegin auf uns. Natürlich kann es sein, dass sie einen nicht leiden kann.

Sich das leben schwer machen durch Vereinfachung

Es kann aber auch sein, dass Sie Ärger mit dem Chef oder in der Familie hatte oder dass sie einfach ihre Kontaktlinsen vergessen hat. Man muss sich vielleicht gar nicht ärgern und Aggressionen aufbauen. Will sagen: Durch Vereinfachung kann man sich viele Optionen verbauen und sich das Leben unnötig schwer machen.

Es gibt Leute, die derart festgefahren in ihrer selektiven Wahrnehmung sind, dass sie die Realität gar nicht mehr richtig aufnehmen. Auf diese Weise entsteht ein gefährliches Schubladendenken, aus dem man nur schwer wieder herauskommt.


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