Umfrage: Viele Minijober machen Schwarzarbeit – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Umfrage: Viele Minijober machen Schwarzarbeit



Von rund 40 Millionen Haushalten in Deutschland hat fast jeder Fünfte schon einmal eine Hilfe schwarz beschäftigt – also ohne Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Unfallversicherung oder Steuern zu zahlen. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag der Minijob-Zentrale.


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Hier schreibt für Sie: Simone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

Wie viel Schwarzarbeit in Privat-Haushalten?

Bei der Studie wurde untersucht, welche Rolle Schwarzarbeit in Privathaushalten spielt, und wie Haushaltsführende ihre Arbeit in Haus, Wohnung oder Garten managen.

Demnach haben 18 Prozent der 2.091 befragten Männer und Frauen ab 14 Jahren bereits einmal eine Hilfe in ihrem Haushalt arbeiten lassen, ohne sie anzumelden. Für viele ist das nur ein Kavaliersdelikt: Die Nachbarn machen es, die Bekannten machen es, und die Freunde machen es auch.

Schlechtes Gewissen? Fehlanzeige!

Ein schlechtes Gewissen haben die meisten heimlichen Arbeitgeber (79 Prozent) daher nicht. Ihr Hauptmotiv: Sie wollen die Haushaltskasse schonen. 27 Prozent von ihnen geben an, dass sie Geld sparen möchten.

Wer eine Hilfe als 400-Euro-Minijobber anmeldet, kann seit 2009 jedoch sogar 20 Prozent der gesamten Ausgaben von seiner Einkommensteuer abziehen statt wie bisher 10 Prozent – maximal jedoch 565 Euro pro Jahr.

Die Bürokratie ist Schuld?

Manche Befragte schrecken zudem vor dem bürokratischen Aufwand zurück, den sie hinter einer Anmeldung vermuten. Mit dem Haushaltsscheckverfahren der Minijob-Zentrale, einem einseitigen Formular, wurde der Aufwand jedoch stark vereinfacht.

Doch nicht in jedem Fall ist es der Arbeitgeber, der sich um eine Anmeldung drücken möchte. Jeder Vierte (24 Prozent) beschäftigt seine Hilfe schwarz, weil sie nicht offiziell arbeiten will.

Auch Arbeitnehmer wollen es lieber schwarz

Viele Haushalte würden ihre Hilfe gerne anmelden, wenn diese dazu bereit wäre. Doch vielen Arbeitnehmern ist nicht bewusst, dass sie von einer Anmeldung profitieren. Sie werden beispielsweise zur gesetzlichen Unfallversicherung gemeldet, haben das Recht auf Urlaub und auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Politischandersdenkender

    Man darf an dieser Stelle nicht vergessen wie viele Reiche es gibt die ihr Geld heimlich auf ausländischen Konten lagern um Steuern zu sparen obwohl die es finanziell gar nicht nötig haben. Zudem wenden solche Leute mit m gewissen vermögen oder Einkommen oft noch von Ihrem Finanzberatern unterweisen wie sie am besten Steuern sparen können und es gewinnbringend anlegen während normale Leute aus der Unterschicht überhaupt keine Möglichkeiten dieser Art haben. Daher ist es schäbig einem ein schlechtes Gewissen einzureden wenn sich jemand etwas schwarz dazu verdient um über die Runden zukommen und seine Familie zu ernähren, zumal der deutsche Staat einem sowieso keine sichere Rente mehr garantieren kann und (zu) viel Geld nach Israel und Afghanistan stopft obwohl es hier dringend gebraucht wird.

    • Simone Janson

      Hallo Politischandersdenkender,
      ich finde es interessant, dass Sie sich ein schlechtes Gewissen einreden lassen. Einerseits kann ich den Unmut verstehen, andererseits ist diese Dreist-ist-geil-Mitnahmementalität, und zwar in allen gesellschaftlichen Schichten, das große Problem in Deutschland – mal im Vergleich zu den skandinavischen Ländern, wo es eine breite Akzeptanz gibt, den Staat zu unterstützen. Die Frage aber ist: Was tut man dagegen? Mit dem Finger auf andere zu zeigen, nach dem Motto „der macht das ja auch“ ist verständlich, aber nicht zielführend. Konstruktive Alternativvorschläge?

  2. Simone Janson

    Sicher. Aber das einfach als gegeben hinzunehmen, löst das Problem ja nicht – oder?

  3. Sie verüben die Schwarzarbeit, weil dies für sie wahrscheinlich so günstiger und bequemer ist.

  4. Simone Janson

    Das soll jetzt aber hoffentlich kein Freibrief sein, Schwarzarbeit eben zu akzeptieren? Ich habe das auch schon andersherum gehört: Dass nämlich die Minijobber häufig unbedingt schwarz arbeiten wollen. Und es ist eine Frage der Marktmacht: Generell denkt man sich natürlich, Minijobber haben schlechte Karten.
    Wenn ich allerdings eine zuverlässige und wirklich gründliche Putzfrau suche, die in meiner Nähe wohnt und vielleicht auch noch zeitlich flexibel ist, sieht das vielleicht auch schon wieder anders aus: Dann bin ich vielleicht auch bereit, mal deren Bedingungen zu akzeptieren. Da hängt dann auch vieles davon ab, mit welchem Selbstverständnis der Minijobber auftritt – ob z.B. als Dienstleister oder eben als kleine Wurst (um das mal plakativ zu sagen..)

  5. Coaching Netzwerk

    Wenn man als Arbeitnehmer auf eine Anmeldung bestehen würde, dann könnte es sein, dass man den Job nicht bekommt. Also nimmt man gerade bei geringfügigen Beschäftigungen das, was man kriegen kann.

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