Neuer Trend-Report des Zukunftsinstuts: Schlechter Stil und Iphone Apps als Renner des künftigen Jahrzehnts? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Neuer Trend-Report des Zukunftsinstuts: Schlechter Stil und Iphone Apps als Renner des künftigen Jahrzehnts?



Das Zukunftsforscher-Team um Matthias Horx hat einen neuen Trendreport herausgebracht. Darin stellt er die angeblich wichtigsten Trends des kommenden Jahrzehnts vor: Apps und China sind aber schon ein alter Hut. Und ist Kartographieren wirklich so hipp?


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Der Trend-Report 2010 ist beim Zukunftsinstitut für den stolzen Preis von 125 Euro zu haben. Die Autoren wollen hier die wichtigsten Entwicklungen in Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und Politik im Spannungsfeld zwischen Technologien, Sozialstrukturen und Wertewandel-Prozessen aufzeigen.

Der Großteil dieses etwas blümerant umschriebenen Vorhabens ist eigentlich in weiten Teilen keine Überraschung: Weder das China zur Wirtschaftsmacht aufsteigen wird noch der kreative Kapitalismus und Individualismus – und auch dass Angst, Unsicherheit und Verschwörungstheorien unsere Welt beherrschen, ist doch eigentlich ein alter Hut.

Es könnte höchsten nachdenklich stimmen, dass sich daran trotz aller Bemühungen für die Zukunft nichts ändert. Warum aber ausgerechnet Kartographie daran etwas ändern soll? Oder hängt das doch mit der neuen-alten Outdoor-Lust zusammen? Auch Iphone-Apps sind jetzt schon der Renner. Und Übrigens: Zum Thema E-Energy, bzw. E-Mobility gibt es einen kritischen Artikel bei http://www.changex.de/Article/audio_canzlerknie_emobility. Einzig wirklich spannend finde ich den Upside-Down-Trend: Schlechter Stil und Häßlichkeit sollen in Mode kommen – auch wenn mir nicht ganz klar ist, warum sich manche Leute (handgemachte) Probleme in Internet bestellen wollen.

Wie dem auch sei, hier die, nach Horx, wichtigsten Trends des kommenden Jahrzehnts:

  • Kreativer Kapitalismus: Wie eine neue Gesellschaftsordnung entsteht. Produkte, Stückzahlen und Output haben ausgedient, die Steigerung des gesellschaftlichen Wohlstands und die Selbstverwirklichung jedes Einzelnen stehen jetzt im Vordergrund. „Im Kreativen Kapitalismus rücken das Individuum und seine Talente ins Zentrum der Produktivität“, sagt Matthias Horx.
  • Megatrend China: Die Zehnerjahre werden – endgültig – das chinesische Jahrzehnt. Die Volksrepublik hat, wie einige andere asiatische Länder auch, die Krise genutzt und steigt zum Mega-Player der kommenden Jahrzehnte auf. „Wahrscheinlich wird China schon im Jahr 2030 die mächtigste Wirtschaftsnation der Erde sein“, sagt Horx. Der Ehrgeiz im Riesenreich wird dazu führen, dass China die modernste technische Infrastruktur aller großen Länder haben wird.
  • AppsWorld: One-Touch-Applikationen treiben die digitale Revolution in die nächste Runde „Apps sind für die Computerindustrie, was Ikea für die Möbelbranche war: Billy für den digitalen Bürger“, so Horx. Viele Apple iPhone-Besitzer können nicht mehr genug von ihnen bekommen. Apps, die es bereits in 80.000 Varianten gibt, sind lustige, verrückte, nützliche und unnütze Computerprogramme zugleich und stehen für den nutzerzentrierten Zugang zu Software, der Computeranwendungen verändern wird.
  • Map-o-mania: Die neue Lust am Kartographieren. Die Kartographie erlebt eine ungeahnte Renaissance. Stärker denn je suchen die Menschen nach Orientierung. Karten helfen ihnen dabei, sich zu verorten. Als verlässliches Medium liefern sie Sicherheit im modernen Leben, sind also mehr als nur reine Wegbeschreiber.
  • E-Energy: Das energetische Netzwerk bringt den nächsten großen Infrastruktur- und Technologie-Boom. Auch heute muss sich ‚Alternativenergie’ gegen die Old Energies wie Atomkraft und Gasturbinen behaupten. Das Technik- und Effektivitätsproblem verlagert sich zunehmend in eine Diskussion über die Integration in neue Technologien und neue ökonomische und soziale Konzepte. Wichtig ist dabei die Frage, ob ein Sprung von der Zentralität zur Dezentralität gelingt.
  • Fear Economy: Wie Angst unser Bewusstsein prägt und Ökonomie und Gesellschaft verändert. Verschwörungsformeln und Untergangsszenarien haben Hochkonjunktur: Nach der Jahrtausendwende und 9/11 bedrohen jetzt Weltwirtschaftskrise und Schweinegrippe die Menschheit. Das Bedürfnis nach Sicherheit wird in der nächsten Dekade weiter ansteigen und das Wertesystem der Gesellschaft beeinflussen.
  • Das 3D-Wunder: Der neueste Technologie-Hype heißt „3D“ – ein Flop und ein Hype zugleich. Die technischen Verfahren der 3D-Technologien werden billiger und ausgereifter, die enormen Datenmengen leichter zu handhaben. Doch der Einfluss der Dreidimensionalität auf das Wahrnehmungssystem des Menschen kann unangenehm und nervtötend sein. Gefragt sind deshalb eigenständige künstlerisch und auch dramaturgisch wertvolle Formate.
  • Private Spaceflight: Ein neues Weltraumzeitalter beginnt. Die Abenteuerlust der Reichen und Mächtigen ist noch immer ungestillt, doch spektakuläre Weltraumflüge könnten sie zum Staunen bringen. Der kommerzielle Weltraum-Tourismus entwickelt neue Verdienstmöglichkeiten wie Luxushotels im Weltraum und Reiseveranstalter für Space Adventures.
  • Upside Down: Der Gegentrend zum Gut-Sein-Trend: Politische Unkorrektheit als Spaßprinzip. Der größte Trend der Gegenwart und des neuen Jahrzehnts: Weltretten. Und auch hierfür gibt es einen Gegentrend, eine Neo-Rebellion, wo das Prinzip der Andersartigkeit vorherrscht. Hässlich sein wird bevorzugt, schlechter Stil ist in und wer sorgenfrei ist, kann sich Probleme im Internet bestellen.
  • Urbaner Eskapismus: Eine neue Synthese von Urbanität und Abenteuerlust Outdoor-Aktivitäten boomen: Nicht nur im klassischen Sinne in der Natur auf dem Land, sondern vor allem in der Stadt hält der Drang nach Bewegung Einzug. Megatrends wie Gesundheit, New Work oder Neo-Ökologie spielen hier eine wichtige Rolle, sie vergrößern das Bedürfnis nach Freiheit, Erlebnis und Natürlichkeit.
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    Zukunftsinstitut: Schlechter #Stil und #IponApps als Trends des neuen Jahrzehnts? #fb

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