Lügen bei der Bewerbung: Frechheit siegt? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Lügen bei der Bewerbung: Frechheit siegt?



Wer in Zeiten von Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit einen neuen Job sucht, muss hohen Anforderungen genügen. Was liegt da näher, als den eigenen Lebenslauf ein wenig zu frisieren, um perfekt in das Stellenprofil zu passen. Doch Flunkern kann ganz schön ins Auge gehen. Bewerbungstipps  Manipulation Lügen Lebenslauf


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Hier schreibt für Sie: Simone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht B E R U F E B I L D E… Profil

Warum Bewerber lügen

Auch nach Jahren können kleine Lügen noch auf einen zurückfallen: Mehr als ein Drittel der Bewerber nehmen es mit der Wahrheit nicht so genau. Das ergab eine internationale Umfrage des Personaldienstleisters Robert Half unter 1.210 Personalmanagern. Demnach wird in Deutschland am häufigsten bei den Aufgaben im früheren Job gelogen – und bei den Managementfähigkeiten. Weit weniger mutig sind die Arbeitnehmer in spe hingegen, wenn es um das Erfindenden von Softwarekenntnissen (5 Prozent) oder Bildungsbschlüssen geht (4 Prozent).

Das Flunkern hat einen guten Grund: Die Stellenanforderungen sind meist derartig hoch, dass manche Bewerber gerne zu allerlei Tricks greifen, um den begehrten Job zu erhalten. Beispiel Aufgabengebiete: Was genau man im alten Job gemacht hat, lässt sich meist ebenso wenig belegen wie Softskills – und daher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Angaben überprüft werden, vergleichsweise gering.

Außerdem erscheint vielen eine kleine Übertreibung gar nicht als Lüge – nach dem Motto „Das macht doch jeder“ – , weil die Abgrenzung tatsächlich fließend ist. Viele Bewerber glauben sogar, dass es vor allem darauf ankommt, wie gut man sich verkaufen kann und sind regelrecht stolz auf ihre raffinierten Umschreibungen der Wahrheit. Hingegen sind die meisten der Ansicht, dass ihnen zu große Ehrlichkeit sogar als Naivität und Dummheit ausgelegt werden könne.

Vorsicht: Lügen haben kurze Beine

Doch geschulte Personaler merken im Vorstellungsgespräch schnell, wenn gelogen wird: Körpersprache und Mimik sind verräterisch. Beispielsweise weisen Nervosität, Zucken des Mundes oder Augenrollen auf Lügen hin. Außerdem stellen die Einstellungsexperten gerne Kontrollfragen, um den Wahrheitsgehalt zu Überprüfen. So kontrollieren sie Angaben zu sozialem Kompetenzen gerne mit Fragen nach dem Hobby: Wer in seiner Freizeit gerne Dinge alleine macht, wird im Beruf wohl kaum besonders gut mit anderen zusammenarbeiten können. Oder Fremdsprachenkenntnisse werden gerne durch eine Unterhaltung in der jeweiligen Sprach getestet. Und falsche Angaben zu Berufserfahrung fallen spätestens in der Probezeit auf.

Prekär, weil gut nachweisbar, sind aber vor allem falsche Angaben im Lebenslauf: Zwar ist es verständlich, wenn jemand Auslandspraktika, soziale Aktivitäten oder sogar Jobs erfindet, um Lücken im Lebenslauf zu schließen, die gerade bei Berufsanfängern ohne Erfahrung ein Problem darstellen, das mit jeder Bewerbung größer wird. Ein Kavaliersdelikt ist das aber keinesfalls. Wenn herauskommt, dass der Lebenslauf nur Fake war, ist das auch Jahre später noch ein Grund für den Arbeitgeber, sich von diesem Mitarbeiter zu trennen.

Nur keine Zeugnisse fälschen!

Richtig ernst wird es schließlich bei gefälschten Hochschul- oder Arbeitszeugnissen: Deren Wahrheitsgehalt kann jeder Arbeitgeber nicht nur durch einige Anrufe abklären, sondern der Bewerber macht sich damit auch noch der Urkundenfälschung strafbar. Wer also beim Lügen zu dick aufträgt, riskiert nicht nur seinen guten Ruf – Arbeitgeber sind häufig miteinander vernetzt – sondern auch eine Strafanzeige.

Bewerber sollten also wissen: Wo hört das Schönen der Wahrheit auf und wo fängt das Lügen an? Mein Beitrag bei RP-ONLINE zeigt Ihnen, worauf Sie achten müssen:

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Simone Janson

    Hallo Sven,
    Ja und Nein. Sicherlich wirken die Leute bei DSDS so, als wäre Ihnen die Kritik völlig egal und als würden Sie dennoch weitermachen. Bei vielen ist das jedoch, wenn man mal genauer hinschaut, jedoch gar nicht so. Es gibt dann Ausnahmen, die obwohl nicht gerade die talentiertesten Sänger, dann dennoch weiterkommen – z.B. D. Kübelböck. Aber ich glaube dafür muss man wirklich hundertprozentig dahinter stehen, was man macht und das selbst so gut finden, dass einem die Kritik wirklich egal ist. Dann kann man möglicherweise auch andere überzeugen. Das steht bei RP-ONLINE dann auch noch im hinteren Teil des Artikels: Wenn die entsprechenden Qualifikationen nicht vorhanden sind, kann man im Vorstellungsgespräch auch häufig mit Persönlichkeit Punkten. Heißt aber nicht, dass Selbstberschätzung immer zum Erfolg führt. Das ist viel mehr eine schmale Gratwanderung.

  2. Gelegentlich ist der Weg zwischen der hier genannten „Lüge“ und der Selbstüberschätzung jedoch gering. Sehr anschaulich wird dieses durch Formate wie Deutschland sucht den Superstar belegt. Auch dort findet sich eine nicht zu unterschätzende Menge an Personen die völlig davon überzeugt ist singen zu können und auch bei schlechter Kritik nicht von dieser Meinung abzuhalten ist.

    Ebendiese Erfahrung wird auch bei vielen Bewerbern gemacht.

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