Gut gemeint und doch falsch: Irreführende Werbung – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Gut gemeint und doch falsch: Irreführende Werbung



Ich gebe zu, dass ich auch mal öfter in der PR-Datenbank nach veröffentlichenswerten Meldungen stöbere. Viel ist aber nicht dabei, die meisten Firmen haben noch nicht kapiert, dass Informationen über sie den meisten Medien keine Zeile wert sind.


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Hier schreibt für Sie: Simone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

Interessant sind nämlich vor allem nutztwertige Informationen, sprich Texte, in denen Leser auch einen mehrwert bekommt und die eigentliche PR nur so nebenbei läuft.

Bei der Pressemitteilung von http://www.myonid.de dachte ich, es ginge genau darum. Zwar ist das Thema Online-Reputationsmangement nicht neu und es gibt bereits einige Dienste davon, andererseits ist das ein Thema, über das man ob der ständig lauernden Gefahren nicht genug schreiben kann. Also potentiell interessant – so dachte ich. Und dann das:

„Wer Karriere machen will, muss nicht nur im echten Leben auf seinen guten Ruf achten, sondern auch im Internet…!

Na gut, der Einstieg könnte spritziger sein. Das ist schon hinreichend bekannt. Öfter mal was Neues bitte. Und so gehts weiter:

Auf http://www.myonid.de, der Plattform für Identitäts- und Reputationsmanagement, kann jeder seine Online-Persönlichkeit professionell in einem Profil präsentieren und damit seine Karrierechancen erhöhen. Dazu hat die myON-ID Media GmbH seine Plattform zu einem „Meta Social Network“ weiterentwickelt und stark ausgebaut. myonid.de dient als Identitäts-Zentrale, in der jeder seine Online-Inhalte und -Aktivitäten beobachten, managen und vermarkten kann. Über das integrierte Social Media Monitoring kann er Informationen, die es im Internet über ihn gibt (z.B. Twitter, YouTube und Flickr) finden und zentral präsentieren. Jeder Nutzer kann Layout und Struktur seines myON-ID-Profils frei gestalten. Premium-Nutzer können zudem eine Wunschdomain buchen und die Werbung abschalten. myON-ID unterstützt offene Standards für den Datenaustausch. So können Nutzer ihre auf myonid.de gebündelte Online-Identität anderen Websites zur Verfügung stellen.

Moment – das hat nichts mit Reputationsmangement zu tun. Das ist eine weitere der unzähligen Social Networkingformen. Wo ist der Unterschied zu Xing oder Facebook? Folgerichtig steht da weiter:

Dieser offene Ansatz unterscheidet uns von anderen Social Networks. Zudem stellt myON-ID seinen Nutzern eine eigene OpenID zur Verfügung. Mit dieser können sie sich in anderen Diensten registrieren, ohne ein neues Passwort zu erstellen. Daten wie der Name und das Profilfoto werden auf Wunsch übertragen.

Ok, das ist anders als Xing? Aber ist es nicht das selbe wie Facebook?

Das Geschäftsmodell von myON-ID Media basiert auf dem „Freemium Ansatz“: Die kostenlosen Basisfunktionen können durch Premium-Services erweitert werden (5,99 EUR pro Monat). Zudem finanziert sich myON-ID durch Werbung. Die Profile der Premium-Nutzer bleiben werbefrei.

Ah.. eine Art Facebook, nur mit Bezahlung wie Xing ohne Werbung. Nunja, abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, was daran anders sein soll: Mit Reputationsmanagement hat das doch wohl nicht viel zu tun. Der Begriff ist schlichtweg falsch. Sicherlich können in so einer Plattform die Userkonten bestehender Onlien-Profile zusammenlaufen. Soweit die Theorie. In der Praxis funktioniert das meist nicht, weil doch immer irgendwelche Schnittstellen nicht zusammenpassen. Das kennt man doch von Facebook, für das es eine Vielzahl solcher Anwendungen gibt, von denen viele dann nicht funktionieren.

Nützlich wäre die Funktion tatsächlich, wenn sich darüber auch falsche Informationen, die im Internet über einen stehen, löschen ließen. Das wird jedoch kaum möglich sein, weil es technisch schlicht nicht machbar ist. Wer echtes Reputationsmanagement betreiben, d.h. vorhandene Daten im Internet ordnen will, muss weiterhin selbst dafür sorgen oder einen entsprechenden Dienst damit beauftragen.

Fazit: Netter versuch, mit einer alten Idee in eine aktuelle Diskussion einzusteigen.

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    Meistdiskutiert im letzten Monat:
  1. Hallo, vielen Dank dafür, dass Sie sich mit uns und v.a. unserer Pressemeldung auseinander gesetzt haben. An vielen Stellen muss ich Ihnen recht geben. Die deutsche Sprache und das Wirrwarr aus englischen Begriffen darin macht es gerade in unsere Branche manchmal schwer Dinge sauber zu beschreiben. So vielleicht auch in diesem Beispiel geschehen.

    In einem weiterem Punkt stimme ich Ihnen zu. Das Löschen von im Internet publizierten Inhalten funktioniert nur in seltenen Fällen, bspw. wenn Straftaten zu Grunde liegen. Insofern ist das Reputation Konzept von myON-ID – und es ist tatsächlich Reputation Management – darauf ausgerichtet vorbeugend zu wirken. Wer das richtig macht und sich auch Online einen guten Ruf aufbaut der ist weniger anfällig für Rufschädigung. Ist das Kind in den Brunnen gefallen, dann wird man nur schwer etwas dagegen unternehmen können um es ungeschehen zu machen. Also wie im echten Leben auch.

    Und so ist das Angebot von myON-ID auf zwei Säulen basierend:
    Schritt 1: Monitoring für meinen eigenen Namen. Also was steht im Internet über mich?
    Schritt 2: Aufbau eines Profils um sich dort selbst zu beschreiben. Das hat viel mit Eigenmarketing zu tun. Hier gibt etwas sicherlich parallelen mit anderen Profilen wie bspw. Xing oder Facebook, jedoch unterscheidet sich Ihr mON-ID Profil im Detail dann doch gravierend. Im Mittelpunkt dessen stehen ausgewählte Webtreffer zu Ihnen. Hier beginnen Sie also es nicht Google zu überlassen was über Sie gefunden wird, wenn Ihr Namen gesucht wird.

    Ich halte das für die deutlich bessere und nachhaltigere Reputationsstrategie, als erst zu reagieren wenn etwas passiert ist. Oder im Falle der Jobbewerbung das ist erst mit Reputation Management beginne, wenn ich weiss dass nächste Woche ein Bewerbunggespräch ansteht.

    Ich lade Sie gerne ein myON-ID zu testen. Ich bin davon überzeugt, dass Sie dabei den Mehrwert unsere Services, sowie den Unterschied zu den von Ihnen genannten Services wie Xing und Facebokk erkennen werden.

    Beste Grüße
    Mario

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