Erste Berufsfachzeitschrift für angehende Modells: Wie ein neues Casting-Magazin alles anders machen will – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Erste Berufsfachzeitschrift für angehende Modells: Wie ein neues Casting-Magazin alles anders machen will


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Bildrechte: Bildmaterial von Niña-Katharina Paetow.

Businessideen & Verkauf Meinung  Studienwahl Berufswahl GeschäftsIdeen Gründerreports Frauen Gender Emanzipation   So entstehen Mythen. Etwa der von Niña-Katharina Paetow, die mit 23 Jahren als eine der jüngsten Chefredakteurinnen Deutschlands in die Geschichte eingehen will. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Sina Franco (29) leitet Paetow das neue Magazin CASTING – BE A STAR!, das am 16. Oktober 2009 erstmals an die Kioske kam.

Mehr als eine seichte Glamour-Postille?

Das Magazin wendet sich an selbstbewusste Menschen zwischen 16 und 30 Jahren, die eine Karriere als Model, Darsteller, Musiker oder Entertainer anstreben oder sich für deren Lifestyle begeistern. Doch CASTING will mehr sein als eine seichte Glamour-Postille: Es will umfassend auf den Berufsalltag eines Modells vorbereiten. Die erste Berufs-Fachzeitschrift für angehende Modells also?

„Es gibt Millionen Menschen, die davon träumen, ein Star zu werden“, so Niña-Katharina Paetow. „Wir gehen respektvoll mit den Träumen unserer Leserinnen um und nehmen sie ernst. CASTING – BE A STAR! wird deshalb nicht nur viel Glamour, sondern vor allem Nutzwert liefern.“

Auch wer gegen die Casting-Welle schwimmt, schwimmt in ihr

An sich eine gute Idee: Im 100 Seiten starke Heft gibt es daher neben den zu erwartenden Style- und Beauty-Tipps, Interviews und Star-Reportagen auch Casting-Termine, Insider-Reportagen sowie die Rubrik „Plan B“: „Gut zu wissen – auch wenn Du kein Star bist“ mit Infos für Job, Geld und Leben oder zu Themen wie „Abi per Post“. Offenbar haben sich die Macherinnen ausführlich Gedanken gemacht, welche Infos die junge Zielgruppe zum Start ins Modell-Leben benötigt. Jetzt muss man abwarten, wie die guten Ansätze inhaltlich umgesetzt werden.

Die Ansprüche indes sind hoch: Das Magazin will sich inhaltlich von Casting-Shows alla Heidi Klum absetzen – und schwimmt doch auf der gleichen Welle. Selbst das Logo mit dem Stern ist bei PRO7 entlehnt. Doch Paetow grenzt sich ab: „Wir wollen niemand blamieren, sondern die Träume und Talente unserer Leser ernst nehmen. Wir wollen die Menschen erreichen, die sich ernsthaft damit beschäftigen, ihren Weg zu gehen – und die länger als nur 15 Minuten berühmt sein wollen.“

Gleichzeitig will man die Leserinnen und Leser auch zum Nachdenken anregen. So hat das Magazin soeben eine Aktion gegen Ess-Störungen (ES) gestartet. Unter dem Motto „Nicht das ES zählt, sondern Du!“ will man bis Ende des Jahres online unter http://www.casting-mag.de/aktion.html möglichst viele Unterstützer für eine Petition an die Mode- und Beauty-Industrie finden. Die soll aufgefordert werden, sich ernsthaft mit dem seit Jahren bekannten Thema auseinanderzusetzen.

Papa hat geholfen

Dennoch scheint die Idee etwas gewagt: Die Startauflage des Magazins beträgt 150.000 Exemplare, die Erscheinungsweise ist 14-täglich. Das Risiko ist auch der junge Journalistin, die als Volontärin bei FOCUS-CAMPUS lernte, bewusst: „In unserer Branche spricht man momentan nur davon, dass gedruckte Zeitschriften tot sind oder keine Chance haben. Da erschien es völlig verrückt, ohne Konzern im Rücken ein neues Objekt auf den Markt bringen zu wollen“, erinnert sich die junge Journalistin.

Doch das Magazin ist nicht einfach eine Garagenidee, sondern hat von Anfang an Rückenwind: Unterstützt wurde Paetow bei ihrer Idee von ihrem Vater, Stephan Paetow, der stellvertretender Chefredakteur von FOCUS ist. „,Das musst Du machen!‘ hat er gesagt.“ Wahrscheinlich hat er auch noch viel mehr gesagt und gemacht.

Paetow besteht allerdings darauf, die Idee zu dem Magazin ganz alleine entwickelt zu haben – nämlich nachdem sie von Scouts angesprochen worden war, als Model zu arbeiten: „Wäre Journalismus nicht schon immer mein Traumberuf gewesen, wäre ich vielleicht tatsächlich nach Mailand gezogen, um dort erste Shootings zu machen. Aber ich fühlte mich schon bei den ersten Schritten überfordert und allein gelassen – ich hätte gern ein Magazin wie CASTING gelesen, dem ich vertrauen kann. Ich glaube, die besten Zeitschriftenideen sind die, die nicht am Reißbrett entstehen, sondern auf der eigenen Erfahrung und Beobachtung beruhen.“

Und so gründet man eine Zeitschrift

Gemeinsam mit der Bloggerin und diplomierten Modejournalistin Sina Franco entwickelte Niña-Katharina Paetow eine Nullnummer, „die in dreieinhalb Wochen in unseren Wohnzimmern entstand.“ Franco ergänzt: „Befreundete Models, Fotografen und freie Journalisten haben uns geholfen. Außerdem kennt man als Blogger viele Leute, die waren alle da, als wir sie um Hilfe gefragt haben.“

Und dann ging alles wider Erwarten ganz schnell: Eine Druckerei, die von der Geschäftsidee überzeugt war, druckte kostenlos den Dummy, mit dem Paetow und Franco auf Investorensuche gingen. Bereits nach drei Wochen gelang die Finanzierung: der Unternehmer Michael Heil aus Weinheim, „der bisher noch nie etwas mit Medien am Hut hatte“ (Franco), sondern in der Medizintechnik tätig ist, stieg ein und ermöglichte den Start des Magazins. Vor einigen Tagen komplettierte Frank-Michael Wellner, ehemals Chefredakteur von „Blond“, als zweiterstellvertretender Chefredakteur das Trio.

Web 2.0 – konsequent umgesetzt

Eines muss man den Machern lassen: Sie verwirklichen Konsequent die Web-2.0-Ansätze vom User-Generated-Contet und aktuelle Medientrends: Auf jedem Cover und in seiner Modestrecke werden ausschließlich von Leserinnen gewählte „Models of the Week“ abgelichtet. Für diesen Auftritt kann sich jeder – ob Amateur oder Profi – bewerben. Einzige Bedingung: Er oder sie ist noch nie auf einem Cover erschienen. Damit vertraut das Magazin sich nicht nur dem Geschmack seiner Leser an und holt sich diese damit geschickt ins Boot – es kann auch noch mit frischen, unverbrauchten Gesichtern aufwarten und spart, ähnlich wie dir Brigitte, jede Menge Geld beim ablichten von Laien-Modells.

Fazit: Das Konzept klingt durchaus vielversprechend. Jetzt darf man gespannt sein, was daraus wird!

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