Berufswahl – 4 Tipps: Auch in der Krise die richtige Job-Entscheidung treffen

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19.06.2009 288 Leser 5 Debatten 651 Wörter Lesezeit: 4 Minuten, 27 Sekunden
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Augen auf bei der Berufswahl – der alte Spruch gilt in wirtschaftlich unsicheren Zeiten mehr denn je: Welche Ausbildung, welches Studium bietet langfristig sichere Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt? Und welcher Weg bugsiert einen garantiert ins Aus?

Erfolg & Management  Studienwahl Berufswahl Beratung Coaching Mentoring

Die Qual der Wahl

Wer in Deutschland mit der Schule fertig ist, hat bei der Berufs- und Studienwahl die Qual der Wahl: Neben 344 staatlich anerkannten betrieblichen Berufausbildungen gibt es derzeit etwa 12 700 Studiengänge und -fächer.

Zirka 390 staatliche und private Hochschulen werben um die Gunst der Abiturienten, zudem entstehen immer neue Studiengänge. Tatsache ist: Bei dem unüberschaubaren Angebot fällt es Schulabgängern schwer, den Blick in die richtige Richtung zu lenken.

1. Eigene Interessen erkunden

Berufsberater raten Schülern daher erstmal, die eigenen Interessen und Wünsche zu erkunden, statt auf der Suche nach Informationen planlos im Internet herumzusurfen und sich von den vielen Möglichkeiten verwirren zu lassen. An erster Stelle steht dabei die Frage nach den Themen, die einen besonders beschäftigen und Spaß machen.

Ein Tipp dazu ist, regelmäßig ein Tagebuch führen, in das man regelmäßig eigene Beobachtungen einträgt. Experten warnen zudem vor übereilten Entscheidungen: Berufswahl ist ein Prozess, der Zeit braucht und nicht von Heute auf Morgen entschieden werden darf. Wer wert auf einen krisensicheren Job legt, kann in überregionalen Zeitungen regelmäßig die Stellenanzeigen zu den relevanten Berufen zu lesen und so herauszufinden, auf welche Studiengänge Arbeitgeber besonders achten.

2. Zielgerichtet recherchieren

Dann kann man dan zielgerichtet Informationen im Internet recherchieren. Eine erste Anlaufstelle ist dabei das BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit. Denn hier findet man Beschreibungen von Tätigkeiten und Aufgaben von über 3000 Berufen und erhält Informationen über Zukunftsperspektiven und Verdienstmöglichkeiten.

Aber nicht nur: Das BERUFENET zeigt auch, welche Ausbildung man machen muss, um zu seinem Wunschberuf zu gelangen, nennt Alternativen und bietet Hinweise auf weitergehende Informationsquellen wie Hochschulen, Berufsverbände oder Stellenanzeigen. Wer sich hingegen informieren möchte, welche Studiengänge es an welchen Hochschulen gibt, kann sie sich in der Datenbank von studienwahl.de einen Überblick verschaffen.

3. Realitätscheck

Allerdings sollte man auch abgleichen, ob das angestrebte Studium tatsächlich den eigenen Vorstellungen entspricht. Ein Möglichkeit dazu ist, sich berufliche Vorbilder zu suchen, Eltern, Verwandte, Freunde oder Menschen, die man in Businessnetzwerken wie Xing anspricht, und diese über ihren Werdegang auszufragen. Auch ein Praktikum und eigene Erfahrungen können helfen, mehr über den Wunschberuf herauszufinden. Aber es ist auch wichtig, sich darüber zu informieren, welche Anforderungen in einem Studium auf einen zukommen und ob man diesen gewachsen ist – zum Beispiel in den Prüfungsordnungen der Hochschulseiten. Denn viele Studienanfänger haben falsche Erwartung an ihr Fach und brechen dann schneller ein Studium ab.

Einige Hochschulen bieten Schülern auch die Möglichkeit, als Schnupperstudierenden an den regulären Hochschulveranstaltungen teilzunehmen und dabei Kontakt zu künftigen Kommilitonen aufzuehmen sowie die Räumlichkeiten erkunden. An fast allen Hochschulen finden zudem regelmäßig Hochschulinformationveranstaltungen, Vorträge oder ganze Sommeruniversitäten statt, die Schülern zeigen, was an der Hochschule passiert.

4. Worauf man bei der Beratung achten sollte

Immer mehr Hochschulen bieten Studienbewerbern auch virtuelle Studienberatungen, Web-Basierte Eignungstests oder Self-Assessments an, die helfen können, mit falschen Vorstellungen von einem Studienfach aufzuräumen. Die Ergebnisse eines Online-Tests sollte man aber auf jeden Fall noch mit einem Berater besprechen. An den sollte sich ohnehin jeder wenden, der bei der Eigenrecherche nicht weiterkommt.

Kostenlose Beratung gibt es bei der Arbeitsagentur oder den Hochschulen, daneben bieten aber auch zahlreiche private Studienberater gegen Bezahlung ihre Dienste bis hin zu einem mehrmonatigen Coachingprozess an. Die Qualität der Beratung kann dabei sehr unterschiedlich sein: Interessierte sollten vorab die Inhalte der Beratung genauestens mit dem Berater absprechen.

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  2. Hallo, ich hoffe dies hier ist noch einigermaßen aktuell und mir kann jemand helfen.
    Studiert wurde Englisch / Geschichte (nicht lehramt) /Abschluss Bachelor of Arts , /jetzt im Master weil man noch nicht weiß wo es hingehen soll/kann. Meine Frage:
    Was für Berufsmöglichkeiten hat man genau? Wo, Welche Arbeitgeber/Träger/ Firmen?

    Würde mich sehr freuen, wenn mir jemand weiterhelfen kann.

    • Simone Janson

      Hallo Jessika,
      danke für die Frage, aber das ist ein sehr weites Feld und hängt auch sehr davon ab, was du sonst so gemacht hast bzw. kannst und was du persönlich möchtest. Du kannst dich mal hier einlesen (siehe auch weiterführende Links und kostenloses eBook) – da geht es um Berufsorientierung und auch Quereinstiege:
      http://berufebilder.de/2013/beruf-passt/
      http://berufebilder.de/2011/beruflicher-neuanfang-gerade-deutschland-umsteigen-pferd/

  3. Ich studiere eine abenteuerliche Kombination, die mir aber mittlerweile gut gefällt: MA Romanistik und Slavistik (die Geisteswissenschaften) und im Nebenfach Geologie (also eher was naturwissenschaftliches). Ist es ratsam später im Berufsleben, vor allem am Anfang, viel zwischen beiden Bereichen zu wechseln, oder sollte mir von Anfang an klar sein, in welchen Bereich ich gehen soll und den dann durchziehen, weil es vielleicht im Lebenslauf seltsam anmutet, wenn ich zwischen Verlagen und Steinbruchgesellschaften hin- und herspringe?

  4. Simone Janson

    Hallo Jessika,

    es stimmt leider schon, in der Regel schätzen es Arbeitgeber
    tatsächlich, wenn eine klare Struktur vorherrscht und es so wirkt, als
    könne sich ein Bewerber nicht entscheiden. Gerade für
    Geisteswissenschaftler mit ihrer breiten Fächerung ist das dann ein
    Problem.

    Ich persönlich finde Abwechslungsreich gut, es zeigt
    Vielseitigkeit. Aber die ist auf dem Arbeitsmarkt oft nicht gefragt;
    ich habe eher den Eindruck, Absolventen sollen möglichst gut in eine
    Schublade passen. Ich kenne auch Leute, die ein sehr breit angelegtes
    Fach studiert haben und sich dann anhören musste, sie machen ja nichts
    Richtig, sondern alles nur ein ein bisschen.

    Von daher ist eine frühzeitige Orientierung durch Praktika sinnvoll.

    Aber: vielleicht findet sich ja eine Verbindung zwischen beiden
    Studienfächern – z.B. ein Verlag, der Fachzeitschriften für
    Steinbruchgesellschaften auch in anderen Sprachen herausbringt.
    Versuchen Sie eine Nische zu finden, in der Sie mit ihren beiden
    unterschiedlichen Qualifikationen punkten können, denn das hebt Sie ja
    von anderen ab.

    Ansonsten: Lassen Sie sich nicht verrückt machen. Eventuell werden
    Sie auch einmal in einem ganz anderen Bereich arbeiten, der mit ihren
    Studienfächern gar nichts zu tun hat. Das ist bei vielen
    Geisteswissenschaftlern so.

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