Berufsbild: Wie wird man eigentlich Berufsberater?

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06.06.2009 6307 Leser 1 Debatte 558 Wörter Lesezeit: 3 Minuten, 15 Sekunden

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Die Wirtschaftskrise würfelt den Arbeitsmarkt durcheinander. Überflüssige Investmentbanker irren orientierungslos umher, große Firmen entlassen Fließbandarbeiter, sogar Traditionsunternehmen stehen vor der Pleite – und viele Menschen müssen Umdenken. Ein Berufsberater kann helfen!

Ein Berufsberater kann weiterhelfen

Berufsbilder & Karrieren  Studienwahl Berufswahl Beratung Coaching Mentoring Arbeitsagentur   „Viele Menschen haben ihre persönlichen und beruflichen Ziele aus den Augen verloren“, weiß Bärbel Löwe aus Buxtehude, die sich vor fast genau zehn Jahren als erste private Berufsberaterin Deutschlands niedergelassen hat und damit selbst Pionierin für einen neuen Beruf war. „Manager, Facharbeiter oder Ingenieure, oft haben die Leute jahrelang zu viel gearbeitet oder zu wenig über den Tellerrand geschaut und können jetzt Unterstützung gebrauchen, um ihre Situation kritisch zu analysieren und individuelle Auswege zu gestalten.“ Und die Arbeitsmarktlage ändert sich schneller, als man studieren kann.

Die Arbeitsagentur ist nicht sexy genug!

Dass Löwe ihren eignen sicheren Beamtenjob im Arbeitsamt  gegen die unsichere Selbständigkeit einttauschte, hat für sie handfeste Gründe:  „In der Amtsstube fehlt nicht nur die Zeit für eine vernünftige Beratung und den richtigen Blick über den Tellerrand. Wer nicht selbst von vorn herein weiß, wie es für ihn weitergehen soll, findet sich schnell mal in einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme wieder, in der ein Platz frei wurde.“ Zusammenfassen sagt Löwe „Die Arbeitsagentur ist für viele Kunden einfach nicht sexy genug!“

Gerade jetzt in unsicheren Zeiten sei aber eine Besinnungspause und gut durchdachte Strategie erforderlich – manchmal wegen Arbeitslosigkeit sogar gezwungenermaßen -, in der professionelle Laufbahn- oder Karriereberater eine sinnvolle Investition sind, um wieder auf die Beine zu kommen, neue Perspektiven zu entwickeln und den Anforderungen des Arbeitslebens gewachsen zu bleiben. Löwe: „Schon mit der Einsicht, dass man den Weg aus der Krise nur mit eigenen Mitteln schaffen kann, ist ein erster wichtiger Schritt getan.“

Wie wird man eigentlich Berufsberater?

Der Weg zu so einer Berufs- und Laufbahnberatung fernab des Arbeitsamtes ist dabei nicht immer ganz einfach. 1998 hat die Bundesregierung das Berufsberatungsmonopol der Ämter abgeschafft. 565 Berufsberater haben sich seitdem im Berufsberatungsregister des Deutschen Verbandes für Bildungs- und Berufsberatung (dvb) eintragen lassen. Doch ein entsprechendes Berufsgesetz gibt es bisher nicht, der dvb fordert es seit Jahren, um Wildwuchs und Scharlatanerie zu unterbinden. Löwe: „Da gibt es auch viele schwarze Schafe, die zum Beispiel Berufsberatung und Jobvermittlung unter einem Dach machen.“ Für sie und den dvb ein Unding, denn wer gleichzeitig eine Arbeit vermittelt und dafür Provision kassiert, könne nicht unabhängig beraten.

Um eine hochwertige Beratung zu gewährleisten, verpflichten sich professionelle Berater dazu, solche Verquickungen zu unterlassen, sich regelmäßig fortzubilden und sich den Standards des Berufsberatungsregisters des dvb zu unterwerfen. Außerdem sind regelmäßige Supervisionen selbstverständlich. Keine Frage ist für die dvb-Berater auch, nach einem Erstgespräch nicht zur Kasse zu bitten. Bärbel Löwe: „Beide Parteien müssen sich füreinander entscheiden, erst dann vereinbaren wir einen Vertrag, definieren die Ziele und die Dauer der Beratung und damit auch den Kostenrahmen.“

Bärbel Löwe jedenfalls ist inzwischen nicht mehr die einzige private Berufsberaterin in Deutschland, aber weiterhin eine gefragte Ansprechpartnerin, wenn es um Fragen der Berufsorientierung geht. Die heute 45-Jährige ist gelernte Erzieherin, hat Berufsberatung in Mannheim und in der Schweiz studiert, war vor ihrer Selbstständigkeit elf Jahre in der Arbeitsagentur beratend tätig und hat verschiedenste umfangreiche beraterische und inzwischen auch psychotherapeutische Weiterbildungen absolviert.

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