Wirtschaftskrise: Real oder hausgemacht? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Wirtschaftskrise: Real oder hausgemacht?



Klar, die Bankenkrise gibt es wirklich und einige Leute haben ihr Geld verloren, das ist nicht zu bestreiten. Dennoch: Entspricht das, was derzeit zum Thema Wirtschaftskrise in den Medien stattfindet, wirklich der Realität – oder handelt es sich einmal mehr um eine der in regelmäßigen Abständen wiederkehrenden Medieninszenierungen? Und warum das ganze Theater? Vorsicht, polemisch!

Krise – und alle am Jammern!

Tatsache. Da braucht nur einer das Wort Krise auszusprechen, und schon sitzen alle mit langen Gesichtern da. Bibbernd vor Angst. Oh Gott, was kommt jetzt? Angestachelt wird das ganze zusätzlich von einigen selbsternannten(?) Experten, die nun endlich die Gelegenheit bekommen, sich wichtig zu machen. Und die nun freudestrahlend herausposaunen, dass es ja alles noch schlimmer kommen wird. Dass wir mitten in eine dicke, fette Rezession hineinschlittern.

Die sich selbst erfüllende Prophezeiung

Aber wie sagte schon Ludwig Erhard so schön? Wirtschaft besteht zu 50% aus Psychologie. Und da wird die Wirtschafskrise zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Das ist nur folgerichtig: Wer glaubt, das die Krise kommt, hat Angst. Und wer Angst hat, spart. Voila, schon ist sie da, die hausgemachte Krise. Und das Ende wird erst kommen, wenn alle wieder genug vom Sparen haben!

Krise als Ausrede

Manche wollen das vielleicht gar nicht. Ihnen kommt die Krise gerade recht. Also Ausrede z.B. dafür, dass es allgemein nicht so läuft. „Wir haben eben Wirtschaftskrise“, wird dann schnell vorgeschoben, wenn die Geschäfte schlecht gehen. Und man steckt den Kopf in den Sand, statt aktiv zu werden. Und vernebelt damit seine eigene Unfähigkeit. Oder Schlimmeres: Man entlässt seine Mitarbeiter, eigentlich wollte man sich ja schon lange verkleiner, war unzufriden mit dem einen oder anderen – da hat man nun eine gute Ausrede parat. Jammern kann ja so schön sein!

Krise als Chance

Aber es geht auch anders. Krise, das kommt vom griechischen krísis und bedeutet so viel wie Entscheidung oder entscheidende Wendung. Und nicht etwa Katastrophe, wie der eine oder andere vielleicht denkt. Entscheidung oder entscheidende Wende bedeuten, dass man aktiv etwas tut. Dass man sich verbessert, sich neu erfindet, etwas anders macht. Klar, es kostet am Anfang etwas Mühe, den eingefahrenen Trott zu verlassen. Aber viele Veränderungen wären ohne Krise gar nicht möglich, weil man sonst viel zu sehr alten Gewohnheiten festklebt. Zum Beispiel Kunden, die abspringen – vielleicht gerade die, mit denen man sich schon immer herumgeärgert hat. Oder bestimmte Aufträge, die man nicht mehr bekommt – vielleicht waren es genau die, an denen man eh nicht so hing. In beiden Fällen bietet die Krise eine reele Chance, es besser zu machen.

Optimistisch oder realistisch?

Also optimistisch sein? Nein, Realismus ist gefragt. Denn nur wenn man kommende Situationen kritisch betrachtet und vernünftig überlegt, wie man handeln kann, lässt sich die Krise meistern. Aber auch Pessimismus vernebelt hier die Sicht der Dinge: Wer nur die negativen Seiten einer Sache bejammert, hat ebenfalls keinen unverstellten Blick und wird nichts ändern.

Dieser Beitrag nimmt an der Mutmacher-Blogparade von Heide Liebmann teil.



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