Wie sich Studenten versichern: Die studentische Krankenversicherung – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Wie sich Studenten versichern: Die studentische Krankenversicherung



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Um an einer deutschen (Fach-)Hochschule studieren zu können, müssen Sie kranken- und pflegeversichert sein. Wenn Sie ein Aufbaustudium neben dem Job beginnen, ändert sich in der Regel nichts für Sie: Die Sozialversicherung läuft weiter wie bisher und für das Studium fallen keine zusätzlichen Kosten an. Anders sieht es hingegen aus, wenn Sie noch keinen Job haben oder wenn Sie sich für die Dauer des Aufbaustudium von Ihrer bisherigen Arbeit freistellen lassen. Sie können sich dann entweder in der studentischen Krankenversicherung oder freiwillig versichern.

Die studentische Krankenversicherung

  • Familienversicherung: Wenn Sie das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind Sie bei Ihren Eltern kostenlos in der Familienversicherung mitversichert, sofern mindestens ein Elternteil in der gesetzlichen Krankenversicherung ist. Wenn Sie einen Wehr- oder Zivildienst abgeleistet haben, verlängert sich die Familienversicherung um den Zeitraum des Wehr- oder Zivildienstes. Die Familienversicherung endet, wenn Sie mehr als 355 Euro im Monat verdienen (Ausnahme: Sie arbeiten in den Semesterferien, siehe unten) oder wenn Sie die Altersgrenze erreichen. Wenn Sie aber einen Minijob, also eine so genannte geringfügige Beschäftigung haben, dann können Sie monatlich bis zu 400 Euro verdienen. Wenn Sie verheiratet sind und Ihr Ehegatten in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, können Sie sich für die gesamte Studienzeit bei diesem kostenfrei mitversichern.
  • Ab dem 2Geburtstag (bzw. später, nach Hinzurechnung der Zeiten des Wehr-/Ersatzdienstes) müssen Sie sich selbst versichern: Die Beitragssätze für die studentische Krankenversicherung werden einheitlich für alle gesetzlichen Krankenkassen vom Bundesministerium für Gesundheit festgelegt. Ab 01.10.2008 beträgt der Beitrag für die studentische Krankenversicherung monatlich 54,78 Euro und zur Pflegeversicherung 9,98 Euro monatlich. Für Kinderlose erhöht sich der Beitrag zur Pflegeversicherung auf 11,26 Euro monatlich. Der Gesetzgeber setzt damit ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts um, das es mit dem Grundgesetz für nicht vereinbar hält, dass Eltern gleich hohe Beiträge zahlen wie Kinderlose. Die Versicherung endet mit Ablauf des Semesters, in dem der Student das 30. Lebensjahr oder das 1Fachsemester vollendet.
  • BAföG-Empfänger erhalten Zuschüsse zur Kranken- und Pflegeversicherung: Egal, ob Sie gesetzlich oder privat versichert sind: Als BAföG-Empfänger erhalten Sie ab August (für alle dann neu beginnenden Bewilligungszeiträume) bzw. Oktober 2008 (für Bewilligungszeiträume, die vor dem August 2008 begonnen haben) 50 Euro, für die Pflegeversicherung 9 Euro. Bei allen Bewilligungszeiträumen, die am März 2009 oder später beginnen, erhöht sich der Bedarf für die KV auf 54 Euro, für die PV auf 10 Euro. In der privaten Krankenversicherung kann der Zuschuss auch niedriger sein, wenn die Kosten niedriger sind.
  • Ende der studentischen Krankenversicherung: Die günstige studentische Krankenversicherung können Sie bis zum Abschluss des 1Fachsemesters – längstens bis Ende des Semesters, in dem das 30. Lebensjahr vollendet wird – nutzen. Aber: Sie kann unter bestimmten Voraussetzungen über die vorgenannte Höchstdauer hinaus verlängert werden. Als Voraussetzungen können bei Nachweis anerkannt werden: Geburt eines Kindes und anschließender Betreuung, Behinderung, Erwerb der Zugangsvoraussetzungen zu einem Hochschulstudium über den Zweiten Bildungsweg, längere Erkrankung, Mitarbeit in Hochschulgremien, Ableistung von Wehr- oder Zivildienst, Nichtzulassung im Auswahlverfahren der ZVS, Betreuung behinderter Familienangehöriger. Wer die Semester- oder Altersgrenze überschritten hat oder mit dem Studium fertig ist, kann sich freiwillig weiter versichern.
  • Verdrängung durch Waisenrentenstatus: Die Krankenversicherung der Rentner (KVdR) ist eine Pflichtversicherung. Bei Bezug von Waisenrente kann es daher zur Verdrängung der studentischen Pflichtversicherung kommen. Der Waisenrentenstatus begründet in bestimmten Fällen einen eigenen Zugang zur Krankenversicherung und der geht vor. Näheres zur „Krankenversicherung der Rentner (KVdR)“ sollte bei der zuständigen Krankenkasse erfragt werden.


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