Qualitätskriterien für Aufbaustudiengänge: Wie gut ist mein Master

Die Akkreditierung sollte allerdings nicht das einzige Auswahlkriterium bleiben. Gerade Anbieter von Nischenstudiengängen lassen sich hinsichtlich der Qualität nur schwerlich mit anderen Angeboten vergleichen.

Auswahlkriterien

Daher ist es wichtig, dass sich Interessenten nach einer Vorauswahl zur endgültigen Entscheidung näher mit der Bildungseinrichtung auseinandersetzen.
Jeder interessierte sollte daher fragen:

  • Passen die persönlichen Vorgaben, Ziele und Voraussetzungen zum Angebot des Instituts?
  • Welches sind die Zugangsvoraussetzungen?
  • Lässt sich daran das Niveau des Studiengangs feststellen?
  • Welche Kenntnisse werden vermittelt?
  • Mit welchen Lehrmethoden?
  • Werden praktische Übungen angewendet, gibt es Kontaktmöglichkeiten zur Praxis?
  • Wie sieht der Fächerkanon aus?
  • Gibt es neben Pflicht- auch Wahlfächer?
  • Wer sind die Dozenten?
  • Welche Qualifikationen und welches Renommee haben sie?
  • Kommen sie aus der Praxis?
  • Wie viele Studenten gibt es?
  • Wie viele Studenten kommen auf einen Dozenten?
  • Gibt es Erfahrungswerte mit mindestens drei Abschlussjahrgängen?
  • Lassen sich Kontakte zu ehemaligen Teilnehmern herstellen?
  • Bei Internationalen Studiengängen sollt außerdem darauf geachtet werden, dass die Studenten und Dozenten aus verschiedenen Ländern kommen und während des Studiums Themen auch aus dem interkulturellen Blickwinkel betrachtet werden.

Fernstudium

Wer temporär und lokal flexibel sein möchte oder muss, für den kann ein Fernstudium die optimale Lösung sein. Allerdings ist hier, bei vergleichsweise höheren Kosten, die Gefahr des Scheiterns größer, weil man in der Regel auf sich alleine gestellt lernt; dies erfordert erhöhte Motivation und Durchhaltevermögen – auch weil sich das Fernstudium in der Regel über einen längeren Zeitraum erstreckt und häufig noch zusätzlich zum Broterwerb ausgeübt wird. Außerdem fehlen intensive Kontakte zu anderen Teilnehmern, die auch für den späteren Berufseinstieg vorteilhaft sein können.

Daher sollte man bei der Wahl eines Fernstudiums einige spezielle Kriterien anlegen und diese vorab klären – beispielsweise, ob es Kontaktmöglichkeiten zu anderen Studierenden wie regelmäßige Gruppenlerneinheiten oder Treffen gibt, wie viele Präsenzblöcke welcher Dauer im Studium enthalten sind oder wie hoch der Anteil des schriftlichen Unterrichtsmaterials ist. Wichtig ist aber auch: Wie oft bekommen die Studenten Feedback über ihre Studienleistungen? Wie oft werden korrigierte Unterlagen zurückgesandt? Wie werden die Studenten bei der Bearbeitung des Unterrichtsmaterials unterstützt? Wie viele Studenten sind einem Betreuer zugeordnet? Welche Qualifikationen haben die Betreuer? Kann ein Student auch die Bibliothek und sonstige Einrichtungen des Instituts nutzen? Ist der Wechsel in ein Vollzeitprogramm möglich und zu welchen Bedingungen?

Die Standortwahl

39 Prozent der befragten MBA-Absolventen halten außerdem den Standort für wichtig. Das hängt zum einen damit zusammen, dass bei Aufbaustudiengängen in der Regel weniger Hochschulen zur Auswahl stehen, aber auch damit, dass der gute Ruf der Hochschule besonders wichtig ist. Da lohnt es sich, bei der Suche nach dem passenden Studiengang über die deutschen Grenzen hinwegzuschauen – wie das Beispiel MBA zeigt:

Nach den Rankinglisten ist es nämlich den deutschen Anbietern noch nicht gelungen, in die internationale Spitzenklasse vorzudringen. Und auch bei den Akkreditierungen sieht es eher mau aus: Lediglich die WHU Koblenz, die Uni Mannheim, die Handelshochschule Leipzig, GISMA Hannover und ESCP-EAP Berlin wurden bislang durch die AACSB, EQUIS oder AMBA akkreditiert und bringen es damit zu einem gewissen internationalen Renommee.

Was es bei Rankings zu beachten gibt

Wer sich bei der Auswahl seines Studienganges an nationalen und internationalen Rankings orientieren möchte, sollte jedoch berücksichtigen, dass diese häufig nicht explizit Aufbaustudiengänge beurteilen und dass bei der Bewertung die Qualität naturwissenschaftlicher Fächer eine große Rolle spielt.

Allerdings sind die Rankings natürlich eine gute Möglichkeit, sich über die internationale Reputation einer Hochschule zu informieren. Mehr zur Vorgehensweise und Methode verschiedener internationaler Rankings und Kritikpunkte daran bietet das Centrum für Hochschulentwicklung.

Studienbegleitende Maßnahmen

Ein wichtiges Auswahlkriterium sollte auch sein, ob die Hochschule mit studienbegleitenden Maßnahmen den Berufseinstieg nach dem Aufbaustudiengang unterstützt. So sollte sich jeder Interessierte erkundigen, ob Career Services die Studenten gezielt betreuen, ob die Hochschule Kontakte zu Arbeitgebern unterhält oder ob Rekrutierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Je praxisorientierter das Studium aufgebaut ist, desto enger sind in der Regel die Kontakte zur Wirtschaft. Wichtig ist auch, dass die Studenten regelmäßig mit umfassenden Informationen zu Branchen, Tätigkeitsfeldern, Unternehmen und Gehältern versorgt werden oder dass Sonderveranstaltungen, Workshops und Beratungen zu Bewerbung und Karriereplanung angeboten werden.


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