Prekariat und unfreiwillige Selbständigkeit: Der eigentliche Skandal – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Prekariat und unfreiwillige Selbständigkeit: Der eigentliche Skandal



Oft ist in der Presse vom modernen Prekariat die Rede, von jener zunehmenden Gruppe von kleinen Selbständigen, die mit wenig Einkommen und unsicheren Existenzen:


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Hier schreibt für Sie: Simone Janson spricht in der ARD, schreibt für DIE WELT & t3n, macht Berufebilder.de & HR-Kommunikation. Profil

Modernes Prekariat

Nicht selten in Abhängigkeit von nur einem Auftraggeber, selbständig sind und deren Situation wirklich nichts anderes als prekär zu nennen ist.

Oft sind diese Leute auch unfreiwillig selbständig, da gerne auch Stellen gestrichen und die Mitarbeiter outgesourct werden, eine Praxis, die jüngst auch durch das Bundesarbeitsgericht abgesegnet wurde, wie ich /existenzgrunder/recht/unternehmen-durfen-angestellte-outsourcen/“>am Freitag berichtete.

Klagen hilft nicht

Meiner Meinung nach hilft klagen hier nicht viel. Natürlich wären entsprechende Gesetze hier sinnvoll, duch Unternehmen finden andere Wege, Lohnkosten zu sparen. Der wirkliche Skandal bei der Sache ist für mich, dass die unfreiwilligen Selbständigen sich fortan häufig auch genau so verhalten:

Unglücklich und leidend an der Situation, keine Festanstellung zu haben, statt das beste aus der Situation zu machen. Denn folgerichtig müsste sich der unfreiwillige Selbständige nun um neue Aufträge bemühen, Kunden gewinnen – und wäre dann bald nicht mehr abhängig von seinem ehemaligen Auftraggeber.

Spezialist werden, Preise bestimmen

Wenn er sich zudem auf ein bestimmtes Marktsegment konzentriert und sich eine so eine Marktnische schafft, kann er möglicherweise zum gefragten Spezialisten werden und hat in der Folge bei den Preisen ein Wörtchen mitzureden.

Wer in diesem Fall das Nachsehen hat, wäre der ehemalige Arbeitgeber: Er müsste mehr bezahlen und bald einsehen, dass er sich mit seiner Outsourcing-Methode selbst ins Knie geschossen hat, denn die Machtverhätltnisse hätten sich gewandelt. So lange sich das Prekariat jedoch derart von seinen ehemaligen Chefs abhängig macht, werden diese auch die Outsourcing-Praxis fortsetzen. Also bitte etwas mehr Engagement.

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