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Neue Arbeitsformen: Leben und arbeiten virtuell



Das Internet hat zunehmend von uns Besitz ergriffen: Wir surfen, mailen, chatten. Wir nutzen Social-Networking-Plattformen für unsere sozialen Kontakte. Wir bloggen und lesen Blogs zu unserer Unterhaltung. Und leben unsere Phantasien in virtuellen Welten aus. Sprich: Das Internet nimmt immer größere Teile unseres privaten Lebensbereiches ein.

Segen und Fluch zugleich

Das kann schön sein. Denn das Internet bietet uns auf diese Weise die Möglichkeit, Kontakt zu entfernten Personen zu finden und zu halten. Es hilft uns, längst vergangene Freunde wiederzufinden oder sich mit Personen überall auf der Welt zu einem speziellen Thema auszutauschen.

Doch Internet ist auch verführerisch, denn Studien aus der Wahrnehmungsforschung belegen: Das menschliche Gehirn ist eigentlich nicht gemacht für das Internet. Denn wir müssen mühsam unterscheiden, was virtuell ist und was nicht. Der Grund dafür liegt darin, dass Virtualität als real empfunden wird, weil wie auch die Wirklichkeit selbst auch nur aus der Wahrnehmung unserer Sinne konstruieren.

Und genau deshalb kann Internet auch gefährlich werden – dann nämlich, wenn wir nicht mehr zwischen Realität und virtueller Welt unterscheiden können. Wenn uns E-Mail-Kontakte und Chatpartner plötzlich wichtiger werden als die wirklichen Freunde und wir seltener weggehen, weil wir lieber vor dem Computer sitzen bleiben. Oder wenn wir lieber in Second Life agieren, weil uns dort alles besser, schöner und einfacher erscheint als die komplexe, schwierige und manchmal unschöne Wirklichkeit. Sprich: Wenn wir es uns mit dem Computer so richtig schön bequem machen.

Sich dem Fluch stellen

Was also tun? Den Computer abschalten, einfach rausgehen, da Leben, wo man ist? Sicherlich besser, als sich in den Weiten des Internet zu verheddern. Aber sich nur auf die örtlichen Gegebenheiten beschränken und sich nur mit dem begnügen, was vor Ort eben da ist, ist ein echter Rückschritt, hochkonservativ und bequem. In einer Zeit, da wir arbeitsbedingt ständig mobil und flexibel sein müssen, wäre es reine Dummheit, die Möglichkeiten, die das Internet bietet nicht zu nutzen.

Denn kein anderes Medium bietet uns die Möglichkeit, Kontakte und enge zwischenmenschliche Beziehungen selbst über eine größere Distanz aufrecht zu erhalten. Denn das ist ja die wahre Chance, die das Internet uns bietet: Wir müssen uns nicht mehr auf die Gegebenheiten unseres Arbeitsplatzes und unseres Wohnortes beschränken, sondern haben praktisch die ganze Welt zur Verfügung.

Ein echter Fortschritt also, denn man aber nur nutzen kann, wenn man das Internet mit dem wirklichen Leben verzahnt: Denn tatsächlich können zum Beispiel Kontakte im Internet kein Ersatz dafür sein, Menschen in der Wirklichkeit zu treffen. Aber sie können das Sprungbrett dazu sein, andere Menschen zu besuchen – im Zeitalter von Billigfliegern, Mitfahrzentralen und Sparpreisen bei der Bahn kein Problem. Sie können das Sprungbrette dafür sein, mit anderen Menschen überall auf der Welt kreative Ideen auszutauschen und zusammenzuarbeiten. Vorausgesetzt natürlich, man macht es sich nicht vor dem Computer bequem.



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