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IT-Ausbildung zu sehr auf Großunternehmen ausgerichtet: Fachkräftemangel im Mittelstand?

Im Frühjahr 2008 wurden 100 IT-Fachkräfte im Rahmen einer Studie des Netzwerkspezialisten T & A Systeme in persönlichen Gesprächen zu Qualität der IT-Ausbildung befragt. 72 Prozent von ihnen der Meinung, dass der IT-Fachkräftemangel in Deutschland seine Hauptursache in der Ausbildung an Universitäten und Fachhochschulen hat.

Begründung

Oft wird dies mit der angeblich zu theoretischen Ausbildung begründet, die am Berufsalltag vorbeigeht. Diese Sichtweise ist allerdings zu undifferenziert, zumal so auch der klare Auftrag an die Bildungsträger lautet. Das Hauptproblem liegt vielmehr darin, dass die Studenten überwiegend Methoden vermittelt bekommen, die in großen Strukturen Sinn machen. Dabei wird vernachlässigt, dass die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland kleine Strukturen haben

16 Prozent der Befragten sagten aus, das dringlichste Problem in diesem Zusammenhang sei, dass die Unternehmen zu wenige Praktika anbieten. Nicht zum Kern des Problems gehört offensichtlich die Annahme, dass die Studenten heutzutage selbst zu lange nicht wissen, wo sie ihr beruflicher Weg hinführen soll. Nur zwölf Prozent der Befragten entschied sich für diese Antwortmöglichkeit.

Warum sind Großunternehmen beliebter

T & A Systeme wollte in der Befragung außerdem in Erfahrung bringen, warum es so viele Kandidaten zu großen und namhaften Unternehmen zieht und sich deshalb insbesondere der deutsche Mittelstand Sorgen um seinen Nachwuchs machen muss. Für 38 Prozent der Branchenkenner steht dabei die Aussicht auf ein hohes Gehalt an erster Stelle. Immerhin 22 Prozent sagen aus, dass alleine der hohe Bekanntheitsgrad dieser Unternehmen für den positiven Zuspruch auf Kandidatenseite sorgt. Jeweils 18 Prozent entschieden sich in der Umfrage für die “Aussicht auf eine große Karriere” beziehungsweise die “gefühlte Sicherheit des Arbeitsplatzes”.

Aber: Gerade bei mittelständischen Unternehmen finden Absolventen sehr gute Ausgangspositionen, weil sie Auszubildende und Absolventen viel früher und gezielter in die praktische Arbeit beim Kunden einbeziehen können. Auch das finanzielle Argument hinkt etwas, weil überall dort, wo Kundenprojekte zufriedenstellend abgewickelt werden, auch die Auftragslage stimme und entsprechend gut bezahlt werde. Kaum eine Rolle in diesen Überlegungen spielt die Annahme, dass Professoren an den Universitäten zu einseitig Empfehlungen für die bekannten Großunternehmen aussprechen: Nur vier Prozent entschieden sich für diese Antwortmöglichkeit.






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