Deutsche und europäische Vorstände: Sitzen auf wackligen Stühlen – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Deutsche und europäische Vorstände: Sitzen auf wackligen Stühlen



Vorstandsvorsitzende in Europa und im deutschsprachigen Raum müssen international am härtesten kämpfen, um ihre Posten zu verteidigen, denn europäische Aufsichtsräte nehmen ihre Kontrolle aktiver wahr als ihre internationalen Kollegen:


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Studie zeigt Überraschendes

So mussten im Verlauf der letzten zehn Jahre 37% aller europäischen Vorstandsvorsitzenden unfreiwillig abtreten. Während des gleichen Zeitraums waren es in den USA lediglich 27%. Im deutschsprachigen Raum stieg die Anzahl erzwungener Abgänge innerhalb des letzten Jahres sprunghaft von 3,7% auf 6,3%. Sie machen damit rund ein Drittel aller Wechsel aus.

Deutschland und Europa haben sich damit vom weltweiten Trend abgekoppelt. Sowohl global als auch in den großen Wirtschaftsregionen wie USA oder Japan nimmt die Zahl jener Vorstände, die ihr Unternehmen verlassen, seit 2005 leicht ab. Das geht aus der globalen „CEO-Succession“-Studie hervor, die die internationale Strategieberatung Booz & Company jetzt zum siebten Mal vorlegte.

Der Druck wächst

Und: Der Druck auf deutsche und europäische CEOs könnte weiter zunehmen. Denn schlechte Performance, so die Studie, führt seltener als bisher angenommen zu einem unfreiwilligen Jobverlust. Die Wahrscheinlichkeit, als CEO aus dem Amt gedrängt zu werden, beträgt weltweit im Schnitt 2,1 %.

Das Risiko besonders schlecht abschneidender CEOs liegt bei 5,7%. Und das trotz extremer Kriterien: Die betreffenden CEOs haben in zwei Jahren mindestens ein Viertel des Aktienwertes ihres Unternehmens vernichtet und schneiden im Vergleich zu ihrer „Peer Group“ um mindestens 45% schlechter ab.

Unterschiede nach Branche

Dabei gibt es brancheninterne Unterschiede: Der extreme Druck auf Vorstandsvorsitzende in der Telekommunikation hat etwas nachgelassen. Die Zahl der Wechsel sank gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozentpunkte auf 40%. Dennoch: Die Branche führt bereits zum dritten Mal in Folge die Liste der für CEOs riskantesten Bereiche an.

Mit beträchtlichem Abstand folgen Industrials (32%) und IT (28%). Den stärksten Anstieg in der Fluktuation verzeichnet die Energiebranche. Dort schnellte die Rate innerhalb des letzten Jahres von 0 auf 21%. Trotz der weltweiten Finanzkrise erstaunlich entspannt hat sich dagegen die Lage im Bereich Banken. Lagen sie 2006 auf dem dritten Platz, so rangieren sie im Jahr 2007 nur an siebter Stelle.

Insider mit besseren Ergebnissen

Vorstandsvorsitzende, die ihre Karriere innerhalb ihres Unternehmens absolviert haben („Insider“), erzielen bessere Ergebnisse als so genannte „Outsider“, die von außen in den Vorstand berufen wurden.

Über einen Zeitraum von fünf Jahren betrachtet schneiden sie sowohl europaweit als auch im deutschsprachigen Raum immerhin noch leicht besser ab als ihre extern berufenen Kollegen. Entsprechend überrascht es nicht, dass Outsider über die letzten fünf Jahre betrachtet, sowohl in Europa als auch im deutschsprachigen Raum ein 10% höheres Risiko haben, unfreiwillig auszuscheiden als Insider.

Über die Studie

Booz & Company untersuchte in der Studie „CEO Succession 2007“ die 2.500 weltweit größten börsennotierten Unternehmen. Für den deutschsprachigen Raum wurden ergänzend die 300 größten Unternehmen in dieser Region analysiert. Es flossen sowohl die Performance der Unternehmen zum Zeitpunkt der Ablösung als auch die Art und Weise des Ausscheidens des Vorstandsvorsitzenden ein. Aussagen über Trends und Entwicklungen beziehen sich auf die bereits vorgelegten Booz & Company-Studien zu CEO-Ablösungen aus den Jahren 1995, 1998, sowie die jährlichen Studien ab 2000.

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