Akkreditierung eines Aufbaustudiengangs: Wie wird ein Master anerkannt? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Akkreditierung eines Aufbaustudiengangs: Wie wird ein Master anerkannt?



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Wer eine erste Auswahl unter den Angeboten getroffen hat, sollte sich diese nun im Hinblick auf Qualität und Inhalte genauer anschauen, denn der Markt ist recht unübersichtlich und neben hochwertigen Angeboten finden sich auch Phantasieabschlüsse und Titelhändler, deren Zertifikate auf dem Arbeitsmarkt natürlich weniger wert sind.

Auswahl nach dem Hörensagen

Gemeinhin sind Interessenten versucht, einen Studiengang zu wählen, von dem sie schon einmal gehört haben oder die Qualität an der Höhe der Studiengebühren zu messen. Doch nicht immer trifft es zu, dass höhere Studiengebühren auch höhere Qualität bedeuten. Beispielsweise sind in der Regel bei staatlichen Universitäten die Studiengebühren niedriger aus als bei privaten, aber nicht zwangsläufig sind private Institutionen auch besser, denn: Die Höhe der Studiengebühren hängt vor allem davon ab, wie groß die Institution ist und welche weiteren Finanzquellen sie sich erschließen konnte. Daher können auch kleinere, unbekanntere Institutionen eine gute Ausbildung bieten.

Besser als auf solche subjektiven Kriterien zu vertrauen ist es, sich an der Akkreditierung eines Studiengangs zu orientieren. 50 Prozent der MBA-Absolventen halten die Akkreditierung für das wichtigste Entscheidungskriterium. Denn wenn der Studiengang akkreditiert ist, kann der Interessent sicher sein, dass der Studiengang auf seine Qualität und die Einhaltung festgelegter Mindeststandards ständig überprüft und evaluiert wird.

Akkreditierung bürgt für Qualität

Dadurch bürgt eine Akkreditierung für die Qualität der Ausbildung auch im Hinblick auf die Berufstätigkeit und eine gewisse Transparenz des Studienangebots. Auch wenn die Akkreditierung sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss ist, bietet sie dennoch die Möglichkeit, sich schnell einen Überblick über die Qualität des Angebotes zu verschaffen. Informationen zur Akkreditierung finden Sie unter http://www.akkreditierungsrat.de

In Deutschland erfolgt die Akkreditierung über Agenturen, die durch den unabhängigen Akkreditierungsrat anerkannt werden müssen. Dazu müssen die Agenturen den Standard der Kultusministerkonferenz und Hochschulrektorenkonferenz, etwa die Beschäftigung kompetenter Gutachter sowie die Unabhängigkeit von Hochschulen sowie Berufs- und Wirtschaftverbänden erfüllen und nicht gewinnorientiert arbeiten. Die Agenturen bewerten beispielsweise, ob der Studiengang theoretische und praktische Ausbildungseinheiten ausreichend miteinander verbindet, neben nationalen auch internationale Kompetenzen vorhanden sind, der Studiengang optimal organisiert ist und die räumlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Akkreditierungsagenturen

Folgende Agenturen sind berechtigt, das Qualitätssiegel des Akkreditierungsrates an von ihnen akkreditierte Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor/Bakkalaureus und Master/Magister zu vergeben:

  • ACQUIN Akkreditierungs-, Certifizierungs- und Qualitätssicherungs-Institut
  • AHPGS Akkreditierungsagentur für Studiengänge im Bereich Heilpädagogik, Pflege, Gesundheit und Soziale Arbeit e.V.
  • AQAS Agentur für Qualitätssicherung durch Akkreditierung von Studiengängen
  • ASIIN Akkreditierungsagentur für Studiengänge der Ingenieurwissenschaften, der Informatik, der Naturwissenschaften und der Mathematik
  • FIBAA Foundation for International Business Administration Accreditation
  • ZEvA Zentrale Evaluations- und Akkreditierungsagentur Hannover

Auf anerkannte Akkreditierungen achten

Experten raten jedoch, auf die Akkreditierung von international anerkannten Organisationen zu achten – das verbessert die Chancen auf dem globalisierten Arbeitsmarkt, zumal die Kriterien nationaler Agenturen gerade mal die internationalen Mindeststandards erfüllen. Viele Organisationen, die auch internationale Vergleiche anstellen, akkreditieren jedoch vorrangig MBA-Studiengänge: Die European Foundation for Management Development (EFMD) ist mit mehr als 450 Mitgliedern in 40 Ländern die größte Vereinigung von Business Schools, Universitäten und Unternehmen in Europa. Aufbauend auf den Erfahrungen der bereits bestehenden nationalen Akkreditierungssysteme in Europa hat sie im Rahmen ihrer Initiative European Quality Improvement System (EQUIS) Qualitätsstandards entwickelt.

Die Association to Advance Collegiate Schools of Business (AACSB) ist die zentrale Akkreditierungseinrichtung in den USA. Sie ist vom US-amerikanischen Erziehungsministerium anerkannt und auf die Akkreditierung in den Bereichen Business und Accounting spezialisiert. Die akkreditierten Schulen werden regelmäßig überprüft. Eine Mitgliedschaft bei der AACSB soll garantieren, dass das Niveau der Ausbildung aufrechterhalten und kontinuierlich verbessert wird.

Akkreditierung in England

Die britische Association of MBAs (AMBA) entstand bereits 1967 mit dem Ziel, den MBA für die Wirtschaft zu erschließen, weiteren Interessenten durch eine Darlehenskasse das Studium zu ermöglichen und durch Qualitätskriterien und die Akkreditierung von Kursen den Marktwert des eigenen Titels zu sichern. AMBA gilt heute als renommierte Akkreditierungsorganisation, die immer öfter auch außerhalb Großbritanniens Gütesiegel verleiht.

Aber in Großbritannien gibt es daneben auch Akkreditierungen durch das Higher Education Funding Council (HEFCE). In Italien existiert seit 1972 die Associazione per la formazione alla direzione aziendale (ASFOR), die von Unternehmensberatern, Unternehmen und Business Schools gegründet wurde, um der nationalen Management-Ausbildung qualitative Maßstäbe vorzugeben. Die französische Conférence des Grandes Ecoles (CGE) schließlich akkreditiert seit 1980 und ist für die gesamte Management-Ausbildung in Frankreich zuständig (weitere Akkreditierungsorganisationen im Internetverzeichnis). Wer sich für die Akkreditierungsorganisationen und Qualitätskriterien eines bestimmten Landes interessiert, sollte sich gezielt über dieses Land informieren.



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