Wie überlistet man sich selbst? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Wie überlistet man sich selbst?



Als ich kürzlich meinen Computer zähneknirschend zur Reperatur gab, ist mir ein Mechanismus aufgefallen, der wohl bei vielen Menschen weit verbreitet sein dürfte – vor allem wenn es um wichtige Entscheidungen geht: Die Selbstüberlistung.

Denn eigentlich wollte ich meinen Computer gar nicht weggeben. Auch wenn der Bildschirm sporadisch leicht flimmerte und eine Wartung sinnvoll war – man will ja nicht plötzlich mitten in einem wichtigen Projekt vor dem schwarzen Bildschirm sitzen – versuchte ich mich mit allerlei miesen Trick doch noch davon abzubringen. Folgende Taktiken der Selbstüberlistung habe ich versucht:

  1. Ich ließ die Garantie ablaufen. Schließlich war ich zu dem Zeitpunkt in der Endphase eines Buches – und überhaupt, es würde schon nichts viel schlimmeres mehr passieren.
  2. Doch das Flimmern wurde schlimmer – und ich bettelte beim Hersteller um eine Kulanzverlängerung der Garantie. Zu meinme Erstaunen wurde sie mir gewährt (worüber ich mich sehr gefreut habe) – doch nun saß ich natürlich in der Bredoulle: Das Angebot war schon sehr großzügig und es auszuschlagen und dann doch irgendwann vor einem schwarzen Bildschirm zu sitzen – das hätte ich mir nie verziehen.
  3. Ich fragte, ob ich die Festplatte ausbauen könnte – wohl wissend, dass Rumschrauben am Computer die Garantie zu Nichte macht. Und so sagte ich mir, ich würde auf keinen Fall meine Festplatte mitgeben – schon weil ich keinen nerv hatte, Linux zum zigsten mal neu zu installieren. Aber, oh graus, auch das war kein Problem.
  4. Da ich unmöglich 1 bis 2 Wochen ohne Computer auskommen kann (jedenfalls bei derzeitiger Auftragslage), war mir klar, dass eine Reperatur nur in Frage käme, wenn mir jemand einen Laptop leihen würde. Ich schien aus dem Schneider – doch dann fielen mir gleich zwei Leute mit einem Zweitgerät älteren Baujahrs ein… den einen fragte ich erst gar nicht (sitzt an seiner Doktorarbeit), und die andere teilte mir mit, der Comp sei ohnhin kaputt… ich war beruhigt.. und dann erhielt ich noch am gleichen abend einen freudestrahlenden Anruf, dass der Comp doch ginge, nur der Akku sei defekt..

Was soll ich sagen: Nun hatte ich keine Argumente mehr. Nicht, dass ich nicht dem Hersteller und meiner Freundin herzlich dankbar bin für ihre Großzügigkeit – Nur meine höchstausgefeilte Selbstüberlistungstaktik, die ist dadurch gründlich fehlgeschlagen:-)



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