Berufseinstieg für Geisteswissenschaftler: Virtuelle Buchpräsentation

Liebe Leser, liebe Zuhörer in Dresden,

ich begrüße Sie zu dieser virtuellen Buchpräsentation mit anschließendem Chat auf meiner Website. Ich freue mich auf viele angeregte Fragen und werde mein Bestes tun, diese so gut wie möglich zu beantworten.

Klicken Sie auf die Überschrift, so dass nur dieser Beitrag auf der Site erscheint und tragen Sie Ihre Fragen einfach in die Kommentarfunktion ein – und zwar bitte ausschließlich die Teilnehmer aus Dresden.

Auf eine lebhafte Diskussion!

Nachtrag: Lesen Sie, wie es gelaufen ist – es gab 32 Fragen und Antworten interessierter Studenten.






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  3. Liebe Frau Janson,

    vielen Dank nochmal, dass Sie uns Rede und Antwort gestanden haben.

    Vielen Dank und Ihnen noch weiterhin viel Erfolg.

    Viele Grüße,

    das Team der Studentenkonferenz.

  4. Liebe Studenten in Dresden, liebe Mitleser, die virtuelle Buchpräsentation ist hiermit beendet. Ich bedanke mich bei allen, die mitdiskutiert und Fragen gestellt haben. Ich hoffe, Sie habe aus der Veranstaltung ebenso neue Erkenntnisse gezogen wie ich.
    Die Fragen und Antworten werden weiterhin hier auf meiner Website abrufbar sein.
    Viele Grüße
    Simone Janson

  5. Um diese Frage beantworten zu könnten, möchte ich zunächst klar machen, warum Zusatzqualifikationen sinnvoll sind: Einerseits vermittelt das Studium natürlich viele Kenntnisse nicht, die man in einem Unternehmen braucht und die man sich dann in anderer Weise aneignen muss. Im Forum Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft (https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=4216211;offset=0)
    tobte vor einiger Zeit die Diskussion darüber, ob eine Weiterbildung im Projektmanagement nötig sei; während die Seite anführte, dass man gerade als Projektmanager in größeren Unternehmen mehr als nur ein wenig organisieren müsse, weil man z.B. auch eine gewisse Budgetverantwortung habe und das erst erlernen müssen, fand die andere Seite, man könne so etwas auch Learning by Doing erlernen. Auch nach meiner persönlichen Erfahrung lernt man eine Aufgabe am besten, indem man sie tut und dabei auch Fehler macht. Das ging mir als Selbständige übrigens auch so.

    Nur sucht die Wirtschaft eben nach Mitarbeitern, die, möglichst effizient, keine Fehler machen. Wer daher entsprechende Zusatzqualifikationen belegen kann, zeigt, dass er die Aufgabe (scheinbar?) bereits beherrscht und kann eher das Vertrauen gewinnen. Übrigens spielen bei solchen Entscheidungen auch öfter menschliche Erwägungen eine Rolle als die Unternehmen gerne zugeben: Die Entscheider vertrauen eher Leuten, die einen ähnlichen Werdegang haben wie Sie selbst. Andererseits stärkt es auch das eigene Selbstbewusstsein, wenn man mit Zusatzqualifikationen beim Vorstellungsgespräch aufwartet.

    Aus diesen Gründen sind m.E. solche Zusatzqualifikationen sinnvoll und wichtig, die bei den Entscheidern in dem Unternehmen einen gewissen Ruf genießen. Leider ist das nicht immer die gleiche Weiterbildung, der eine findet das gut, der andere jenes. Wer in einer bestimmten Branche arbeiten will, sollte sich daher gezielt informieren, was gerade angesagt ist.

    In der oben genannten Diskussion wurde der T-Business Manager (IT-Projektleiter IHK) als Weiterbildung im IT-Bereich genannt, es gibt auch weniger spezielle Weiterbildungen, etwa den IHK-Betriebswirt oder den Fachwirt. Leider ist die Industrie- und Handelskammer für Hochschulabsolventen nicht ohne weiteres zugänglich, oft wird bereits Berufspraxis als Zugangsvoraussetzung erwartet. Das wird aber von IHK zu IHK unterschiedlich gehandhabt. Lassen Sie sich also am besten bei der IHK vor Ort oder auch bei mehreren Kammern und von verschiedenen Leuten über Ihre Möglichkeiten beraten. Einfach anrufen und nachfragen.

    Übrigens: So eine Weiterbildung kann 3000 Euro kosten, lässt sich aber in der Regel schneller absolvieren als z.B. ein Aufbaustudium. Eine andere Möglichkeit für Sprachinteressierte ist die Weiterbildung und Prüfung zum Dolmetscher oder Übersetzer IHK. Dabei kann man auch nur die entsprechende Prüfung ablegen, ohne den Kurs vorher zu absolvieren, das kostet dann nur einige hundert Euro.
    Einige Beispiele und Tipp, wie man sich bei dem vielfältigen und oftmals nicht gesetzlich reglementierten Angebot an Weiterbildungen zurechtfindet, gebe ich in meinem Buch.

  6. Welche Zusatzqualifikation(en) sind sinnvoll, um als Geisteswissenschaftler in die Wirtschaft einsteigen zu können?

  7. Das hängt davon ab, was Sie damit machen wollen.
    Ich kenne z.B. Kunsthistoriker, die müssen promovieren, sollten Sie überhaupt eine Chance haben, in einem Museum unterzukommen. Ansonsten gilt das, was ich vorhin schrieb: Für bestimmte Arbeitsbereiche ist ein Dr. von Vorteil, für andere kann es auch Zeitverschwendung sein.
    Womit ich Sie aber nicht vom promovieren abhalten möchte, falls Sie unbedingt Lust dazu haben.
    Und bedenken Sie: Wenn Sie 10 Leute zu dem Thema fragen, kriegen Sie 20 Antworten, denn das sieht einfach jeder etwas anders.

  8. Bieten sich bestimmte Promotionen an, beispielsweise für ein Studium der Romanistik und Soziologie?

  9. In meinem Buch beschreibe ich übrigens auch das Life-Work-Planning-Verfahren, dass nicht davon ausgeht: Ich habe XYZ studiert, was kann ich jetzt damit machen – sondern: Was kann ich und was will ich und mit welcher Strategie erreiche ich das.

    Wäre ja vielleicht mal ein neuer Denkansatz für den einen oder anderen.

  10. Ich möchte dies Frage an einem Beispiel beantworten:
    in unserem Form schrieb eine Teilnehmer über seine sehr guten Erfahrungen in Mainz als Selbständiger Nachhilfe- und Sprachlehrer für Spanisch: https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=4279637
    Dann aber verschlug es ihn familär nach Jena und dort gab es für seine Dienstleistung keinen Markt. Statt sich aber auf das zu besinnen, was ihn in Mainz vorangebracht hatte, nämlich Ideen, Mut und Eigeninitiative, rutschte er in Hartz IV ab.
    Will sagen: Möglich, dass der momentane Trend zu osteuropäischen Sprachen geht. In ein paar Jahren, ja eigentlich jetzt schon, nach China.
    Ich kenn hier jemanden, die regelmäßig ihren Job erfolgreich wechselt und jedes mal einen neue findet – ihre Hauptqualifikation: Sie ist französisch Muttersprachlerin und offenbar gibt es immer noch zu wenig Leute, die französisch gut genug beherrschen.
    Wichtig ist doch immer, was Sie daraus machen: Vielleicht können Sie sich innerhalb der Sprache auf bestimmte Bereiche spezialisieren und dann z.B. als Fachübersetzer arbeiten. Oder Sie haben in der Sprach so herausragende Kenntnisse, dass Sie unter der großen Konkurrenz hervorstechen.

    Dass es große Konkurrenz gibt, mag zunächst abschreckend sein, aber m.E. ist das blinde Hinterherhecheln nach einem Trend auch nicht die Lösung.
    Wichtig ist aber, dass man sich eigene Wege schafft.

  11. inwiefern sehen sie chancen auf dem arbeitsmarkt für sprachwissenschaftler, gerade in sprachen, die dem eher gegenwärtigen “osteuropa-trend” nicht entsprechen?

  12. Bestimmte Bereiche die sich anbieten – klassische Betätigungsfelder für Geisteswissenschaftler sind z.B. Journalismus oder auch als Honorarlehrer. Über die Nachteile des letzteren Berufes hatte ich ja schon geschrieben.
    Aber: Was sich anbietet, ist nicht immer das Beste. Das was sich für den einzelnen anbietet, bietet sich meist auch für viele andere an – und dementsprechend ist die Konkurrenz groß. Aufgrund der Konkurrenzsituation sind ja auch die Verdienstmöglichkeiten in den klassischen Geisteswissenschaftsdomänen sind schlecht. Wenn Sie in einem technischen Sektor gründen würden (ich kann dazu keine Empfehlung geben, weil ich mich da nicht auskenne) liegen die Chancen vielleicht besser. Aber Sie müssen dann auch ersteinmal finanziell investieren. Und natürlich hat man als Geisteswissenschaftler mit so etwas wenig am Hut.
    Generell gilt: Etwas zu machen, dass sich anbietet, ist m.E. die schlechteste Alternative – und es ist schon wieder ununternehmerisch gedacht, da man sich mit dieser Überlegung selbst begrenzt. Am besten überlegt man, was man selbst will und kann und versucht dann herauszufinden, wie das am Markt läuft. Leider muss man als Gründer immer schauen, wie die eigene Idee am Markt funktioniert und Kompromisse eingehen. Aber dahinter stehen sollte man eben auch.

  13. Hallo,

    bei der Suche nach einem festen Job hatte ich persönlich oft das Gefühl, dass es auch darum geht, bestehende Machtstrukturen zu akzeptieren und sich dem Unternehmen voll und ganz anzupassen. Eigene Ideen oder gar Verbesserungsvorschläge sind hingegen nicht gefragt. Die Existenzgründung bietet m.E. die Möglichkeit, eigene Vorstellungen viel besser und schneller zu verwirklichen, als das in einem Unternehmen möglich ist. Zumindest war es bei mir so.
    Allerdings hat sie auch den Nachteil, das man am Anfang weniger verdient, ein gewisses Risiko hat und sich die Arbeit selbst suchen und selbst organisieren muss (für Geisteswissenschaftler sollte das aber weniger ein Problem sein :-) ). Außerdem braucht man ein gewisses Selbstbewusstsein, um sich verkaufen zu können (letzteres gilt ja unter Geisteswissenschaftlern eher als “unchick…”) und Durchhaltevermögen – man sagt, dass es drei bis fünf Jahre dauert, bis es mal läuft und bei mir hat sich das auch bestätigt. Dazwischen lagen auch Phasen mit mehreren Monaten ohne Aufträge. So etwas muss man, auch finanziell, aushalten können. Mich hat in dieser Zeit eine sehr schlechte Erfahrung mit einer Festanstellung zu Beginn meiner Berufstätigkeit motiviert, weiterzumachen :-)
    Die meisten Leute scheuen ja bei einer Existenzgründung das finanzielle Risiko. Ich würde das umgekehrt sehen: Fest angestellt zu sein, birgt auch ein gewisses finanzielles Risiko. Ich habe es zweimal erlebt, dass Auftraggeber weggebrochen sind und ganze Redaktionen plötzlich auf der Straße saßen – als Selbständiger mit mehreren Auftraggebern kann man solche Einbrüche eher verkraften, weil man eben noch andere Einkommensquellen hat/haben sollte.

    Letztendlich ist das typenabhängig: Wer seine Arbeit lieber vorgelegt bekommt und das Risiko scheut, sollte alles daran setzen, einen festen Job zu finden und dafür dann auch Kompromisse eingehen. Wer keine Lust auf diese Kompromisse hat, sollte seine Energien ganz in den Aufbau der Selbständigkeit stecken und das Risiko nicht scheuen. Oder wie brachte es eine Freundin von mir mal auf den Punkt: Man muss überlegen, was man schlimmer findet – den Chef oder die Unsicherheit.
    Und: Als Freiberufler kann man ja auch ohne finanzielle Schwierigkeiten austesten, ob es einem lieg oder nicht, da man häufig keine Investitionen zu tätigen hat.
    Teil 2 der Antwort folgt sogleich.

  14. Hallo Frau Janson,

    inwiefern ist eine Existenzgründung für Geisteswisschenschaftler vorteilhaft. Gibt es bestimmte Bereiche, die sich anbieten?

  15. Liebe Frau Vodel,
    ich danke Ihnen auch für Ihre Anwesenheit und freue mich, dass die Diskussion lebhaft war. Ich würde mich freuen, wenn sich das hier noch eine Weile fortsetzen könnte.
    Viele Grüße
    Simone Janson

  16. Hallo Frau Janson,

    ich freue mich, dass ich es ermöglichen konnte zu diesem Live-Chat dabei zu sein.

    Es ist eine angeregte Diskussion mit verschiedenen Fragen zustande gekommen und ich hoffe, es klappt wieder einmal, dass wir uns zu ähnlichen Angelegenheiten verständigen können.

    Viele Grüße aus Dresden

    Ihre Sindy Vodel

  17. Ich bedanke mich auch, hoffe meine Antworten haben weitergeholfen und waren nicht zu “destruktiv”. Ich hoffe auf weitere angeregte Fragen. Die Fragen können natürlich völlig anonym gestellt werden.
    Simone Janson

  18. Liebe Frau Janson,

    wir danken Ihnen und würden nun den PC den Studenten überlassen.

    Karén Wienhold & Katja Zimmermann

  19. Ich selbst habe mich übrigens gerade deswegen gegen eine Promotion entschieden, obwohl sie in meinem Job vielleicht sogar sinnvoll wäre: Ich wollte einfach mein “eigenes Ding” machen und nicht noch weitere Zeit verlieren und von einem Professor abhängig sein.

  20. Ein Dr. hat eben ein gewisses Renommee auch in der Wirtschaft. Allerdings ist es gerade unter Geisteswissenschaftlern weit verbreitet, zu promovieren, weil man nicht so richtig weiß, was man machen will. Das kann den Dr. auch entwerten. Es kommt immer darauf an, wo man arbeiten will: In Bereichen, in denen es auf Außendarstellung extrem ankommt, ist ein Doktortitel wichtiger, also z.B. als Unternehmensberater oder als Selbständiger. Erstere bieten manchmal auch die Möglichkeit, sich später noch für die Promotion freistellen zu lassen. In kleinen und mittelständischen Unternehmen könnte ein Doktor schnell eine Überqualifizierung bedeuten. Oder man ist den Unternehmen einfach zu alt. Je produktiver und kundennäher der Einsatz, desto unwichtiger der Dr.
    Und dann kommt es auch immer darauf an, an wen man gerät: Vielleicht ist der Personaler des Unternehmens ein überzeugter Praktiker, der eine Promotion für “Drücken vor der ehrlichen Arbeit” hält. Oder einer, der alle promovierten für “Dumschwätzer” hält. Solche Leute soll es geben.
    Wer promovieren will, sollte es daher an ehrlichem Interesse an dem Thema tun. Kürzlich empfahl im Forum jemand, dass nur promovieren solle, wer das entsprechende Geld von einer Stiftung bekäme – als Qualitätskriterium sozusagen.
    Überprüfen Sie ehrlich, ob Sie nicht nur aus Angst vor der Jobsuche promovieren wollen, denn das macht das Problem nicht besser. Und wenn es so ist: Besser einfach loslegen. Dann sieht man am besten, dass der Berufseinstieg nicht so schlimm ist, wie man vielleicht gedacht hat.

  21. Verbessert Promotion die Berufschancen oder wirkt sich ein Doktortitel sogar u.U. negativ aus?

  22. Vielleicht sollte ich erklären: Honorarlehrkräfte müssen, sofern Sie mehr als 4800 Euro im Jahr mit Ihrer Dozententätigkeit verdienen, 19,9 % Rentenversicherung selbst zahlen.

    Um dies zum umgehen, arbeiten einige nur nebenberuflich neben einer anderen freiberuflichen Tätigkeit als Lehrkraft. Andere melden sich erst gar nicht bei der Deutschen Rentenversicherung oder benennen ihre Berufstätigkeit phantasievoll in “Berater” um. Die letzten beiden Möglichkeiten sind aber illegal und bei einer Entdeckung riskiert man Nachzahlungen bis zu 30 Jahren und Strafen wegen Sozialversicherungsbetruges.

    Diese Situation veranschaulicht ein wenig das Dilemma von Honoralehrkräften. Einerseits sollen sie als freie Unternehmer agieren, andererseits sind sie doch recht abhängig von ihren Auftraggebern den Sprachschulen, da sie feste Arbeitszeiten haben. Zudem arbeiten sie meist nur für ein oder zwei Auftraggeber – wenn der dann wegbricht (z.B. weil Kurse wegfallen), kann es schnell problematisch werden. Sie stehen also ein wenig da wie schlechter gestellte Angestellte, die ihre Sozialversicherung selbst zahlen müssen.

    Ich würde daher diese Tätigkeit nur zusammen mit einer anderen freiberuflichen Tätigkeit empfehlen – oder Alternativen suchen, z.B. in den seltenen Festanstellungen, bei Unternehmen oder im Ausland.

    Ich sage das auch deshalb, weil ich selbst auch DaF gemacht habe und weiss, dass die Situtation nicht rosig ist. Mittlerweile sieht es aufgrund der Integrationskurse wieder etwas besser aus.

    Mit Sprachen und didaktischen Fähigkeiten lassen sich aber eben auch noch andere Dinge anfangen als DaF.

  23. Durchschnittlicher Verdienst – das kommt darauf an, wo. In Bonn bekommen VHS-Lehrer etwa 17-18 Euro die Unterrichtsstunde, ich glaube für einen Integrationskurs etwas mehr. An privaten Einrichtungen gibt es meist noch weniger.
    Und: DaF-Lehrer müssen davon noch die Sozialversicherung bestreiten. Alles in allem ist der Verdienst nicht sehr gut.

  24. Wie hoch ist der durchschnittliche Verdienst als Geisteswissenschaftler, z.Bsp. als Honorarlehrkraft?

  25. Jede berufspraktische Erfahrung ist m.E. wichtiger als eine theoretische Weiterbildung oder ein Aufbaustudium. Weil man dann direkt Kontakt zum Unternehmen und den Leuten dort hat. Und weil man in der Praxis am ehesten sieht, worauf es ankommt. Dass man für Praktika meist aber kein Geld bekommt, ist nicht nur für Sie ein Problem. Was nichts kostet ist nichts wert. So ist auch der Stellenwert von Praktika bei vielen Unternehmen.
    Auf keinen Fall je mehr desto besser – besser einige wenige bei ausgeählten Unternehmen. Und ein roter Faden sollte sich durchziehen, die Praktika sollten erkennen lassen wo Sie hinwollen.

    Ich selbst habe nach einigen Praktika beschlossen, umsonst nicht mehr zu arbeiten und bin diesem Vorsatz weitestgehend treu geblieben. Es geht. Vor allem nach dem Studium sehen zu viele Praktika im Lebenslauf eher seltsam aus.
    Aber natürlich: wer noch kein Praktikum gemacht hat, muss eben damit anfangen.

    Besser als ein Praktikum ist eine Stelle, für die man noch ein einigermaßen anständiges Gehalt bekommt – z.B. als Traineeprogramm. Zu warnen ist aber auch hier vor falschen Traineeprogrammen: Nicht selten werden Stellen wie “Junior-Projektmanager” ausgeschrieben – mit der Verantwortung einer richtigen Stelle, aber für weniger Gehalt. Der Sinn von Traineeprogammen oder auch Volontariaten ist ja auch gerade, dass man etwas lernt. Aber in der Praxis ist das manchmal eben anders.

  26. Ich finde es wichtiger, zunächst Berufserfahrung zu sammeln. Denn zum einen hat man bereits einen Fuß in der Tür, evtl. stellt einen das Unternehmen ja auch für das Aufbaustudium frei und übernimmt einen dann wieder. Zum anderen, das ist für mich noch wichtiger, sucht man sich, wenn man bereits Berufserfahrung hat, gezielter den passenden Studiengang aus und studiert nicht einfach irgendetwas, weil es grade vor Ort angeboten wird. Von diesem Vorgehen würde ich abraten.
    Übrigens: Viele Aufbaustudiengänge, gerade die in internationalen Rankings als gut bewertete Master of Business Administration, setzen ja bereits Berufserfahrung bei beginn den Studiengangs voraus.
    Das ist natürlich schlecht für diejenigen, die studieren wollen um erst noch einen Job zu finden, aber für die Qualität des Studiums sinnvoll – daher auch die guten Bewertungen.
    Übrigens sollte man gerade auch beim Aufbaustudium darauf achten, dass der Abschluss eine Anerkennung hat.
    Wie man den “richtigen” Studiengang findet, dafür gibt es in meinem Buch einige Anhaltspunkte.

  27. Die Soft Skills kann man auf jeden Fall nutzen: Organisationsfähigkeit, Vorträge halten, das Schreiben von Büchern, wissenschaftliches Arbeiten, analytisches Denken – all das kann ich sehr gut bei meiner Arbeit einsetzen und finde sogar, dass das Geisteswissenschaftliche Studium hier einen großen Vorteil bietet, nämlich dass man bei Vielem auf sich gestellt war.
    Inhaltlich gibt es jedoch kaum überschneidungen, allerdings kommen die gelegentlich auch vor, da ich bei meiner Arbeit ja eine breite Allgemeinbildung benötige.

  28. Inwiefern können Sie die Kenntnisse aus Ihrem Studium in Ihrer jetzigen Tätigkeit nutzen?

  29. Mein Buch “Der optimale Berufseinstieg. Perspektiven für Geisteswissenschaftler” soll Geistes- und Kulturwissenschaftlern, die ja häufig ohne klar umrissenes Berufsziel studieren, eine Orientierung beim Berufseinstieg geben. Ein Rezensent sprach treffend von einer Kompassfunktion. Das Buch stellt in fünf Kapiteln die Möglichkeiten vor, die sich den Absolventen zum Berufseinstieg bieten: Promotion, Aufbaustudium, berufliche Weiterbildung, direkter Berufseinstieg oder Existenzgründung. Wobei in jedem Kapitel zahlreiche konkrete Beispiele die Möglichkeiten veranschaulichen.

  30. Mein Name ist Simone Janson, ich bin Journalistin und Autorin mehrerer Bücher, vor allem zu den Themen Existenzgründung, Selbstmanagement und Berufseinstieg (siehe nebenstehende Buchliste). Außerdem moderiere ich bei Xing das Forum “Geisteswissenschaftler in der Wirtschaft.” Ich selbst habe Mittlere und Neuere Geschichte, Vor- und Frühgeschichte, Italianistik und Deutsch als Fremdsprache studiert. Nach meinem Abschluss war ich kurze Zeit Redakteurin zweier Zeitschriften der Bundesagentur für Arbeit und bin nun seit über vier Jahren freiberuflich tätig.

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