Unternehmen tun was für den Bildungsnotstand: Oder für den eigenen Geldbeutel? – BEST OF HR | B E R U F E B I L D E R . D E

Unternehmen tun was für den Bildungsnotstand: Oder für den eigenen Geldbeutel?



Eine Reihe von Unternehmen – darunter Hewlett Packard, DHL oder Zurich Gruppe (Deutschland), wolen Schülern Computer sponsorn. Ist das wirklich so uneigennützig?


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Hilfe zur Selbsthilfe?

Unternehmen wie Braingame Publishing, cancom Deutschland, STEIN-IT, co.Tec, digital publishing, Imago, Intel, MasterSolution, Oracle Deutschland, PE-Stiftung, Promethean, Symantec Deutschland, Thomson NETg und VIWIS haben sich auf Initiative des Weiterbildungsdienstleisters „Bonner Akademie“ zur „Bildungsoffensive 2006“ zusammengetan.

Ihr Ziel: Hilfe zur Selbsthilfe, um möglichst vielen Schülerinnen und Schülern den Zugang zum Computerwissen zu verschaffen. Soweit, so gut. Aber…

Was ist das EduBook?

Bereits im vergangenen Jahr wurde dazu das EduBook vorgestellt – ein Profi-Notebook mit einem umfangreichem Software-Paket und Lernprogrammen zu einem subventionierten Sonderpreis.

Pünktlich zum Schuljahresbeginn in NRW wurde jetzt die Neuauflage gestartet: Das EduBook II hat nun eine größere Festplatte, noch mehr Software und Windows XP Professional als Betriebssystem.

Stimmt die Preis-Leistung noch?

Allerdings hat sich auch der Preis auf 1.1989 für die Basisvariante erhöht. Damit – so Uwe Schöpf vom Initiator „Bonner Akademie“ – sei man aber immer noch sehr günstig.

Denn der Durchschnittspreis eines normal ausgestatteten Notebooks gleicher Qualität, das online bestellt wird, liege laut einer Untersuchung der BFL Leasing GmbH vom Mai 2006 bei 1.4389 brutto – und das ohne Software, Lernprogramme und Service. Sagt Initiator Schöpf.

Geboten werden:

  • HP Compaq nx6310
  • Original Windows XP Professional (Service Pack 2)
  • Intel Celeron M Prozessor 410 – 1.46GHz
  • Intel Graphics Media Accelerator 950, bis zu 128 MB gemeinsam benutzter Systemgrafikspeicher
  • 60GB 5400 U/min. Festplatte
  • 565 MB 667DDR2 Speichermodul
  • 15.0 XGA Bright View Display (1024 x 768)
  • High Speed 56K Modem (RJ-11)
  • LAN(10/100) Ethernet PCI Express
  • WLAN 802.11 a/b/g Wireless Card
  • DVD+/-RW SuperMulti Dual-Layer Brenner
  • 2 USB, 2.0 Anschlüsse, VGA, Kopfhörer, Mikrofon, Stromversorgung, Firewire
  • volle 3 Jahre Garantie mit „pick up and return“ (deutschlandweite Abholung und Rücksendung Ihres Gerätes)

Das Lernsoftwarepaket

  • „ACTIV Studio 2“ – Promethean
  • „Amerigo Vespucci 4.0“, Interaktives Geographietraining – co.Tec
  • „G-ta Websuite Professional“ – MasterSolution
  • „Internetführerschein“ für Schüler – IMAGO
  • „Lernprogramme Microsoft Office 2003“ – Thomson NETg
  • Einführung MS Office 2003, Grundlagen: MS Word 2003, Excel 2003,
  • MS PowerPoint 2003, MS Access 2003, MS Outlook 2003 inkl. Course Cards
  • „Microsoft Lernen & Wissen 2006“ inkl. Encarta – Microsoft Deutschland (Cancom Systemhaus)
  • „Mathica“ Lernadventure – Braingame Publishing
  • „Microsoft Office 2003 Professional“ – Microsoft Deutschland (Cancom Systemhaus)
  • „Norton Internet Security 2006“ (90-Tage Version) – Symantec
  • „Sprachlernsoftware“ + Headset – digital publishing (Intensivkurs Englisch & Deutsch inklusive Vokabeltraining, Testkurse für die Sprachen Französisch & Spanisch)
  • „TypingMaster Pro“, 10-Finger-Schreiblernprogramm – VIWIS

Woanders ist es billiger!

Im Internet findet man der Edubook für 500 Euro weniger Inklusive Umsatzsteuer. Es ist tatsächlich das gleiche Gerät. Übrigens finde ich einen Celeron-Prozessor für Laptops sehr ungeeignet, da die, zumindest nach meiner schlechten Erfahrung sehr schnell heiß laufen. Nun gut, in der deutlich preiswerteren Variante gibt es nur ein Jahr pick up and return, das ist schon ein Unterschied. Und da ist dann noch das wirklich umfangreiche Softwarepaket. Bleibt aber die Frage, wie der Initiator zu der Aussage kommt, vergleichbare Geräte kosteten 1.438 Euro ohne Software, Lernprogramme und Service, wenn das gleiche Geräte mit zumindest einem Jahr Service für nur ein Drittel des Preises zu haben ist. Zugegeben, ich bin kein Technikexperte und lasse mich von Fachleuten auch gerne belehren. Vielleicht habe ich ja irgendwo was übersehen?

Natürlich Windows!

Ach ja, noch ein Wort zur Software: Natürlich ist Windows XP dabei. Service Pack 2 gibt es kostenlos auf der Website. Zu Office aber schon gibt es eine kostenlose Alternative, Open Office und die Bedienung ist so anders auch nicht.

Auch Antivirensoftware, 10-Finger Schreibprogramme und vieles mehr gibt es kostenlos. Offensichtlich ist dann doch noch Geld da. Oder man lässt sich das Komplettpaket was kosten inkl. Einrichtung. Vielleicht ist die Software auch wirklich unvermeidlich, weil die Schüler eben mit Office arbeiten lernen müssen. Aber selbst dann sind 700 ? Mehrpreis kein besonders günstiges Angebot der netten Firmen.

Zum Schluss

Zum Schluss noch ein Zitat: „Ein flächendeckender Einsatz von Computern an den Schulen würde den Unterricht um rund 20 Prozent verteuern, das ist alleine durch staatliche Stellen nicht finanzierbar“, betont Prof. Dr. Peter A. Henning, Leiter des E-Learning-Competence-Teams an der „Hochschule Karlsruhe – Wirtschaft und Technik“.

Er begrüßt deshalb die private Initiative der „Bildungsoffensive 2006“ und will sie unter anderem durch eine begleitende Lernwirkungsforschung unterstützen. Es ginge, wie gesagt auch billiger, wenn man nur ein wenig genauer hinguckte!

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